Samstag, 03. Dezember 2016


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Mehr Abiturienten ins Handwerk!

Direktorentagung der oberfränkischen Gymnasien in der HWK für Oberfranken

(lifePR) (Bayreuth, ) Handwerk und Abitur - passt das zusammen? In einer bundesweit in dieser Form bisher einmaligen Tagung setzten sich die Oberstudiendirektoren aller oberfränkischen Gymnasien und Vertreter der Handwerkskammer und des oberfränkischen Handwerks mit ebendieser Frage auseinander. Deshalb stand bei der Direktorentagung am 9. Juli 2015 unter Leitung von Ministerialbeauftragten Dr. Edmund Neubauer die Zusammenarbeit der Handwerkskammer und der Schulleiter der oberfränkischen Gymnasien besonders im Mittelpunkt. Auch das oberfränkische Handwerk selbst hat sich im Rahmen einer Diskussion zum Thema "Berufsperspektiven mit Abitur im Handwerk" in die Tagung eingebracht.

"Wir freuen uns, dass Dr. Neubauer unserer Einladung gefolgt ist und die Direktorentagung in der HWK stattgefunden hat. Das war ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit mit den Gymnasien hier in Oberfranken weiter zu intensivieren. Dies ist bundesweit einmalig. Insofern gehen wir einen vollkommen neuen Weg", erläuterte HWK-Präsident Thomas Zimmer. "Wir müssen weiter aufzeigen, dass das Handwerk auch für Abiturienten hervorragende Karrierechancen und gute Verdienstmöglichkeiten bietet", so Zimmer weiter.

Wie gut Abitur und Handwerk in der Praxis zusammenpassen, machten Judith Kropfeld aus Röttenbach und Steffi Stahl aus Coburg den Schulleitern schnell klar. Beide haben sich gegen ein Studium und für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. "Im Nachhinein war die Entscheidung Zahntechnikerin zu werden ein absoluter Glücksgriff", so Judith Kropfeld. Auch Steffi Stahl, die sich noch in Ausbildung zur Goldschmiedin im elterlichen Betrieb befindet, bereut die Entscheidung nicht: "Hier kann ich gleich mehreren Leidenschaften nachkommen: dem Handwerk und dem Kommunikationsdesign." Steffi Stahl hat bereits eine Broschüre und die eigene Homepage zum Betriebsjubiläum erstellt. Doch auch die Arbeitgeber setzen auf Nachwuchs aus den Gymnasien. Schreinermeister Jürgen Bodenschlägel aus Rugendorf erklärte, dass die Anforderungen in seinem Beruf sehr gestiegen seien und viele Arbeitsprozesse deutlich komplexer geworden sind. "Wir brauchen Mitarbeiter mit Köpfchen und handwerklichem Geschick", sagte Bodenschlägel.

Auch der Ministerialbeauftragte Dr. Edmund Neubauer unterstützt die Zusammenarbeit von Handwerk und Gymnasien: "Den Gymnasien in Oberfranken und selbstverständlich auch der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberfranken ist es ein großes Anliegen, alle ihre Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, nach dem Abitur den für sie optimalen beruflichen Weg einschlagen zu können. Dies kann aber nur geschehen, wenn die Schulen frühzeitig im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung den jungen Leuten umfassende und aktuelle Informationen zur Verfügung stellen können, die das gesamte Spektrum der für eine Abiturientin, einen Abiturienten in Frage kommenden beruflichen Wege abdecken. Aus diesem Grund ist die heutige Veranstaltung ein überaus wichtiger Baustein bei dem Bemühen, unsere Schülerschaft auf dem Weg in das Berufsleben in möglichst bester Weise zu beraten."

Dr. Volker Born, Leiter der Abteilung "Berufliche Bildung" beim Zentralverband des deutschen Handwerks, hob vor allem die Karriereperspektiven für Abiturienten im Handwerk hervor: "Die Angebote für Abiturienten im Handwerk sind zahlreich. Auch nach der Meisterausbildung stehen den Absolventen viele Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Zudem gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, berufliche und akademische Ausbildungsinhalte zu kombinieren, die dann schlussendlich eine Doppelqualifikation bieten und somit eine ausgezeichnete Ausgangssituation für eine erfolgreiche Karriere darstellen."

"Leider kommt es noch häufig zu einer nicht ausgewogenen Darstellung der Bedeutung der akademischen und der beruflichen Bildung, auch wenn viele Studien zeigen, dass akademische und berufliche Bildung gleichwertig sind. Die heutige Tagung war allerdings ein weiterer, wichtiger Eckpfeiler, in Zukunft auch verstärkt Gymnasiasten für das Handwerk zu gewinnen", so Thomas Koller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Koller weiter: "Darüber hinaus haben wir bereits jetzt viele Angebote für Abiturienten: Wir bieten Betriebspraktika für Schüler der Mittelstufe an, haben eine speziell auf Abiturienten zugeschnittene Ausbildungsberatung und laden auch die Gymnasien zur Teilnahme an unseren Berufsmessen ein. Nicht zuletzt möchten wir aber auch die Lehrer selbst mit Fortbildungsangeboten wie "Berufsperspektiven mit Abitur im Handwerk unter Beteiligung regionaler Handwerksunternehmen" auf uns aufmerksam machen."

Vor allem aber auch den Schulleiterinnen und Schulleitern gewährte die Tagung in der Handwerkskammer viele neue Einblicke und gab den Anstoß auch in den Gymnasien neue Impulse in Richtung Berufsorientierung zu setzen. So empfand auch OStD Elisabeth Götz, Schulleiterin des Markgräfin Wilhelmine Gymnasiums in Bayreuth, die Tagung als "äußerst wertvoll". Elisabeth Götz: "Es ist wichtig, dass die Handwerkskammer hier die Initiative ergreift. Als Schulleiter hat man häufig keinen Einblick in die Vielfalt der Möglichkeiten, die das Handwerk bietet. Vor allem der Kontakt mit den Menschen, die eine erfolgreiche Karriere im Handwerk bestreiten, ist wichtig - besonders auch für unsere Schüler. Denn auch bei Abiturienten wächst zunehmend das Interesse an einer Ausbildung als Alternative oder Ergänzung zum Studium. Hier können wir sicher neue Impulse aufnehmen. Schließlich soll die Schule auf das Leben und nicht nur auf das Studium vorbereiten."

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