Samstag, 03. Dezember 2016


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Effektive Wechselkurse des Euro und harmonisierte Indikatoren der preislichen Wettbewerbsfähigkeit für die Länder des Euro-Währungsgebiets (Aktualisierung)

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Um der jüngsten Entwicklung im Welthandel gerecht zu werden, sind die zur Berechnung der effektiven Wechselkurse (EWK) des Euro und der harmonisierten Indikatoren der preislichen Wettbewerbsfähigkeit für die Länder des Euro-Währungsgebiets (Harmonised Competitiveness Indicators - HCIs) verwendeten Außenhandelsgewichte aktualisiert worden. Der Anstieg der EWK des Euro seit 1999 fällt damit etwas geringer aus, als die bisherigen Zahlen vermuten ließen. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass China bei der neuen Berechnung ein höheres Gewicht und das Vereinigte Königreich und Japan niedrigere Gewichte erhielten.

Auf Grundlage von Daten zum Handel mit gewerblichen Erzeugnissen für die Zeiträume 1998 bis 2000, 2001 bis 2003 und 2004 bis 2006 sind neue Außenhandelsgewichte ermittelt worden. Die größten Änderungen der Gewichtsverteilung 2004 bis 2006 gegenüber der von 1995 bis 1997 innerhalb der Gruppe der 41 Handelspartner des Euroraums waren eine Verringerung der Gewichte des Vereinigten Königreichs (-4,0 Prozentpunkte), Japans (-3,1 Prozentpunkte) und der Vereinigten Staaten (-1,7 Prozentpunkte) sowie eine Erhöhung des Gewichts Chinas (+6,9 Prozentpunkte), das Japan als drittgrößten Handelspartner des Eurogebiets (nach den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich) ablöste. Auch die Gewichte der mittel- und osteuropäischen EU-Länder, die nicht dem Euroraum angehören, haben sich erhöht, insbesondere das Gewicht Polens (+1,5 Prozentpunkte) und der Tschechischen Republik (+1,1 Prozentpunkte). Mit Blick auf die aufstrebenden Volkswirtschaften ist die Bedeutung Chinas unverkennbar, dessen Gewicht 11,1 % beträgt, während die Gewichte Indiens (1,8 %) und Brasiliens (1,2 %) auf einem weitaus niedrigeren Niveau liegen als jene der Nachbarländer des Eurogebiets, wie der Schweiz (5,3 %), Polens (3,9 %), Schwedens (3,9 %), der Tschechischen Republik (3,4 %) und der Türkei (3,0 %) [1].

Der aktualisierte nominale EWK des Euro gegenüber der Gruppe der 41 Handelspartner stieg im Zwölfmonatszeitraum bis November 2009 um 8,8 %, während die zuvor veröffentlichte Zeitreihe im selben Zeitraum eine Jahresrate von 8,7 % aufgewiesen hatte. Unterdessen erhöhte sich der aktualisierte reale EWK des Euro gegenüber derselben Gruppe von Handelspartnern mit den Verbraucherpreisen deflationiert um 7,3 %. Unter Zuhilfenahme der bisherigen Gewichtung ergibt sich ein Anstieg von 7,4 %.

Im gleichen Zeitraum wurden bei den aktualisierten nicht deflationierten sowie bei den mit den Verbraucherpreisen deflationierten HCIs für alle Euro-Länder positive Jahresänderungsraten verzeichnet. Den neuen Daten zufolge wies die Jahreswachstumsrate dieser Indikatoren im Oktober 2009 eine Bandbreite von 2,3 % in Portugal bis 6,2 % in Irland auf. In realer Rechnung lag sie zwischen 0,5 % in Portugal und 4,5 % in den Niederlanden.

Hintergrund

In den EWK spiegeln sich Änderungen der gewichteten Durchschnittswerte der Wechselkurse des Euro gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner des Euroraums (US-Dollar, Pfund Sterling, chinesischem Renminbi Yuan, japanischem Yen usw.) wider. Die EWK werden als Indexzahlen dargestellt, die im ersten Quartal 1999 auf 100 festgesetzt wurden. Ein Anstieg der EWK bedeutet, dass der Euro aufgewertet hat. Die EWK wurden auf Grundlage von Außenhandelsgewichten erstellt, die Informationen zu Aus- sowie Einfuhren enthalten, wobei auch sogenannte Drittmarkteffekte Berücksichtigung fanden. Weitere Einzelheiten finden sich in den methodischen Erläuterungen auf der Website der EZB.

Die EZB erstellt und veröffentlicht die EWK des Euro gegenüber drei Gruppen von Handelspartnern: den EWK-12 (12 Industrieländern und erst seit Kurzem zu den Industrieländern zählenden Handelspartnern des Eurogebiets), den EWK-21 (den EWK-12 und China sowie den anderen acht EU-Mitgliedstaaten, die nicht dem Euroraum angehören) und den EWK-41 (den EWK-21 und 20 weiteren wichtigen Handelspartnern). Die EZB veröffentlicht nominale und reale EWK des Euro. Die realen EWK sind mit den Verbraucherpreisindizes, den Erzeugerpreisindizes, den BIP-Deflatoren und den Lohnstückkostenindizes (für die Gesamtwirtschaft sowie nur für das verarbeitende Gewerbe) deflationiert.

Die EZB veröffentlicht darüber hinaus HCIs für die einzelnen Länder des Euroraums auf Grundlage der Verbraucherpreisindizes, der BIP-Deflatoren und der Lohnstückkosten für die Gesamtwirtschaft. Diese Indikatoren basieren auf denselben Methoden und denselben Datenquellen wie die realen EWK des Euro. Wie beim realen EWK bedeutet auch ein Anstieg des HCI, dass die Kosten und Preise in der Binnenwirtschaft im Durchschnitt gegenüber ausländischen Märkten zugenommen haben, was zu einem Rückgang der Kosten- und Preiswettbewerbsfähigkeit des betreffenden Landes führt.

All diese Statistiken finden sich auf den Statistikseiten und/oder im Statistical Data Warehouse auf der Website der EZB.

[1] Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass der internationale Handel mit Dienstleistungen bei diesen Gewichten nicht berücksichtigt wird.

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