Sonntag, 04. Dezember 2016


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Mit hoher Qualität in der Ausbildung punkten

Handwerk legt Leitfaden zur Entwicklung von Qualitätsstandards in der Ausbildung" vor

(lifePR) (Koblenz, ) "Eine qualitativ hochwertige Ausbildung ist der Schlüssel, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. Die duale Berufsausbildung ist durch den demografischen Wandel, den Trend zum Studieren und den verschärften Wettbewerb in der Wirtschaft in eine Schieflage geraten. Vor dem Hintergrund, dass 60 Prozent der Schulabgänger in Rheinland-Pfalz eine Hochschulzugangsberechtigung haben, ist das Handwerk gefordert, die Attraktivität der dualen Ausbildung zu optimieren und dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen", so das Fazit der Auftaktveranstaltung zum Projekt "Qualität in der betrieblichen Ausbildung" der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Sie fand im HwK-Zentrum für Ernährung und Gesundheit (ZEG) statt. Der Einladung der HwK waren zahlreiche Ausbildungsbetriebe aus den Nahrungsmittel-, Bau-, Holz-, Metallhandwerke sowie Gesundheitsberufen.

Berufswahl und Lebensstil

Jugendliche wählen heute mit dem Beruf auch einen Lebensstil - das berufliche Angebot soll zu ihren Vorstellungen passen. Immer häufiger sind es die Nähe zum Wohnort, die Arbeitsbedingungen, der Umgang der Mitarbeiter untereinander, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten oder die Außendarstellung eines Unternehmens, die junge Menschen motivieren, ihre berufliche Laufbahn zu starten. Wer als Arbeitgeber hier planvoll vorgeht, sich bereits vor Lehrbeginn für seinen Berufsstand engagiert und den Lehrlingen auch zusätzliche Angebote während der Ausbildung bietet, hat gute Chancen, leistungsbereite junge Kräfte für das eigene Unternehmen zu finden und dauerhaft an sich zu binden.

Wie kann die Qualität der Berufsausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen verbessert werden? Welche Konzepte und Instrumente tragen dazu bei, die Qualität der betrieblichen Ausbildung weiter zu entwickeln und zu sichern? Die HwK bietet Handwerksbetrieben hierzu konstruktive Unterstützung bei der Beurteilung und Unterstützung der Ausbildungsqualität in ihren Unternehmen an. So wurde im Rahmen des Projekts ein Leitfaden zu Qualitätsstandards mit praktischen Beispielen und Diagnosebögen für Lehrlinge und Ausbilder entwickelt, um mögliche Defizite gemeinsam mit der HwK positiv zu verändern und Abbrüche zu vermeiden. "Nichts spricht sich unter Jugendlichen mehr rum als eine attraktive Ausbildung. Unser Leitfaden soll helfen, dass Ausbildung und Arbeit reibungslos und zur Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen", betont Bernd Hammes, Leiter des HwK-Berufsbildungszentrums.

Zahntechnikermeister Andreas Kimmel, Geschäftsführer von Kimmel Zahntechnik aus Koblenz, stellte anschaulich die gelungene Umsetzung aller Stufen der Ausbildung - von der Auswahl des geeigneten Nachwuchses bis hin zur Abschlussprüfung - dar. Er hob eine Erhöhung des Lehrlingsendgeldes um 30 Prozent hervor und stellte die Sozialleistungen, wie Fahrtkostenzuschuss, Betriebliche Altersvorsorge und Gesundheitsvorsorge für seine Mitarbeiter in den Fokus. "Der Wohlfühlcharakter spielt für die Mitarbeiter eine entscheidende Rolle, ebenso wie Entwicklungsmöglichkeiten und Wertschätzung ihrer Persönlichkeit. Damit beginnen wir in der Ausbildung", so der Geschäftsführer des 1925 gegründeten Betriebes mit über 80 Mitarbeitern.

Fachkräftesicherung beginnt in der Schule

Manfred Schritz, Leiter des Projektes "Entwicklung von Qualitätsstandards in der Ausbildung", stellte die einzelnen Module des Ordners vor: Fachkräftesicherung beginnt demzufolge bereits mit der Werbung und Auswahl des Nachwuchses. Über Praktika gewinnen die Betriebe den größten Anteil ihrer Auszubildenden. Schritz verwies daher auf die Notwendigkeit guter Kontakte zu den regionalen Schulen. Eine dauerhafte Schulpartnerschaft als verlässlich geplante Kooperation bringt beiden Seiten Vorteile. Er empfahl den Unternehmen, Tage der offenen Tür für Schüler, Lehrer, aber auch Eltern anzubieten sowie in den Schulen selbst aufzutreten Anregungen gab er auch zu Bereichen der planvollen Ausbildungsgestaltung. Im Betrieb platzierte Ausbildungstafeln etwa machen den jeweiligen Ausbildungsstand für Ausbilder und Auszubildende wie auch Außenstehende sichtbar. Diskutiert wurde über Etappen wie "Gelungener Ausbildungsstart", "Einbindung der Auszubildenden in Arbeitsprozesse" oder "Effiziente Vorbereitung auf die Gesellenprüfung". "Eine zielgerichtete und strukturierte Ausbildung bringt selbstständig handelnde, verantwortungsbewusste und motivierte Mitarbeiter hervor", stimmten die Anwesenden überein. Fragen der Ausbildung sollen in weiteren Arbeitskreisen vertieft werden.

Das Projekt "Qualität in der betrieblichen Ausbildung" wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung und des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesund und Demografie, Rheinland-Pfalz.

Der Leitfaden ist auf der Homepage der Handwerkskammer Koblenz unter: Ausbildung_ für Ausbildungsbetriebe_ Ausbildungsqualität zu finden. Er ist in verschiedene Ordner unterteilt und behandelt unterschiedliche Themen.

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