Samstag, 03. Dezember 2016


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Wunderbare Bücherwelten - Moderne Druckkunst aus Hamburg

(lifePR) (Nürnberg, ) Von den exklusivsten Meisterwerken des Druckhandwerks bis zu den spektakulären Riesenholzschnitten der Rixdorfer - die neue Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum bietet Freunden der "schwar­zen Kunst" Einblicke in die überaus interessante Gruppe der Hamburger Buchkünstler. Überwiegend aus eigenen Beständen zeigt die Ausstellung etwa 100 Bücher mit Originalgraphik, Einzelblätter aus Mappenwerken sowie Zustandsdrucke.

Die um 1900 einsetzende Buchkunstbewegung ist Teil der europäischen Reformbestrebungen des Kunstgewerbes am Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Anhänger erhofften sich mit der Abkehr von der industriellen Herstellung und der Rückbesinnung auf die Qualitäten des Handwerks eine neue kulturelle Durchdringung der Produkte sowie eine neue Gebrauchsmoral.

Auch in Hamburg haben sich von Anfang an bibliophile Vereinigungen gegründet. Künstler und Pressendrucker ließen sich in der Hansestadt nieder und prägten die moderne Buchgestaltung. Wesentliche Impulse gingen von Literaten, Künstlern, Typografen und Verlegern aus, aber auch die biblio­philen Vereinigungen beteiligten sich an den Erneuerungsbestrebungen.

Neben den Privatpressen hatten auch die Kunstgewerbeschulen einen hohen Anteil am Reformprozess. Besonders von der Hamburger Hochschule für bildende Künste gingen maßgeblichge Impulse für die Bibliophilie in Deutschland aus. Bereits 1910 wurden moderne Werkstätten für alle Fachrichtungen eingerichtet, um künstlerisches Schaffen und handwerkliche Fertigkeiten zu verbinden. Die frühen hamburgischen Pressendrucke zeichnet vor allem ein ausgeglichener Satz, eine der Eigenart des Buches gemäße Schrift und eine gegenüber der Illustration eher ablehnende Haltung aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Richard von Sichowsky als Leiter der Fachklasse für Typografie an die wieder aufgebaute Landeskunstschule berufen. Seine Arbeiten entsprechen in besonderem Maße dem Ideal einer den Lesefluss unterstützenden Typografie. Ihm galt ein Buch, das gut in der Hand liegt und das sich gut lesen lässt mehr, als ein luxuriöses Gebilde, welches seine Gebrauchsfunktion verloren hat. Dem geistigen Erbe der Hamburger Schule sind unter anderem Otto Rohse, Roswitha Quadflieg und Svato Zapletal verpflichtet, die bis heute zu den prägenden Buchkünstlern der Gegenwart zählen.

In den 1960er Jahren richtete sich das Interesse vermehrt auf die zeitgenössische Dichtkunst. Mit einer zunehmenden Politisierung der Literatur fanden auch brisante Themen ein Forum. Der 1957 gegründete Merlin-Verlag beispielsweise bot jungen schriftstellerischen Talenten eine erste literarische Plattform. Mit der Verlegung nichtkonformistischer Literaten zog der Verlag provokante Künstler wie die in Berlin gegründete Künstlergruppe "Werkstatt Rixdorfer Drucke" an.

Die Jahrzehnte währende Vorherrschaft der Typografie wurde verdrängt durch die mehrfarbige Buchillustration, großformatige Mappenwerke und Grafik-Editionen. Die "schwarze Kunst" wurde zu einer farbigen. Die frühen 1970er Jahre konnten so zu einem Höhepunkt der Hamburger Buchkunst wachsen. Erstmals existierten zeitgleich traditionelle, alternative und politisch motivierte Bücherwelten nebeneinander.

Mit Klaus Raasch, Till Verclas und Clemens-Tobias Lange sind heute weitere Pressendrucker in der Hansestadt tätig, die viele qualitätvolle und maßstabsetzende Werke schufen. Es ist insbesondere dieser Reichtum an persönlichen Noten und die Koexistenz von subversiven und traditionellen Elementen, welche die Hamburger Buchkunstszene heute ausmachen.

Hochauflösende Pressefotos stehen zum Download bereit im Pressebereich unserer Website www.gnm.de/presse.php.

"Wunderbare Bücherwelten. Moderne Druckkunst aus Hamburg"
10. Dezember 2009 - 11. April 2010
Führungen sonntags um 15.30 Uhr (auch 26.12.), Gruppenführungen können gebucht werden unter Tel. 0911-1331-238.

Katalog von Johannes Pommeranz: Wunderbare Bücherwelten. Moderne Druckkunst aus Hamburg, 207 Seiten und 118 Abbildungen ca. 25,- Euro im Museumsshop, im Buchhandel ca. 34 Euro, ISBN 978-3-936683-42-9

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