Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 150231

Gringel: "Handwerk bietet dem ländlichen Raum zukunftsfeste Perspektiven"

(lifePR) (Kassel, ) Impulse geben, Trends aufzeigen, Themen diskutieren, die den betrieblichen Alltag bestimmen, aber im Tagesgeschäft zu kurz kommen. Der Kurhessische Handwerkstag, den die Handwerkskammer Kassel diesem Jahr in Kassel im Rahmen der Frühjahrs-Ausstellung in den Kasseler Messehallen veranstaltete, bot unter der Überschrift: "Perspektiven für den ländlichen Raum" ein Forum für den Gedankenaustausch jenseits der täglichen Betriebsamkeit. Festredner war Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch. Sein Vortrag zeigte Wege auf, wie der ländliche Raum die kommenden Entwicklungen nutzen kann und welchen Beitrag die hessische Landesregierung dazu leistet.

In seiner Begrüßung wies Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, auf die Bedeutung des Handwerks für den ländlichen Raum hin. Handwerksbetriebe seien regional verankert.
Sie zahlten ihre Steuern und Abgaben vor Ort und investierten in der Region, wo sie auch Arbeitsund Ausbildungsplätze schafften, "und das oft unter schwierigen Bedingungen". Mit ihren Produkten und Dienstleistungen erhielten Handwerksbetriebe Lebensqualität.

Handwerk sei aber mehr als wirtschaftliche Stärke, so Gringel weiter. Im Handwerk würden Werte gelebt, was sich in einem hohen ehrenamtlichen Engagement ausdrücke. "Betriebsinhaber und ihre Mitarbeiter engagieren sich in Gemeinderäten, im Technischen Hilfswerk, in den Feuerwehren. Sie tragen das sportliche und gesellige Vereinsleben, unterstützen soziale Einrichtungen." Ohne sie sei das Leben in unseren Ortschaften kaum vorstellbar.

"Handwerksbetriebe sind in der Regel Familienbetriebe. Dort wird der wirtschaftliche Erfolg nicht in Quartalen, sondern in Generationen gemessen." Deshalb wirtschafte das Handwerk nachhaltig. Die Betriebe prägten und stabilisierten vor allem den ländlichen Raum, was vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung an Bedeutung gewinne. "Handwerk bietet dem ländlichen Raum zuverlässig zukunftsfeste Perspektiven", fasste Gringel seine Ausführungen zusammen.

Die demografische Entwicklung sprach zunächst auch Wirtschaftsminister Posch an. Er machte deutlich, dass trotz dieses Trends der Bevölkerungsrückgang nicht unabwendbar sei, ja sogar umkehrbar sei. Für die Region sprächen die ökonomisch verbesserten Gegebenheiten: "In den letzten Jahren hatten Nord- und Mittelhessen ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum zu verzeichnen."

Die Arbeitslosigkeit sei in Nordhessen stark zurückgegangen, die Arbeitslosenquote habe sich an die Werte im übrigen Hessen angenähert. Damit sich dieser positive Trend fortsetzt, unterstütze die Landesregierung die Wirtschaftsentwicklung der Region mit einer Reihe wichtiger Infrastrukturprojekte.

Herasforderung sei, so Posch, Daseinsvorsorge und Erreichbarkeit auch unter den Bedingungen des demografischen Wandels sicherzustellen. "Mit der Sicherung attraktiver Wohnstandorte wird der Abwanderung insbesondere von qualifizierten Arbeitskräften entgegengewirkt", so der Minister.
Ohnehin werde zukünftig die Fachkräftesicherung gerade für Nordhessen immer bedeutsamer werden. Daher hat für die Landesregierung auch die Förderung der beruflichen Bildung im Rahmen der "Hessischen Qualifizierungsoffensive" einen hohen Stellenwert.

Dem Schrumpfungsprozess, von dem vor allem ländliche Kommunen betroffen sind, begegnet die Landesregierung mit Programmen zur Dorferneuerung und zur ländlichen Entwicklung. Bei der Dorferneuerung gehe es vor allem darum, die ökonomische Tragfähigkeit infrastruktureller Grundausstattungen zu sichern und zu verhindern, dass der Bevölkerungsrückgang die Handlungsspielräume vor Ort weiter einengt. Dabei setze die Landesregierung auf regionale Wertschöpfung und Lebensqualität, auf die Bewahrung des kulturellen Erbes und der regionalen Identitäten, auf die Entwicklung wirtschaftlicher Kompetenz sowie auf den Tourismus.

