Sonntag, 11. Dezember 2016


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Körpereigene Ersatzteile

Arbeiten über Knochenersatz und Muskelgewebe wurden ausgezeichnet

(lifePR) (Erlangen, ) Durch mikrochirurgische Techniken können kleinste Blutgefäße verpflanzt werden. Dies ermöglicht in absehbarer Zukunft, dass zerstörte, fehlende oder verschlissene Knochen, Gelenke und Muskeln mit körpereigenem Gewebe auch an schwierigen Einsatzorten ersetzt werden können. Die Arbeitsgruppe "Tissue Engineering" um Prof. Dr. Raymund E. Horch an der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen wurde für zwei Arbeiten zu diesem Thema ausgezeichnet. Die Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße (DAM) verlieh den Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit an Dr. Andreas Arkudas. Seine Arbeit "Quantitative Evaluation der Vaskularisation von transplantierbarem Knochenersatz sowie Einsatz von angiogenetischen Wachstumsfaktoren im AV Loop Modell mittels Mikro CT" entstand zusammen mit Kollegen der Plastischen Chirurgie und PD Dr. Andreas Hess vom Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie. Der Juniorpreis der DAM ging ebenfalls nach Erlangen: Ausgezeichnet wurde Dr. cand. med. Dorothee Klumpp für ihre Entwicklung eines neuartigen Modells zur Schaffung von Muskelgewebe.

Weil es immer mehr Tumoren gibt, steigt auch die Anzahl größerer Knochendefekte. Auch gelockerte Endoprothesen (Prothesen im Körperinneren), z. B. künstliche Gelenke, beschädigen häufig das Skelett. Körpereigene Ersatzteile stehen für die Reparatur dieser Schäden nur begrenzt zur Verfügung. In einer mikrochirurgisch geschaffenen Gefäßschleife, einem so genannten arteriovenösen Loop (AV Loop), kann dieses häufig benötigte durchblutete Ersatzgewebe hergestellt werden. Durch den gezielten Einsatz von Wachstumsfaktoren soll außerdem die Geweberegeneration noch besser gesteuert werden. Diese medizinische Methode wurde in den vergangenen sechs Jahren von PD Dr. Ulrich Kneser an der Erlanger Plastischen Chirurgie etabliert. Hierfür und für die damit verbundene Habilitation wurde er mit dem Dr. Fritz Erler-Juniorpreis der Universität Erlangen-Nürnberg für herausragende klinische und wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der operativen Medizin ausgezeichnet.

Vielfältige Erkrankungen und Muskelverluste können nur durch den Einsatz von neuem Muskelgewebe geheilt werden. In der Forschergruppe von Dr. Justus Beier ist es Dr. cand. med. Dorothee Klumpp gelungen, ein neuartiges Modell zu entwickeln, das durch Einpflanzung eines motorischen Nerven in eine Trennkammer mit einem AV Loop, körpereigenes Muskelgewebe generiert. Durch die gleichzeitige neurale Stimulation von gezüchteten Muskelvorläuferzellen soll so ein funktionierender Muskelersatz geschaffen werden. "Auch, wenn der Weg in die klinische Routineanwendung derzeit noch weit ist, so zeigt aber die wiederholte internationale Anerkennung unserer Forschungsergebnisse, dass wir in Erlangen wichtige und hoffnungsvolle Schritte in die richtige Richtung gehen. Ich bin sicher, dass in absehbarer Zeit kranken Menschen mit Gewebeverlust oder -verschleiß diese Erkenntnisse zugute kommen dürften", erläutert Prof. Horch.

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