Samstag, 03. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 542793

NGO-Masterplan zur Renaturierung des Jordan: Eine Vision für das Jordan Tal!

(lifePR) (Totes Meer, Jordanien, ) Ein NGO-Masterplan zur Renaturierung des Jordan - wie naiv! Diese Aussage hat die Umweltorganisation EcoPeace Middle East in den letzten drei Jahren oft gehört! Und immer wieder dagegen gehalten: "Es ist naiv zu glauben, dass die aktuelle Situation so weitergehen kann!"

Nun präsentierten EcoPeace, Global Nature Fund und das Stockholm International Water Institute (SIWI) am 9. und 10. Juni 2015 in einer internationalen Konferenz den NGO-Masterplan zur Renaturierung des Jordan und der nachhaltigen Entwicklung des Jordan Tals. 170 Teilnehmer aus Palästina, Jordanien, Israel und vielen Teilen der Welt diskutierten über die Vorschläge der NGOs, den Fluss vom derzeitigen Rinnsal wieder in ein funktionierendes Ökosystem zu verwandeln und im Jordan Tal eine nachhaltige Entwicklung anzustoßen.

"Schon dass hochrangige Politiker aus Israel, Jordanien und Palästina gekommen sind, ist ein Erfolg" so Gidon Bromberg, israelischer Direktor von EcoPeace. Alle Politiker unterstrichen die enorme kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutung des Jordan und dass man bereit wäre zusammenzuarbeiten, um die dramatische Zerstörung des Flusses und die desolate Situation im Tal umzukehren. Israel und Jordanien engagieren sich inzwischen in gemeinsamen Projekten für den Oberen Jordan, aber eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den drei Anrainern ist bislang noch in weiter Ferne.

Ohne diese Zusammenarbeit geht es aber nicht. Deshalb insistierte Munquet Mehyar, jordanischer Direktor von EcoPeace, dass dieses ewige "blame and shame" Spiel endlich aufhören müsse. Wichtig sei die gemeinsame Vision für ein intaktes Jordan Tal als Garant für Frieden und Wohlstand. Die Regierungen alleine können dies nicht erreichen, aber mit der Unterstützung der Bevölkerung und internationalen Fördergebern ist es möglich, das Jordan Tal wieder zu dem Ort zu machen, der einst zum Weltkulturerbe ernannt wurde. "Ich bin stolz, dass das Königreich Jordanien seine Unterstützung für den Masterplan und die Maßnahmen versichert hat."

Nader Khateeb, sein EcoPeace-Kollege in Palästina, erläuterte: "Der Masterplan unterstreicht die Zwei-Staaten-Lösung mit einem unabhängigen Palästina und anerkannten Land- und Wasserrechten im Jordan Tal."

Umweltorganisationen, unterstützt von Wissenschaftlern und Bürgermeistern, zeigen, dass man trotz politischer Konflikte zusammen arbeiten kann: Finanziert von der Europäischen Union im Rahmen des EU Programms SWIM, erarbeiteten EcoPeace Middle East, SIWI und Global Nature Fund einen umfangreichen Masterplan. Drei gemischte Teams, bestehend aus palästinensischen, jordanischen und israelischen Wissenschaftlern und NGOs, trugen Daten über die aktuelle ökonomische, soziale und ökologische Situation zusammen und stellten dabei die Wasserressourcen in den Mittelpunkt. Basierend auf dem "Baseline Report" skizzierten die Teams zwei Szenarien: Wie wird die Wasser-Situation im Jordan Tal in 2025 und im Jahr 2050 aussehen?

Der Masterplan beschreibt 127 konkrete Aktionen in den Bereichen Trinkwasserversorgung und Abwassermanagement, Landwirtschaft, Tourismus, saubere Technologien sowie die Restaurierung des Jordan. Insgesamt müssen bis zum Jahr 2050 Maßnahmen in Höhe von etwa 4,6 Milliarden USD umgesetzt werden. Die prioritären Maßnahmen zur Renaturierung des Flusssystems erfordern eine Investition von etwa 32 Millionen USD.

