Montag, 05. Dezember 2016


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HWWI-Rohstoffpreisindex steigt trotz Konjunktursorgen

(lifePR) (Hamburg, ) Der HWWI-Rohstoffpreisindex erhöhte sich im August gegenüber dem Vormonat auf US-Dollar-Basis um 6,9 % und auf Euro-Basis um 5,9 %. Seit Mitte Juni ist er damit um mehr als 19 % (in Euro: 18 %) angestiegen. Durch diese Erhöhung in den letzten Wochen notiert der Index wieder nahe an seinem Stand von Anfang des Jahres: +1,4 % (in Euro: +4 %) im Vergleich zum ersten Jahresanfang 2012.

Der Index für Getreide stieg im August um 4,5 % (in Euro: 3,5 %). Ein zentraler Grund hierfür lag in der schlimmen Dürre im Mittleren Westen der USA, durch die Ernten stark beschädigt wurden. Auf dem Weltmarkt sind die USA ein zentraler Exporteur von Agrarrohstoffen. Besonders Mais und Sojabohnen waren von der Trockenheit betroffen. Während sich der Maispreis im August um 6,4 % (in Euro: 5,3 %) erhöhte, stieg der Sojabohnenpreis um 3 % (in Euro: 2 %). Der teurere Mais führte dazu, dass in den USA verstärkt diskutiert wird, im Land weniger Mais für die Bioethanolproduktion einzusetzen. In etwa 40 % der Maisernte in den USA wird für die Erzeugung von Bioethanol verwendet. Nur ein Teil davon kann in Form von "Presskuchen", der als Nebenprodukt anfällt, für die Verfütterung an Vieh verwendet werden. Im Zuge der Preisanstiege beim Mais sahen sich einige der Viehzüchter in den USA gezwungen, ihren Bestand zu reduzieren.

Der Index für Rohöl erhöhte sich im August um 9,1 % (in Euro: 8,1 %). Dieser Anstieg im Monatsvergleich entspricht dem höchsten seit März 2011, als sich der Konflikt im Ölförderland Libyen verschärfte. Zu dem Preisanstieg beim Öl haben Sorgen vor einer schlechteren Versorgungslage beigetragen, nachdem die Europäische Union ihre Erdölimporte aus Iran stoppte und zugleich den Versicherungsschutz für iranische Öltanker aufhob. Dies hatte zur Folge, dass die Ölförderung im Iran auf unter 3 Mio. Barrel pro Tag zurückging und damit soll sie so niedrig liegen wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Nun fördert der Irak mehr Öl als der Iran und hat ihn damit als zweitgrößtes Ölförderland hinter Saudi Arabien in der OPEC abgelöst. Weiterhin sind Markteilnehmer besorgt, dass der Iran, sollte sich der Konflikt um sein Atomprogramm verschärfen, die Seestraße von Hormus sperren könnte. Neben Problemen auf der Angebotsseite führten Aussichten einer lockeren Geldpolitik ebenfalls zu Preisanstiegen beim Rohöl.

Während der Gesamtindex aufgrund der höheren Preise für Getreide und Energierohstoffe angestiegen ist, war im Teilindex "Industrierohstoffe" im August ein Rückgang zu verzeichnen. Die Abschwächung der Weltkonjunktur hat sich hier im vergangenen Monat niedergeschlagen. Die Industrierohstoffe verbilligten sich um 4,1 % (in Euro: 4,9 %). Mit 15,9 % (in Euro: 16,6 %) ging besonders der Eisenerzpreis stark zurück. Eisenerz wird hauptsächlich für die Produktion von Stahl eingesetzt. In China hat sich die Nachfrage nach Eisenerz abgeschwächt, weil Stahl zurzeit ausreichend vorhanden ist und dementsprechend die Lagerbestände an Stahl in dem Land stark angestiegen sind. Die Tagespreise von Eisenerz notierten Ende August um mehr als 50 % (in Euro: -43 %) niedriger als vor einem Jahr. Aber auch die Nichteisenmetale sind von der Abschwächung der chinesischen Konjunktur betroffen. Der Stahlveredler Nickel sank um 2,9 % (in Euro: -3,8 %), Zink um 2 % (in Euro: -2,8 %) und Aluminium um 1,9 % (in Euro: -2,7 %).

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

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