Wesentlicher Teil der ländlichen Entwicklung sei der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), der deshalb vom Land mit ganz erheblichen finanziellen Mitteln gefördert werde, sagte Posch. "Als sichtbares Zeichen für die feste Absicht der Landesregierung, den ÖPNV in Nordhessen auch künftig zu unterstützen, ist die Bereitstellung von 615 Millionen Euro für den Nordhessischen Verkehrs- Verbund zu sehen". Dies sei eine Steigerung von über 21 Prozent, die in den nächsten fünf Jahren ganz wesentlich zur Sicherung und Weiterentwicklung des ÖPNV in Nordhessen beitragen werde.

Diese Maßnahmen stellte Posch vor den Hintergrund der landesweiten Wirtschaftsentwicklung in Hessen, die nach wie vor von der Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt sei. Zu deren Bewältigung habe das Land ein Sonderinvestitionsprogramm aufgelegt, das durch zusätzliche öffentliche Investitionen mit kurzfristig positivem Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wirke. "Im Fokus stehen die hessische Bauwirtschaft und das Handwerk." Dort sorge das Programm direkt für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Die Umsetzung laufe auf vollen Touren. 2009 seien bereits 490 Millionen Euro aus den Konjunkturprogrammen ausgezahlt worden. Für 2010 hätten die Kommunen zusätzlich rund 800 Millionen Euro zur Auszahlung angemeldet. Die von den Kreisen, Städten, Gemeinden, Krankenhausträgern und den beteiligten Ministerien bis Ende 2009 abgeschlossenen Aufträge beliefen sich auf ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro. Damit sei ein wesentliches Ziel, die schnelle Stützung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und damit der Konjunktur, eindrucksvoll erreicht.

Allerdings wies Posch auch auf die Schattenseiten dieser positiven Bilanz, auf die Ausweitung der Staatsverschuldung, hin. "Wenn ein selbst tragender Aufschwung wieder erreicht ist - und damit rechne ich spätestens 2011 - dann muss der Staat sein Engagement auch wieder konsequent zurückfahren."
Denn die Eindämmung der Neuverschuldung sei die beherrschende politische Aufgabe der kommenden Jahre.

Ein Thema, das auch Kammerpräsident Gringel angesprochen hatte. "Uns wird zu schaffen machen, dass Bund, Land und Kommunen nach Auslaufen der Konjunkturprogramme einen strikten Sparkurs einschlagen, und ihre Investitionen stark zurückfahren müssen." Er befürchtet, dass die Betriebe ab dem kommenden Jahr Probleme haben könnten, die jetzt geschaffenen Kapazitäten zu halten. "Eine Verstetigung der öffentlichen Investitionen wäre also eher im Sinne des Handwerks."

Trotzdem zeigte sich Gringel zuversichtlich. Aus Sicht des Handwerks seien die Zukunftschancen des ländlichen Raums nicht schlecht. "Allerdings müssen wir die Chancen nutzen, die die künftigen Entwicklungen bieten." Dazu zählten aus Sicht des Handwerks vor allem die energetische Gebäudesanierung und das Bauen im Bestand. "Das Handwerk wird dafür sorgen, dass es bleibt, was es schon immer ist: Ein stabilisierender Faktor, eine regionale Wirtschaftsmacht. Sozusagen die Wirtschaftsmacht von nebenan. Und das ist eine gute Perspektive für den ländlichen Raum."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

IsoFree(R) - Befreit sanft und schonend Nase und Atemwege

, Familie & Kind, Pharma Stulln GmbH

Schnupfen bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern kann zu einer großen Belastung werden. Gerade Babys sind durch eine verstopfte Nase in ihrem...

Weihnachten im Kreis einer Familie: Gastfamilien für geflüchtete Studierende gesucht

, Familie & Kind, Experiment e.V.

Die gemeinnützige Austauschorganisatio­n Experiment e.V. vermittelt seit über 50 Jahren in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt internationale...

Last-Minute-Geschenk für Weihnachten gesucht?

, Familie & Kind, GET Global Education Tumulka GmbH

Last-Minute-Geschenk für Weihnachten gesucht? Eine Sprachreise ist eine tolle Idee, die unter dem Weihnachtsbaum gut ankommt! Ein Geschenk,...

Disclaimer