Samstag, 10. Dezember 2016


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Medlounge Rhein-Main zu Gast bei Vitos Rheingau

Lebendige Debatte über optimale Versorgung psychisch Kranker

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Vitos Rheingau hatte am Donnerstag die Medlounge Rhein-Main zu Gast. Das Thema dieses mehrmals jährlich tagenden Forums der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V. lautete: "Seelisch gesund? Zur Lage der psychiatrischen Versorgung in der Region". Nach zwei Fachvorträgen diskutierte eine Runde mit hochrangigen Vertretern aus der Gesundheitswirtschaft.

Die beiden Keynotes beschrieben die gegenwärtige Situation der Versorgung im Rhein-Main-Gebiet sowie die zu erwartenden Veränderungen durch das neue Entgeltsystem in der Psychiatrie. Dabei nahm die Ärztliche Direktorin des Vitos Klinikums Rheingau, Dr. Sibylle C. Roll den medizinischen Standpunkt ein, aus kaufmännischer Sicht referierte Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des rheinlandpfälzischen Landeskrankenhauses, einem Träger verschiedenster psychiatrischer, psychosomatischer und somatischer Gesundheitseinrichtungen. So wurden auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz deutlich.

In der sich an die Vorträge anschließenden Diskussionsrunde ging es um die bevorstehende Neuregelung des Psychiatrie-Entgeltsystems PEPP (Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik), vor allem aber um die Frage nach dessen Einfluss auf die Versorgungsqualität. Sie ist aus Sicht der Experten keineswegs gesichert. Je nach Funktion der Diskussionsteilnehmer, zu denen Klinikgeschäftsführer, Chefärzte und Experten aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenkassen, aber auch Vertreter von Patienteninteressen gehörten, gingen hier die Ansichten deutlich auseinander. Reinhard Belling, Geschäftsführer des Vitos Konzerns, betonte die grundsätzliche Richtigkeit eines Entgeltsystems, das die Behandlung hinsichtlich der verursachenden Kosten transparenter macht.

Kritisiert wurde an PEPP in der Runde, dass das neue Entgeltsystem zum jetzigen Entwicklungsstand kein Lösung für die unbefriedigende sektorenübergreifende Versorgung böte, wie insbesondere Dr. Thomas Schillen, Privatdozent und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Hanau, betonte. Dringend benötigt sei eine integrierte Versorgung, also das Schaffen geregelter Übergänge von der stationären Versorgung in der Klinik bis hin zur ambulanten Weiterversorgung der Patienten nach der Entlassung. Da das entwickelte neue Entgeltsystem nur für die stationären und teilstationären Angebote Gültigkeit hat, findet der ambulante Teil der Versorgung, der eine große Bedeutung im Gesamtversorgungssystem Psychiatrie hat, keine Berücksichtigung.

Gebraucht werde in der Psychiatrie vor allem mehr und engmaschigere ambulante und aufsuchende Behandlung, das betonte auch Dr. Richard Auernheimer, Geschäftsführer des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V. Damit würde nicht nur die Behandlung optimiert, sondern auch der von allen Teilnehmern konstatierten nach wie vor spürbaren Stigmatisierung psychisch kranker Menschen am besten entgegengewirkt.

Spürbar wurde in der Diskussion das Engagement aller Teilnehmer für eine bessere Versorgung und mehr Teilhabe psychisch kranker Menschen. Ein Interesse, das von den rund 80 Besuchern der Medlounge am Schluss mit viel Beifall bedacht wurde.

Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V.

Die Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V. ist seit neun Jahren Stimme und Netzwerk der Gesundheitswirtschaft in der Region. Über 170 Mitglieder aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft haben sich in der Initiative zusammengeschlossen. Sie setzt sich ein für Innovationen, mehr Markt, qualifizierte Fachkräfte und leistungsfähige Versorgungsstrukturen und fördert so Qualität und Wachstum in der Region. Mit der Medlounge Rhein-Main und weiteren Veranstaltungsformen bietet die Initiative mehrmals jährlich eine Plattform für spannende Themen und hochkarätige Kontakte. Vorsitzender der Initative ist Florian Gerster, Staatsminister a.D. und Unternehmensberater.

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