Freitag, 09. Dezember 2016


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GEW: "Flüchtlingskinder brauchen Bildung!"

Bildungsgewerkschaft mahnt zum Weltflüchtlingstag mehr Engagement der Bundesregierung an

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Mit Blick auf den Weltflüchtlingstag am Samstag hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angemahnt, dass sich die Bundesregierung verstärkt gegen Krieg und Gewalt in der Welt und für mehr Geld für Bildung in der Flüchtlingshilfe engagieren müsse. "Zurzeit erleben wir eine humanitäre Katastrophe, wie es sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gegeben hat. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, mehr als die Hälfte davon Kinder. Nach Schätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ist jede Minute ein Kind gezwungen zu fliehen. Diese Menschen benötigen dringend Hilfe", betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Freitag in Frankfurt a.M. Insbesondere müsse eine EU-weite Lösung für alle Flüchtlinge gefunden werden, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

Besonders dramatisch sei auch die Situation in Syrien und seinen Nachbarländern. Mehr als eine Million Menschen, so Tepe, seien in den Libanon geflohen, der nur etwa vier Millionen Einwohner hat. Mit 1,6 Millionen Flüchtlingen sei die Türkei weltweit das Land, das die meisten Flüchtlinge aufnimmt. Doch nur eine kleine Minderheit der Flüchtlinge komme in die Lager, die die Regierung eingerichtet hat. Kurdischen Familien blieben diese zudem meist versperrt. Die große Mehrheit sei auf sich selbst gestellt. Vor allem Kinder litten unter der Flucht und den schwierigen Lebensbedingungen im Aufnahmeland. Da die Flüchtlinge meist nur das Nötigste mitnehmen können und kaum Geld haben, müssten die Kinder oft für den Unterhalt der Familie arbeiten.

"Viele Flüchtlingskinder haben keine Chance auf Bildung. Nach Angaben des UNHCR haben zwar rund 60 Prozent der Kinder in den Lagern die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Das gilt aber nur für 27 Prozent der Mädchen und Jungen, die außerhalb eines Lagers leben", sagte Tepe. Zudem werde in den Lagern und den öffentlichen Schulen in türkischer und arabischer Sprache unterrichtet, viele Flüchtlingskinder sprächen jedoch nur Kurdisch. "Bildung ist ein Menschenrecht, das auch für Flüchtlingskinder gilt", betonte die GEW-Vorsitzende. Da eine schnelle Rückkehr in die Heimat oft nicht möglich ist, müssten Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge immer auch Bildungsangebote für Kinder einschließen. Kultur und Sprache der Flüchtlinge sollten dabei berücksichtigt werden. Diskriminierungen von Flüchtlingen wegen ihrer Sprache oder Herkunft seien nicht akzeptabel. "Die Türkei muss ihre Flüchtlingspolitik ändern - aber das Land braucht auch Hilfe, denn alleine ist es mit der großen Zahl der Flüchtlinge überfordert. Die Bundesregierung muss die Türkei und die anderen Nachbarländer Syriens, die die Hauptlast der Flüchtlingskatastrophe tragen, stärker unterstützen und mit dafür sorgen, dass alle vor dem Krieg in Syrien geflohenen Kinder die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen", unterstrich Tepe.

Info: Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni vor 15 Jahren zum "Welttag des Flüchtlings" erklärt. Sie will auf die Probleme von Flüchtlingen, Asylsuchenden, Binnenvertriebenen, Staatenlosen und Rückkehrern weltweit aufmerksam machen und deren Hoffnungen und Sehnsüchte nach einem besseren Leben würdigen. In der Türkei unterstützt die GEW die Bildungsgewerkschaft Egitim Sen bei der Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen aus Syrien. Lehrerinnen und Lehrer der Egitim Sen engagieren sich ehrenamtlich und unterrichten Flüchtlingskinder in deren Herkunftssprache.

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