Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Deutsche Versicherer mit guten Zahlen: Beitragseinnahmen stiegen um mehr als 4 Prozent auf 171,3 Milliarden Euro

(lifePR) (Berlin, ) Die deutschen Versicherer bleiben auf Wachstumskurs und steigerten im vergangenen Jahr ihre Prämieneinnahmen. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nahmen die Beitragseinnahmen seiner 468 Mitgliedsunternehmen im Jahr 2009 um 4,1 Prozent auf 171,3 Milliarden Euro zu 2008 belief sich das Beitragsplus auf 1 Prozent. Zu diesem positiven Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 trugen vor allem die Lebensversicherer (plus 7,1 Prozent) und die privaten Krankenversicherer (plus 3,8 Prozent) bei. Die deutschen Schaden- und Unfallversicherer haben ihre Beitragseinnahmen auf Vorjahresniveau stabilisiert. "Vor dem Hintergrund der Finanzkrise bin ich mit der Stabilität unserer Geschäftsentwicklung mehr als zufrieden", sagt der GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen am Donnerstag in Berlin.

Auch für das aktuelle Geschäftsjahr 2010 zeigt sich Hoenen zuversichtlich: "Ich erwarte für die Versicherungswirtschaft im laufenden Jahr stabile, wenn nicht sogar leicht wachsende Beitragseinnahmen und somit ein im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen wieder erfreuliches Geschäftsergebnis." So steht den negativen Auswirkungen der Banken- und Wirtschaftskrise auf die gewerblichen und industriellen Zweige der Schaden- und Unfallversicherung eine stabile Entwicklung im Bereich der privaten Haushalte gegenüber. In der Kraftfahrtversicherung sind nach Hoenens Worten erste Anzeichen für eine Trendwende in der Prämienentwicklung erkennbar. Für die Krankenversicherung zeichne sich ein leichtes Wachstum ab, in der Lebensversicherung könne das Beitragsniveau in diesem Jahr stabil bleiben.

Lebensversicherer mit deutlichem Plus bei den Beitragseinnahmen

Die Lebensversicherung stand 2009 im Zeichen der Kapitalmarktkrise und der Suche der Menschen nach einem sicheren Hafen für ihr Geld. Das Vertrauen in die Fähigkeit der Lebensversicherer, ihre Leistungsversprechen zu erfüllen, führten zu einem unerwartet starken Anstieg der Einmalbeiträge im Neugeschäft und damit zu deutlich wachsenden Beitragseinnahmen. Das zeigte sich vor allem bei der Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag.

Die Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds nahmen 2009 rund 85,2 Milliarden Euro an Beiträgen ein. Das waren 7,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Lebensversicherer alleine, also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds, steigerten ihre Beiträge um 6,6 Prozent auf 81,4 Milliarden Euro. Auf Pensionskassen und Pensionsfonds entfielen Beitragseinnahmen von 3,8 Milliarden Euro. Das entsprach einem Plus von 18 Prozent im Vergleich zu 2008.

Insgesamt schlossen die Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds im Vorjahr 6,4 Millionen Verträge über eine versicherte Summe von 245 Milliarden Euro neu ab. Damit ging die Zahl der Neuverträge um 8,4 Prozent zurück, die Versicherungssumme sank um 3,3 Prozent. Der laufende Beitrag aus dem Neugeschäft belief sich auf 6 Milliarden Euro, und der Einmalbeitrag betrug 20,8 Milliarden Euro (plus 61,7 Prozent).

Vor allem auf die Lebensversicherungen und Pensionsfonds entfiel der Großteil des Anstiegs bei den Einmalbeiträgen. So erreichten die Einmalbeiträge in der Lebensversicherung ohne Pensionskassen und Pensionsfonds fast 4/5 der Neugeschäftsbeiträge. Den größten Anteil hielten dabei die Einzelrentenversicherungen mit einer Zunahme um 42,7 Prozent bzw. 8,4 Milliarden Euro.

Wie in den Jahren zuvor bewegten sich die Auszahlungen der Lebensversicherer an ihre Kunden auch 2009 auf hohem Niveau: Insgesamt zahlten die Lebensversicherer rund 71 Milliarden Euro an sie aus.

Die private Krankenversicherung verzeichnete 2009 ein Beitragswachstum von 3,8 Prozent (2008: 2,9 Prozent) auf 31,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 29,4 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung (plus 3,7 Prozent) und 2,1 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung (plus 5,7 Prozent). Die ausgezahlten Versicherungsleistungen (einschließlich Schadenregulierungskosten) stiegen um 4,7 Prozent (2008: 6,7 Prozent) auf 21,1 Milliarden Euro. Die zum 1. Januar 2009 in Kraft getretene allgemeine Pflicht zur Versicherung sowie deutlich intensivierte Vertriebsanstrengungen, um die Folgen aus der Gesundheitsreform zu kompensieren, wirkten sich positiv auf den Neuzugang aus. In der Krankenversicherung betrug der Nettozuwachs 99.000 Personen.

