Sonntag, 11. Dezember 2016


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Für einen gebührenfreien europäischen Hochschulraum

Bildungsgewerkschaft GEW zur Vorstellung der neuen Studie „Eurostudent“

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) "Grenzüberschreitende Mobilität im europäischen Hochschulraum darf kein Privileg wohlhabender Studierender aus bildungsnahen Elternhäusern bleiben", forderte das für Hochschule und Forschung zuständige Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller, mit Blick auf die neue "Eurostudent"-Studie am Freitag. "Mit der europaweiten Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen ist es nicht getan: Die europäischen Regierungen, Bund, Länder und Hochschulen müssen jetzt endlich die soziale Dimension des Bologna-Prozesses in den Blick nehmen."

Der GEW-Sprecher erinnerte daran, dass die 46 Unterzeichnerstaaten des Bologna-Prozesses auf ihrer jüngsten Ministerkonferenz 2007 in London vereinbart hätten, Aktionspläne zur Realisierung der sozialen Dimension vorzulegen. "Die Bundesrepublik Deutschland steht besonders in der Pflicht, Maßnahmen zur sozialen Öffnung der Hochschulen und zur Durchsetzung der Chancengleichheit vorzulegen: In kaum einem anderen Bildungssystem ist der Zugang zum Studium so sehr von der sozialen Herkunft abhängig wie in Deutschland", betonte Keller.

Eine wichtige Maßnahme zur Stärkung der sozialen Dimension des Bologna-Prozesses ist für die Bildungsgewerkschaft die Schaffung eines gebührenfreien europäischen Hochschulraums. Keller erinnerte an die völkerrechtliche Verpflichtung des Internationalen Pakts für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt), Studiengebühren abzuschaffen. "Die Verteuerung des Studiums durch Einführung von Studiengebühren hat sich als Irrweg erwiesen. Die Entscheidung des Hessischen Landtages vom Sommer und des österreichischen Nationalrats in dieser Woche zeigen, dass wir in Europa eine Trendwende hin zur Gebührenfreiheit des Hochschulstudiums haben", stellte Keller fest.

"Der nationale Aktionsplan 'soziale Dimension des Bologna-Prozesses' darf sich nicht in einer Auflistung bereits laufender und geplanter Maßnahmen von Bund und Ländern erschöpfen. Wir brauchen endliche wirksame Maßnahmen zur sozialen Öffnung der Hochschulen und damit zur Steigerung des Anteils der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, der Absolventinnen und Absolventen", forderte Keller an Bund und Länder gerichtet. Hierzu gehöre auch die Schaffung von ausreichend Studienplätzen, die Verbesserung der Ausbildungsförderung und die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte.

Info: Die Hochschulinformationssystem GmbH (HIS) hat heute in Berlin auf einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Konferenz den neuen "Eurostudent" -Bericht über die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Studiums im europäischen Hochschulraum vorgestellt. Ein wichtiges Ergebnis: Weil viele Studierende sich ein Auslandssemester nicht leisten können, bleiben sie zu Hause. Weitere Informationen unter www.his.de.

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