Donnerstag, 08. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 546839

Das Handy bleibt in der Tasche

Rund 40 Teilnehmer erhalten in Ausbilderworkshops Tipps für die Praxis im Betrieb

(lifePR) (Konstanz, ) Simon ist super in die Ausbildung gestartet, ist lernwillig und kommt auch in der Schule gut mit. Wenn da nicht der dauernde Blick auf das Handy während der Arbeitszeit wäre: What's App checken, mal schnell was Wichtiges auf Facebook posten...Natürlich wurde die Handynutzung vom Ausbilder eines kleinen Handwerksbetriebs mehrfach kritisiert. Seitdem verschwindet Simon ständig auf der Toilette. Auch die Ausreden sind vielschichtig und reichen von "Ich schaue nur kurz auf die Uhr" bis hin zu "ich muss für meine kleine Schwester erreichbar sein." Was tun?

Alltäglich auftretende Konfliktfälle - ob Probleme mit lernschwachen Jugendlichen oder plötzliche auftretende Leistungsabfälle, Fehltage oder die geschilderte Handynutzung im Betrieb - waren Thema bei den Ausbilderworkshops der Handwerkskammer Konstanz in Waldshut, Rottweil und Singen, an denen Ausbilder aus Handwerksunternehmen und Ausbildungsstätten teilgenommen haben. Im "Handy-Fall" wäre eine gute Lösung gewesen: Ein klares Handyverbot in den Betriebsräumen aussprechen, am besten schriftlich.

"Das Wichtigste für die Auszubildenden ist, dass sie von Anfang an die Spielregeln des Unternehmens, die für alle gelten müssen, kennen", empfiehlt Katja Haid, Ausbildungsbegleiterin bei der Handwerkskammer Konstanz, die gemeinsam mit ihren Ausbildungsberaterkolleginnen und -kollegen die Workshops durchgeführt hat. "Die jungen Menschen starten nicht nur in einen neuen Beruf, sondern erleben die Arbeitswelt überhaupt zum ersten Mal. Das kommt einem kleinen Kulturschock nahe. Daher brauchen sie klare Regeln und Leitlinien, an denen sie sich orientieren können", so die Expertin.

Im Ausbilderworkshop sollten die Teilnehmer auch einen Perspektivwechsel wagen und sich fragen, was denn der Auszubildende vom Betrieb erwartet. "Für einen Berufsanfänger ist beispielsweise das Betriebsklima ganz wesentlich, daran sollte man unbedingt arbeiten. Das Fachliche kommt im nächsten Schritt", fasst Ausbildungsberaterin Susanne Hillan zusammen. Beim Umgang miteinander sind klare Grenzen zu setzen. "Der Kumpeltyp als Chef kommt nicht immer gut an. Gerade wenn es mal Konflikte gibt, ist es hilfreich, wenn die Rollen von Anfang an klar definiert sind", so Susanne Hillan.

Neben möglichen Konfliktfällen erhielten die Teilnehmer auch einen Einblick in die Rechte und Pflichten als Ausbilder. "Nicht alle Ausbilder wissen beispielsweise, dass anders als bei Volljährigen bei Minderjährigen eine halbjährliche Arbeitssicherheitsunterweisung stattfinden muss", erläutern die Ausbildungsberater Walter Kramer und Roland Weninger.

Regelmäßige Gespräche zwischen Auszubildendem und Ausbildern sind wesentlich für den Erfolg im Unternehmen. Katja Haid rät dazu, sich mindestens einmal im Monat mit dem Auszubildenden auszutauschen und dabei das Berichtsheft als Leitfaden zu nutzen. Auch mit Lob sollte man nicht sparen- aber bitte am konkreten Beispiel.

Die Teilnehmer des Workshops jedenfalls lobten die Veranstaltung aufs Höchste und konnten offensichtlich viele konkreten Tipps und Hilfestellungen mitnehmen, freut sich Katja Haid.

"Alle Ausbilder tragen eine große Verantwortung, der sie gerecht werden müssen, was nicht immer einfach ist. Durch die Workshops wollen wir die Betriebe noch stärker dafür sensibilisieren, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Ausbildung ist. Das spricht sich schließlich auch rum", so die Expertin.

Als weiteren Ansporn für die Handwerksunternehmen plant die Handwerkskammer Konstanz ein Ausbildungssiegel für besonders engagierte und erfolgreiche Ausbildungsbetriebe.

Handwerkskammer Konstanz

Das Handwerk ist mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben das Herz der deutschen Wirtschaft. Zum Bezirk der Handwerkskammer Konstanz, der die Landkreise Konstanz, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Rottweil und Waldshut umfasst, gehören rund 12.000 Handwerksunternehmen mit über 70.000 Beschäftigten und 5.000 Auszubildenden.

Die Handwerkskammer vertritt nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder, sondern bietet ihnen auch eine umfassende Beratung an, etwa zur Fachkräftesicherung, Aus- und Weiterbildung, Betriebswirtschaft, Unternehmensführung, Recht, Umweltschutz und Technologie.

Außerdem unterhält die Handwerkskammer fünf Bildungseinrichtungen, neben den Bildungsakademien in Singen, Rottweil und Waldshut die Management-Zentrum gGmbH in Villingen sowie gemeinsam mit der IHK die Berufliche Bildungsstätte in Tuttlingen.

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