Montag, 26. September 2016


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Mongolische Perle - Der Hovsgol See ist "Bedrohter See des Jahres 2015"

(lifePR) (Radolfzell/Ulaanbaatar, ) Die Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) ernennt anlässlich des Welttages der Feuchtgebiete am 2. Februar den mongolischen Hovsgol See zum "Bedrohten See des Jahres 2015". Eine große Bedrohung für den abgelegenen Hovsgol See stellt der zunehmende Tourismus dar. Der GNF und die lokale Living Lakes-Partnerorganisation Mongol Ecology Center (MEC) fordern nachhaltige Maßnahmen, um den faszinierenden Hovsgol See und seine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zu schützen.

Die Tourismusentwicklung in der Mongolei, mit zwei Personen pro Quadratkilometer eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt, zeigt die sprichwörtlichen zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen Seite bietet der durch eine bessere Erschließung zunehmende Tourismus eine sehr interessante Einnahmequelle für Bewohner abgelegener Regionen, auf der anderen Seite können steigende Besucherzahlen zu massiven negativen Folgen für die Umwelt führen. Der Global Nature Fund und das Mongol Ecology Center setzen sich deshalb für nachhaltige Maßnahmen ein, um ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur in der Mongolei zu fördern.

Vielfältige Freizeitangebote und unberührte Landschaften

Die idyllische Naturregion am Hovsgol See ist ideal für Freizeitaktivitäten wie Wandern, Reiten, Radfahren, Bootstouren und Angeln. Die Zahl der Besucher im Hovsgol See Nationalpark ist in den vergangenen zehn Jahren fast um 500 % gestiegen. Die Infrastruktur im Nationalpark und am Hovsgol See sowie die Menschen, die in den umliegenden Gemeinden leben, sind noch nicht richtig darauf vorbereitet, mit diesen wachsenden Besucherzahlen und den daraus resultierenden Problemen wie Abwasser und Müll umzugehen.

Gesetzesverstöße trotz Nationalpark-Status

Eine Studie von MEC-Mitarbeitern und internationaler Experten zeigt deutlich, dass rasch Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Die internationale Forschergruppe stellte illegale Fischerei und Holzeinschlag in großem Umfang fest. Außerdem konnten starke Überweidung sowie Reifenspuren und Müll an vielen sensiblen Uferabschnitten wahrgenommen werden. Viele neue Touristencamps weisen noch nicht die notwendigen Mindeststandards zur Abwasserreinigung auf. Trotz strenger Schutzgesetze für Nationalparks kommt es auch in Schutzgebieten zu vielen rechtswidrigen Verstößen. Durch eine bessere Verkehrsanbindung an der russisch-mongolischen Grenze und den Ausbau eines regionalen Flughafens werden die Besucherzahlen auch weiter ansteigen.

Lösungen im Hinblick auf steigende Touristenzahlen

Seit August 2012 setzt der GNF mit seiner Partnerorganisation MEC ein Projekt zur Stärkung des Parkmanagements und Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus im Hovsgol Nationalpark um. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts werden Ranger ausgebildet und ausgerüstet. In den Dörfern Hatgal und Hankh entstehen Besucherzentren, in denen sich Besucher und Einheimische informieren können. Außerdem wird für den Hovsgol Nationalpark ein umfangreicher Entwicklungsplan erstellt. Durch die Schulung von Betreibern von Campingplätzen und Ger-Camps (traditionelle Nomadenzelte), sollen Besuchergruppen besser gelenkt und in weniger sensible Gebiete geführt werden. Eine offizielle Informationsbroschüre in mongolischer, russischer und englischer Sprache weist Besucher darauf hin, wie sensibel die vom Permafrost beeinflusste Region und ihre einzigartigen Naturschätze sind.

Hintergrundinformationen

Der Hovsgol See ist einer der ältesten Seen der Welt. Sein Alter wird auf zwei bis fünf Millionen Jahre geschätzt. Der See enthält fast 70 % des verfügbaren Süßwassers der Mongolei. Der einzige Abfluss, der Egiin Goi Fluss, befindet sich im Süden und mündet in den Selenga Fluss, der in den ältesten See auf unserem Planeten, den Baikalsee, fließt. Der Hovsgol See liegt im Hovsgol Nationalpark, der 1992 gegründet und im Jahr 2011 vergrößert wurde. Im Winter friert der See über viele Monate zu. Durch die kurze Vegetationsperiode ist das gesamte Ökosystem sehr empfindlich gegenüber Störungen. Seit Jahrhunderten ist die Region Heimat von Nomaden, die mit ihren Tieren (Schafen, Ziegen, Yaks, Pferden und Rentieren) durch den Park ziehen.

Für weitere Informationen: www.globalnature.org/BedrohterSee2015

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