Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Millionenfacher Kükenmord: Mit technischer Lösung ist es nicht getan

Deutscher Tierschutzbund stellt Systemfrage

(lifePR) (Bonn, ) Anlässlich der heutigen Übergabe von Zuwendungsbescheiden für ein Forschungsprojekt zur spektroskopischen Geschlechterbestimmung im Ei durch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, fordert der Deutsche Tierschutzbund grundlegendere Lösungen: Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geförderte Forschung sei nur eine kurzfristige Lösung, während langfristig nur eine Abkehr vom System hin zu anderen Konzepten, wie dem Zweinutzungshuhn, sinnvoll sei.

„Ein Bundesminister, der selbst sagt, dass das Kükentöten gegen den Grundsatz des Tierschutzgesetzes verstößt, kann eigentlich nur ein Verbot aussprechen. Es ist trotzdem gut, dass die Forschung für Alternativen zum millionenfachen Kükenmord vorangetrieben wird“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und warnt: „Wer jetzt aber glaubt, mit der technischen Lösung seien die Probleme der Legehennenhaltung beendet, der versucht nur, der Systemfrage auszuweichen. Es braucht mehr als das: andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“

Bei der vom BMEL geförderten Lasermethode wird das Geschlecht des Huhnes im 72 Stunden lang bebrüteten Ei ermittelt. Da der Embryo nach heutiger Kenntnis erst ab dem zehnten Bruttag Schmerzen empfindet, ist die Methode aus Tierschutzsicht ein erster Schritt, da keine geschlüpften Küken mehr getötet werden. Die Systemfrage löst das Verfahren jedoch nicht. Andere Folgen der Hochleistungszucht auf Legeleistung bleiben unberührt: „Wir haben kaputtgezüchtete Zuchtlinien mit Eierlegehöchstleistungen, bei denen die Tiere am Ende ihrer extrem verkürzten Lebenszeit vielfach völlig ausgemergelt sind. Der Kükenmord ist eben nur ein Kennzeichen einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Tierhaltung“, sagt Schröder. Neben der Forschung zur Geschlechtsbestimmung im Ei, brauche es mittelfristig Konzepte, um aus der Intensivhaltung von Legehennen auszusteigen – etwa durch Rückkehr zu Zweinutzungshühnern.

Konzept des Zweinutzungshuhns bietet langfristige Lösung

Vereinzelt gibt es bereits Initiativen auf dem Markt, die Legehennen halten, aber auch die Brüder aufziehen oder konsequent auf sogenannte Zweinutzungshühner setzen, die sich sowohl für die Eierproduktion als auch für die Fleischgewinnung eignen. Diese Hühner sind robuster und gesünder, legen aber weniger Eier und wiegen weniger als die Hochleistungstiere. Ob sich solche Initiativen durchsetzen, hängt auch davon ab, ob die Verbraucher bereit sind, ihren Konsum zu reduzieren und den Preis für eine solche tierschutzfreundliche Lösung zu zahlen.

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