Montag, 20. Mai 2013


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Kommunale Infrastruktur

Läuft der Friedhof aus dem Ruder?

(lifePR) (Berlin, ) Obwohl viele negative Entwicklungen und Bedürfnisse im Friedhofswesen mit der Bestattungskultur bei den öffentlichen und kirchlichen Friedhofsträgern bekannt sind, werden sie bisher bei kommunalen Entwicklungsmaßnahmen nicht ausreichend berücksichtigt. So unterbleiben viele notwendige Maßnahmen aus finanziellen Gründen. Dabei besteht bei gut 1/3 der ca. 32 000 Friedhöfe in Deutschland großer Investitions- und Handlungsbedarf. "Der Friedhof, als Bestandteil einer Gemeinschaft, muss als Gesamtheit allen zukünftigen Aufgaben gerecht werden, und darf nicht aus finanziellen Gründen und einer zunehmenden "Entsorgungsmentalität" in irgendeine Richtung oder Einzellösung abdriften", so der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V., Hubert Schmitt.


40 Mio. Gräber auf rd. 350 Quadratkilometer Fläche in öffentlicher und kirchlicher Trägerschaft erwirtschaften zwar ein Gebührenwirtschaftsvolumen von rd. 2,5 Mrd. Euro/Jahr, trotzdem bleibt bei einer Kostenunterdeckung im Mittel ein Zuschussbedarf im Friedhofswesen von 1 Mrd. Euro/Jahr. Gleiches gilt auch für die erheblichen umweltrelevanten Problemfelder auf Friedhöfen.

"Zukünftig sollte der Friedhofsbetreiber weniger reagieren", so der Vorsitzende der Gütegemeinschaft, "sondern durch das Angebot von alternativen Bestattungsarten die Nachfrage steuern und Trends selbst beeinflussen." Das Image der Erdgräber als aufwendige, langwierige, teure Bestattung muss zur pietätvollen, naturnahen, zeitlich variablen, individuellen und preiswerten Bestattungsform gewandelt werden. Durch Reaktivierung von belasteten Überhandflächen, Sanierung von Flächen und Umwidmung nicht notwendiger Reserveflächen können wirtschaftliche Effekt erzielt werden. Gleiches gilt für die Verkürzung der Liegezeiten bei Erdgräbern beispielsweise durch Grabkammersysteme. Auch ÖPP-Modelle für Friedhöfe können ein Lösungsansatz für das Betreiben von Friedhöfen sein.

Als Vorsitzender der Gütegemeinschaft Friedhofsysteme e.V. könne er, so Schmitt, den Friedhofsträgern nur empfehlen, sich bei der Planung von Neubauten, Erweiterung und Sanierung von Friedhöfen, zertifizierter Friedhofsplaner nach RAL-GZ 502/2 zu bedienen. Diese hätten mit der Verleihung des RAL-Gütezeichens den Nachweis erbracht, für die Fachbereiche Geologie, Ver- und Entsorgungstechnik, Umwelttechnik, Vermessung sowie Garten- und Landschaftsbau und Bestattungswesen das notwendige fundierte Wissen zur Lösung der anstehenden Aufgaben im Friedhofswesen beratend zur Verfügung zu stellen.

Schmitt fordert zur Gewährleistung eines gesicherten Friedhofstandortes bei der Planung von Friedhofsanierungen und Friedhofsneuanlagen nicht ausschließlich nach ästhetischen Gesichtspunkten vorzugehen. Der Einsatz von modernen Friedhofsystemen muss in die Planung neuer Friedhofsanlagen und sanierungsbedürftiger Friedhöfe einbezogen werden. Nur über die Vermeidung von Verwesungshindernissen kann eine pietätvolle Bestattung gewährleistet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.friedhofsysteme.de .

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