Der Jordan wird im Masterplan als ein legitimer "Wassernutzer" berücksichtigt, der jährlich 400 bis 600 Millionen Kubikmeter sauberes Wasser benötigt, damit der Fluss wieder als Ökosystem und natürliche Wasserressource funktionieren kann.

Geld - viel Geld - ist nicht das Problem! Eine Finanzierungsstrategie ist erarbeitet und Fördergeber aus der EU, USA, Schweden und anderen Ländern nahmen an der Konferenz teil, um sich ein Bild zu machen über die vorgeschlagenen Maßnahmen und die Chancen, dass die drei Anrainerländer dieses Mal die Chance nutzen, um gemeinsam diese Herausforderung anzugehen. Good governance war dann auch eines der Schlagworte während der Konferenz. EcoPeace und SIWI arbeiten an einem Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, ein dauerhaftes grenzüberschreitendes Gremium für das Management des Jordan einzurichten.

Deutschland hat langjährige Erfahrungen in internationalen Kommissionen wie die Internationalen Kommissionen für den Rhein, die Elbe oder den Bodensee. Die vom Global Nature Fund angesprochenen internationalen Gremien sind allesamt bereit, ihre Erfahrungen einzubringen.

Ein überzeugendes Ziel, vernünftige Vorschläge, interessierte Fördergeber, internationale Unterstützung ... - fehlt nur noch der politische Wille, um den Masterplan umzusetzen. Wie kann diese schwierigste Barriere überwunden werden?

Der Direktor des "Palestinian Water Council" brachte es auf den Punkt: "Wir sollten nicht von jeder Initiative eine Lösung der politischen Krisen erwarten! Der Masterplan beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen, die schon morgen umgesetzt werden können."

Marion Hammerl, Präsidentin des Global Nature Fund, appellierte an alle drei Anrainer, diese Chance nicht ungenutzt zu lassen. Die Folgen des Klimawandels betreffen alle in der Region - unabhängig von der Nationalität oder Religion. Es geht um die Lebensgrundlagen für alle Bewohner des Jordan Tals. Umsichtiges Wassermanagement und die Wiederherstellung eines intakten Lebensraums sind unverzichtbare Beiträge für einen dauerhaften Frieden in der Region.

NGO Masterplan for Sustainable Development in the Jordan Valley Plan:
http://foeme.org/uploads/Regional_NGO_Master_Plan_Final.pdf
Annexes: http://foeme.org/uploads/Annexes_Regional_NGO_Master_Plan_Final.pdf

Für weitere Informationen:
Alain Maasri, Global Nature Fund, maasri@globalnature.org
Marion Hammerl, Global Nature Fund, marion.hammerl@bodensee-stiftung.org

Hintergründe: www.globalnature.org/swim-jordantal

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Energie- und Wassersperren im Land Bremen rückläufig

, Energie & Umwelt, ecolo - Ökologie und Kommunikation

Die Mitglieder des Runden Tisches „Energiesperren vermeiden“ freuen sich, dass ihre Arbeit erste Früchte trägt: Die Zahl der Strom-, Erdgas-...

Saubere Sonnenergie für Sachsen-Anhalt: 1-Megawatt-Solaranlage von 7C Solarparken und E.ON am Netz

, Energie & Umwelt, E.ON Energie Deutschland GmbH

Solarenergie für die Region: In Steinburg in Sachsen-Anhalt ist am 30. November eine Solaranlage mit einer Leistung von 1 Megawattpeak (MWp)...

HBCD-haltige Dämmstoffe: Handwerk freut sich über pragmatische Lösung

, Energie & Umwelt, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

„Endlich ist die überfällige pragmatische Lösung zur Entsorgung hochkonzentrierter HBCD-haltiger Dämmstoffe unter Dach und Fach“, freut sich...

Disclaimer