Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Klassik im Netz: Potentiale noch längst nicht ausgeschöpft

3rd Austrian Mobile Music Day fand am Campus Krems statt

(lifePR) (Krems, ) Für mehr Phantasie und neue Geschäftsmodelle in der Online-Distribution von klassischer Musik hat der Gesamtprojektleiter New Media des Axel Springer Media House Berlin, Dkfm. Gerrit Pohl, plädiert. Beim 3rd Austrian Mobile Music Day am 16.3. im Audimax der Donau-Universität Krems sagte Pohl, auch, wenn der klassische Musikmarkt kein jugendlich geprägter Markt sei, gebe es durchaus eine klassik-affine jugendliche Klientel, die besser bedient werden müsse. Die Potentiale für Klassik im Netz sind nach seiner Meinung längst nicht ausgeschöpft. Mit der richtigen Strategie sei auch eine deutliche Erhöhung der Digitalerlöse mit klassischer Musik möglich.

Zu Beginn des Symposiums hatte die Leiterin des Zentrums für zeitgenössische Musik, Dr. Eva Maria Stöckler, in einer Spurensuche die Bedeutung klassischer Musik in Populärkultur und Mediengesellschaft aufgezeigt. Stöckler meinte, dass die von der digitalen Revolution hervorgerufenen veränderten Rahmenbedingungen weniger als Popularisierung oder Kommerzialisierung bedauert, sondern vielmehr als chancenreiche Herausforderung gesehen werden sollte.

Dr. Michael Huber, Universität für Musik und darstellende Kunst, legte mit der erstmaligen Präsentation einer jüngst erschienen Studie über das Publikum der klassischen Musik in Österreich die dringend notwendigen soziodemographischen Zahlen vor. So hat die Studie ergeben, dass 48 Prozent der befragten Österreicherinnen und Österreicher Kunstmusik des 20. Jahrhunderts "gänzlich unbekannt" ist. Die Distanz von Liebhabern klassischer Musik gegenüber dem Internet als Musikquelle wurde bestätigt: 63 Prozent der Klassikfans, die gerne Musik hören, verwenden dazu kein Internet. MP3-Player, Computer und Mobiltelefone werden doppelt so oft zum Abspielen anderer Genres als Kunstmusik verwendet.

Klassik im Kino

Dass digitale Geschäftsmodelle und digitale Vermarktung allerdings längst auch die Klassik erreicht haben, zeigte Stephan Steigleder, Universal Music Berlin, am Beispiel der Deutschen Grammophon und der Yellow Lounge auf. Dr. Thomas Königstorfer, kaufmännischer Direktor des Bruckner Orchesters und Landestheaters Linz, stellte eine Opernproduktion - die 2009 in Linz uraufgeführte Kepler-Oper von Philip Glass - als Masterproduktion mit zahlreichen Verwertungs- und Promotionsmöglichkeiten dar, darunter die Übertragung der Aufführung auf die Kino-Leinwand. Dass damit Qualitätsverluste durch die Datenkomprimierung einhergehen, wurde in einer Diskussionsrunde mit Georg Burdicek (Tonmeister), Mag. Katharina Klement (Komponistin) und Victor Gangl, MA (Produzent), geleitet von Univ.-Prof. Dr. Carsten Winter, Hochschule für Musik und Theater Hannover, kontrovers diskutiert.

Klassik, modern präsentiert, professionell vermarktet und digital distribuiert: Helen Porter, Komponistin der Twitter-Opera, Dorset/UK, Francoise Clerc von "iclassix.tv" London, der Musikjournalist und Artistic Director von "Re:Haydn" Stefan Niederwieser, Künstleragent Serverin Wilscher und Kulturmanager Christian Henner-Fehr diskutierten im Schlusspanel unter der Leitung von ORF Radio Ö1 Musikredakteur Albert Hosp erfolgreiche Klassik-Web 2.0 Projekte.

Das Symposium fand mit Unterstützung des Verbands der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI), impulse der Austria Wirtschaftsservice GmbH, Hutchison 3G Austria und FAF statt.

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