Schaden- und Unfallversicherer auch in der Krise stabil

Für die Schaden- und Unfallversicherer hat sich das Geschäftsergebnis 2009 leicht eingetrübt, nachdem es im Jahr zuvor noch eine Ergebnisverbesserung erzielt hatte. So hat sich die Schaden-Kosten-Quote nach Abwicklung, also die Combined Ratio, für das Jahr 2009 von 94,8 auf 97 Prozent verschlechtert. Damit verringert sich der versicherungstechnische Gewinn um eine Milliarde Euro auf 1,7 Milliarden Euro. Während die deutschen Schaden- und Unfallversicherer 2009 wie im Jahr zuvor 54,6 Milliarden Euro an Beiträgen einnahmen, stiegen die Schadenaufwendungen um 1,3 Prozent auf 42,4 Milliarden Euro an. Vor allem in der Rechtsschutz-, Transport- und Kreditversicherung kam es infolge der Wirtschaftskrise zu deutlich höheren Schadenaufwendungen. Das liegt in der Natur dieser Versicherungsprodukte.

Der anhaltende Wettbewerbsdruck und die im vergangenen Herbst auslaufende Abwrackprämie prägten 2009 die Geschäftsentwicklung der Kraftfahrtversicherer. Mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro sinken die Beitragseinnahmen der größten Schadensparte im fünften Jahr in Folge. Auf der Schadenseite verringerte sich die Schadenbelastung in Teilkasko deutlich um rund 15 Prozent auf 1 Milliarde Euro, in Vollkasko minderte sich der Aufwand um 0,5 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. 2008 hatten beide Sparten noch stark unter außergewöhnlich hohen Belastungen durch Hagelschäden gelitten. In der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung verschlechterte sich die Combined Ratio bei sinkenden Prämieneinnahmen (minus 2,5 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro) und steigendem Schadenaufwand (plus 0,5 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro) deutlich von 96,2 auf 101 Prozent. Insgesamt mussten die deutschen Kraftfahrtversicherer 2009 einen versicherungstechnischen Verlust von 700 Millionen Euro hinnehmen.

Mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro sorgen die Sachversicherer für belebende Impulse auf der Einnahmenseite der Schaden- und Unfallversicherung. Vor allem die Wohngebäudeversicherer trugen zu dem Beitragswachstum bei. Sie steigerten ihre Beitragseinnahmen im Vorjahr um 5 Prozent auf insgesamt 4,7 Milliarden Euro. Im Bereich Industrie/Gewerbe/Landwirtschaft nahmen die Beitragseinnahmen um 1 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zu, die Technischen Versicherer verzeichnen ein Plus von 3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Auf der Schadenseite hat sich die Situation in der gesamten Sachversicherung weiter entspannt. Die Schadenaufwendungen sanken um 1,3 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Von den Sachsparten weisen nur die Verbundenen Wohngebäudeversicherer mit einer Combined Ratio von 102 Prozent weiterhin einen versicherungstechnischen Verlust aus. Dieser dürfte aber deutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren. Insgesamt erzielten die deutschen Sachversicherer im Vorjahr einen versicherungstechnischen Gewinn von rund 1,1 Milliarden Euro, die Combined Ratio verbesserte sich 2009 auf 93 Prozent, nach 95,4 Prozent im Jahr zuvor.

Die Wirtschaftkrise wirkte sich 2009 insbesondere in der Rechtsschutz-, Transport- und Kreditversicherung aus. So hatten die Rechtsschutzversicherer eine deutliche Zunahme der Schadenaufwendungen vor allem für den Arbeitsrechtsschutz hinzunehmen, sodass bei stagnierendem Beitragsaufkommen der Schadenaufwand der Rechtsschutz-Sparte insgesamt um 10,5 Prozent angestiegen ist. Die Combined Ratio betrug 103 Prozent. Bei sinkenden Beitragseinnahmen um jeweils minus 2 Prozent sowohl in der Transport- als auch in Kreditversicherung legten die Schadenaufwendungen beider Sparten kräftig um 10 bzw. 25 Prozent zu. Insbesondere in der Warentransport- und in der Delkredereversicherung drückte die schlechte konjunkturelle Lage auf die Einnahmenseite. In der Transportversicherung verschlechterte sich die Combined Ratio um mehr als 8 Prozentpunkte auf 104 Prozent, in der Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung waren es rund 25 Punkte auf 103 Prozent.

In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung stagnierten die Beitragseinnahmen angesichts fehlender Beitragsanpassungsmöglichkeiten und durch die Wirtschaftskrise abnehmender Umsatzsummen bei einem Volumen von 6,8 Milliarden Euro. Bei steigendem Schadenaufwand (plus 1,5 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro) verschlechterte sich die Combined Ratio nur leicht um 0,9 Prozentpunkte auf 90 Prozent. Die Allgemeine Unfallversicherung erzielte ein Beitragsplus von 1 Prozent auf insgesamt 6,4 Milliarden Euro. Angesichts der allgemeinen Verteuerung der Schäden und der gestiegenen Unfallzahlen, infolge der starken Frostperiode im Januar und Februar 2009, stieg der Schadenaufwand um 6 Prozent auf 3 Milliarden Euro.

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