Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 133323

50 Jahre Lebensentscheidung für das Handwerk

HwK Koblenz verleiht Handwerkssenioren Goldenen Meisterbrief

(lifePR) (Koblenz, ) "Meine Zeit als Präsident der Handwerkskammer Koblenz neigt sich dem Ende. Ich schäme mich nicht zu gestehen, dass dieser Moment mir einer der wichtigsten meiner Amtsperiode ist. Denn diese, meine letzte Altmeisterfeier ist zugleich die Feier, in der ich mein eigenes 50-jähriges Meisterjubiläum begehe", begrüßte Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, an die 170 Handwerkssenioren in der Stadthalle Ochtendung. Mit ihren Angehörigen waren sie zur Verleihung des Goldenen Meisterbriefes durch die Handwerkskammer Koblenz erschienen.

Teil der Geschichte des Landes

"Ich spreche heute für UNS! Für unsere Generation. Für unsere Lebenswege, unsere Leistungen und Erfolge, aber auch Niederlagen. Es war eine Lebensentscheidung, zum Handwerk gehören zu wollen. Und ich bin stolz darauf, für die Attribute mit einzustehen, die jeder mit dem Handwerk verbindet: Individualität, Einfallsreichtum, Solidität und Ehrlichkeit", so Scherhag. "50 Jahre - es war eine aufregende Zeit", fuhr Scherhag in seiner Laudatio fort. Neben persönlichen Erinnerungen, so dem Herstellen seines Meisterstücks an einer alten Drehbank und dem Start in die Selbstständigkeit in einer Garage, sprach er davon, dass am 18. August 1959 der erste "Mini" auf den Markt kam und am 25. August 1959 bereits der dreimillionste VW-Käfer vom Band lief. "Wir sind mehr als Zeitzeugen, wir sind Teil der Geschichte dieses Landes", so Karl-Heinz Scherhag. Er hob den "familiären Charakter" in einem Handwerksbetrieb, das "faire Miteinander vom Lehrling bis zum Meister" hervor. "Wir Handwerker halten zusammen. Auch in wirtschaftlich nicht leichten Zeiten sorgt sich der selbstständige Handwerksmeister um die Belange seiner Mitarbeiter."

Ehrenamtliches Engagement Das ehrenamtliche Engagement ist im Handwerk ebenso wenig wegzudenken. "Wer sich nicht selbst verwaltet, wird verwaltet", appellierte der Kammerpräsident, der auf allen gesellschaftspolitischen Ebenen aktiv war, für das Ehrenamt. Beispielhaft für bewundernswerte Leistungen im Handwerk nannte Scherhag Kraftfahrzeugmechanikermeister Hans Helmes, der von 1973 bis 1996 im Meisterprüfungsausschuss für das Kfz-Mechanikerhandwerk tätig war. Zimmerermeister Rudi Trapp war ebenfalls 20 Jahre ehrenamtlich für die Meisterprüfung im Einsatz. Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Hermann Max Kohlenberg war von 1999 bis 2004 in der Vollversammlung aktiv und die Friseurmeister Bernd Alfes und Franz Hammer sind verdiente Ehrenobermeister ihres Handwerks.

Der Präsident der Handwerkskammer Koblenz sprach allen "goldenen" Handwerksmeistern den Dank des Vorstands und der Geschäftsführung der HwK Koblenz für die geleistete Arbeit im Handwerk aus.

Diamantener Meisterbrief für fünf Handwerkssenioren Sichtbar bewegt nahmen die Handwerker aus den Händen des Kammerpräsidenten ihren Goldenen Meisterbrief persönlich entgegen. Erneut gab es in diesem Jahr die besondere Ehrung für 60 Jahre Meisterprüfung in Form des Diamantenen Meisterbriefes. Bäckermeister Ernst Emmrich und Bau- und Möbelschreinermeister Richard Emmrich, beide aus Bad Marienberg, sowie Plattenlegermeister Walter Görges aus Bad Breisig, Maler- und Lackierermeister Emil Pick aus Rhaunen und Bäckermeister Werner Noll aus Andernach wurde diese Ehrung zuteil.

"Gott schütze das ehrbare Handwerk", sang der Handwerkerchor Birkenfeld, der die Feier traditionell musikalisch umrahmte.

Goldener Meisterbrief für Kammerpräsident

"Zum Erfolg gibt es keinen Lift, man muss die Treppe benutzen. Wir alle haben die Treppe benutzt und unser Handwerk erfolgreich ausgeübt. Wir haben wirtschaftlich bei null angefangen und uns nach und nach etwas aufgebaut", so Friseurmeister und Ehrenobermeister Bernd Alfes aus Bad Neuenahr in seinem Schlusswort. Als "große Ehre" sah er es, Kammerpräsident Karl-Heinz Scherhag den Goldenen Meisterbrief überreichen zu dürfen. "Ich wünsche Ihnen für die Zeit nach der Amtsübergabe alles erdenklich Gute. Wir wissen, niemals geht man im Handwerk so ganz und wer weiß, ... Konrad Adenauer wurde mit 74 Jahren noch Bundeskanzler", sagte er augenzwinkernd. "Ich bin stolz, dass ich Präsident einer Kammer war, die zu den innovativsten Kammern in Deutschland zählt", betonte Scherhag.

Frau ist das Sahnehäubchen

"Mein Sahnehäubchen", nennt Edelsteinschleifermeister Edmund Viktor Kuhn aus Kirschweiler bei Idar-Oberstein seine Ehefrau Christel. "Die Frau im Hintergrund ist für den selbstständigen Handwerksmeister unverzichtbar. "Kinder erzogen, Büro und Haushalt gemanagt und mir immer den Rücken frei gehalten, eine tolle Leistung hat meine Christel erbracht", so seine Liebeserklärung. "Edelsteinschleifer und Graveure haben es inzwischen sehr schwer. Sie kämpfen gegen die Industrie und Billigprodukte meist aus Asien oder dem Osten Europas", schätzt er die gegenwärtige Situation in seinem Handwerk, das bis heute sein "schönstes Hobby" ist, ein.

Klein, fein und rein Erich Oster, Tischlermeister aus Lehmen/Mosel, rät jungen Handwerksmeistern "klein anzufangen und immer auf dem Boden zu bleiben". "Klein, fein und rein", so seine Devise und sein Rat an Junghandwerker, die sich selbstständig machen möchten. Bis heute ist der 79-Jährige aktiv. "Ich habe den Betrieb aufgebaut und kann nicht vorbeigehen, ohne reinzuschauen." Sein erster Lehrling, heute selbst Meister, arbeitet mit ihm zusammen. Der Sohn, auch Tischlermeister und Holztechniker, ist Lehrer an der Fachschule. "Im Handwerk stehen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen", so Oster.

Handwerk hält jung

"Obwohl ich den Salon schon vor vielen Jahren an meine Tochter übergeben habe, bin ich noch täglich sehr gern im Salon. Meine älteste Kundin ist 94 Jahre und kommt jede Woche", so Friseurmeisterin Ursula Schmalbach aus Koblenz. "Arbeit erhält jung", lacht die 78-Jährige. Ihre Meisterkollegin Adele Schöttner aus Dernbach im Westerwald stimmt dem zu. "Schönheit und gepflegtes Aussehen der Menschen ist unser Metier. Da müssen wir aus dem Gesundheits- und Schönheitshandwerk Vorbild sein."

Informationen zur Altmeisterfeier bei der Handwerkskammer Koblenz, E-Mail: meister@hwk-koblenz.de, Internet: www.hwk-koblenz.de

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