Samstag, 10. Dezember 2016


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Handwerk: Berufsbildung aus Koblenz genießt in Ruanda erstklassigen Ruf

Afrikanische Regierungsdelegation lobt bei Besuch der HwK Koblenz Ausbildungskonzepte und laufende Partnerschaftsprojekte

(lifePR) (Koblenz / Kigali, ) Das afrikanische Ruanda setzt auf moderne berufliche Ausbildungsinhalte, insbesondere im Baubereich und greift dabei auf internationales Knowhow zurück, dass man auch bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz weiß - so lässt sich der Besuch einer ruandischen Regierungsdelegation unter Leitung des Staatsministers für Berufsbildung, Albert Nsengiyumva, in den HwK-Berufsbildungszentren zusammen fassen. Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden informierten die Delegation, der auch die Botschafterin Ruandas in Deutschland Christine Nkulikiyinka angehörte, über die Strukturen der dualen Ausbildung und die Rolle der HwK bei der Umsetzung hoher Ausbildungsstandards. Neben den Gesprächen zwischen Kammerspitze, Berufsbildungsexperten und den ruandischen Gästen informierten sich diese auch in den Ausbildungswerkstätten und erhielten Informationen aus erster Hand von Lehrlingen und Ausbildungsmeistern.

"Unser Land ist auf einem guten Weg der Entwicklung im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich", ging Minister Albert Nsengiyumva auf die aktuelle Situation in seinem Heimatstaat ein und fand deutliche Worte für die Rolle der mittelständischen Betriebe, gerade im Bausektor, die diesen Aufwärtstrend maßgeblich tragen. Das setzt fachliche Qualifikation voraus, die über ein bereits bestehendes Projekt zwischen HwK Koblenz und Ruanda vermittelt wird. Deutsche Experten aus dem Bausektor, darunter Elektrohandwerker oder Sanitär-, Heizungs- und Klima-Berufe schulen vor Ort Multiplikatoren aus Berufsschulen und anderen Bildungseinrichtungen, damit handwerkliches Wissen aus Koblenz möglichst schnell in die Fläche getragen wird und im Alltag der ruandischen Handwerker zum Einsatz kommen kann. Neben der Qualifizierung von Berufsschullehrern werden auch Betriebsinhaber geschult mit dem Ziel im Rahmen eines Pilotprojektes ab 2016 längerfristige betriebliche Praktika als Bestandteil der Ausbildung aufzunehmen.

Das Projekt genießt bei der ruandischen Regierung hohe Anerkennung, wofür auch der Besuch des Staatsministers in Koblenz stand, der auch deutlich machte, wie wichtig ihm diese Partnerschaft ist und Einladungen an die HwK nach Ruanda aussprach wie auch zu einer Bildungskonferenz in Deutschland, die der afrikanische Staat zusammen mit deutschen Partnern für September in Berlin organisiert. "Wir legen großen Wert auf die Meinungen und Erfahrungen der Handwerkskammer Koblenz", lobte Staatsminister Nsengiyumva die Arbeit der Kammer und sieht diese Partnerschaft als festen Bestandteil eines internationalen Netzwerks.

"Wie wichtig dieser Wissenstransfer ist, wird auch mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation mehr als deutlich", unterstrichen Baden und Krautscheid die Rolle solcher Projekte. "Denn wenn die Menschen in ihren Heimatländern keine Zukunft sehen, verlassen sie diese dorthin, wo sie meinen besser leben zu können." So leistet die Handwerkskammer nicht nur einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung des Handwerks in Ruanda, sondern auch für mehr Wirtschaftskraft und Lebensqualität. "Der Erfolg unseres dualen Berufsbildungssystems ist ein Exportschlager und gerne erwähnen wir an dieser Stelle, dass die treibende Kraft dahinter der Meisterbrief ist. Diese Erfahrungen vermitteln wir über Projekte gerne weiter und sagen deutlich: Die Finanzierung der Projekte in Ruanda wird nicht auf Kosten unserer Handwerksbetriebe vorgenommen, sondern im Auftrag der Bundesregierung und durch diese bezahlt."

Beim Besuch mehrerer HwK-Berufsbildungszentren lobten die Gäste aus Ruanda die Rahmenbedingungen der Berufsbildung und erlebten aufgeschlossene und motivierte Lehrlinge. Neben Maurern, Straßenbauern, Zimmerern und Malern stattete die Delegation auch den Ausbildungswerkstätten für Kfz-Mechatroniker und Schweißern eine Visite ab - ebenfalls Berufsfelder von großer Bedeutung für die Wirtschaft des afrikanischen Landes. Dabei wurden auch Schulungen in den Koblenzer Zentren für ruandische Multiplikatoren erörtert. Zum Abschluss des Rundganges gab es im HwK-Zentrum für Ernährung und Gesundheit noch eine Begegnung der besonderen Art, denn dort trainiert aktuell die deutsche Nationalmannschaft der Friseure für die anstehenden Weltmeisterschaften und so nutzten die ruandischen Gäste die Gelegenheit und ließen sich von einigen amtierenden Weltmeistern über Frisuren-Trends und Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung informieren, die im Handwerk sogar zum Weltmeistertitel führen kann.

Mehr Informationen zur Zusammenarbeit mit Ruanda und die internationalen Projekte der HwK Koblenz, Tel. 0261/ 398-128, Fax -936, Evelina.Parvanova@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de

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