Montag, 05. Dezember 2016


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Freie Ärzteschaft warnt vor faulen Kompromissen

(lifePR) (Essen, ) Der empörende "Schiedsspruch" des Bewertungsausschusses in Berlin bedeutet für die Praxisärzte eine weitere Nullrunde beim Honorar. "Die wirtschaftliche Grundlage der Haus- und Facharztpraxen wird damit weiter ausgehöhlt", warnt Wieland Dietrich, Vizepräsident der Freien Ärzteschaft. "Wir können unsere ärztlichen Leistungen nicht mehr wie erwartet erbringen, unsere medizinischen Fachangestellten nicht mehr anständig bezahlen und keine neuen Investitionen mehr tätigen. Die junge Ärztegeneration ist auf dem Weg ins Ausland oder geht in andere Berufe".

KBV-Chef Köhler hat bekanntlich die Honorarverhandlungen abgebrochen, da es keine Verhandlungsgrundlage mehr gibt. Die Kassen verkünden arrogant, dass an dem Ergebnis nichts mehr zu ändern sei. "Wir fordern den KBV-Vorsitzenden Köhler mit Nachdruck auf, auf diesem Weg zu bleiben. Das Ziel der Auseinandersetzung darf auf keinen Fall nur ein kleines Zugeständnis in Prozenten sein", so die Freie Ärzteschaft heute in Essen.

Der klare Beschluss des Deutschen Ärztetages 2012 in Nürnberg legte auf Antrag von Delegierten der Freien Ärzteschaft die wichtigsten Ziele so fest: Ein berechenbares und transparentes Honorar für die Arztpraxen von Haus- und Fachärzten. Einführung eines festen Punktwertes auf Basis des 2004 betriebswirtschaftlich kalkulierten Mindestpunktwerts von 5,11 Cent zuzüglich Inflationsausgleich. Abschaffung der Budgets und Honorierung auf der Basis einer weitgehenden Einzelleistungsvergütung.

"Falls die Krankenkassen nicht zu einer adäquaten Honorierung bereit sind", so Wieland Dietrich weiter, "müssen die ärztlichen Leistungen an die skandalös niedrigen Kassenzahlungen angepasst werden."

Wenn der Spitzenverband der Kassen weiter ignoriere, dass die Ärztinnen und Ärzte mit ihren Praxismitarbeitern die entscheidenden Leistungsträger im ambulanten Gesundheitswesen sind, muss der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Versorgung durch das KV-System in Frage gestellt werden, ergänzt Dietrich. "Wir rufen alle Praxisärzte auf, die Protest- und Streikmaßnahmen in den nächsten Wochen zu unterstützen!" Es sei zu begrüßen, dass auch in der KBV-Spitze und in der Bundesärztekammer angekommen sei, in welcher prekären Situation die Versorger-Praxen sind.

Gleichzeitig warnt er vor faulen Kompromissen: "Wir Ärzte dürfen nicht zulassen, dass jetzt kleine Zugeständnisse der Kassen an die KBV den ärztlichen Protest wieder aufweichen. Die Stimmung an der Basis ist explosiv, und die Kollegen wollen endlich ein transparentes, angemessenes und berechenbares Honorar für jede ärztliche Leistung sowie Schluss mit Pauschalen, Budgets und Regressen", betont Dietrich.

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