Dienstag, 06. Dezember 2016


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Mehr Honorar für eine zukunftsfeste flächendeckende Versorgung

(lifePR) (Köln, ) Die Diskussion um die Honorare für die niedergelassenen Ärzte offenbart das Versagen des Kollektivvertragssystems. Die Versorgungsprobleme, insbesondere in der hausärztlichen Versorgung, sind nicht durch undifferenzierte Maßnahmen zu lösen. Der Deutsche Hausärzteverband fordert eine am Versorgungsbedarf ausgerichtete Erhöhung der ärztlichen Honorare.

„Die Einkommens-Schere zwischen den Regionen aber auch den Versorgungsebenen und Fachgruppen wird sich mit einer globalen, prozentualen Honorarsteigerung immer weiter öffnen“, so Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. „Ziel der Tarifauseinandersetzung muss eine versorgungsgerechte Anhebung des Honorars von Hausärzten und Fachärzten sein. Die ambulante medizinische Versorgung basiert auf qualitativ hochwertigen hausärztlichen und fachärztlichen Leistungen. Die flächendecke hausärztliche Versorgung bildet hierzu das Fundament. Und gerade sie ist es, die bereits heute am stärksten gefährdet ist“, hält Weigeldt fest. „Bei vielen Hausärzten geht es inzwischen darum, ob sie ihre Praxis demnächst für immer schließen müssen und nicht nur vorübergehend, weil der dringend benötigte Nachwuchs ausbleibt.“

Der Deutsche Hausärzteverband fordert GKV-Spitzenverband und KBV auf, ihre Honorarverhandlungen an der Versorgungsrealität auszurichten. „Der besondere Stellenwert der hausärztlichen Versorgung kann und darf nicht undifferenziert in der pauschalen Honorardiskussion untergehen“, mahnt Weigeldt. Verhandlungsergebnis für die deutschen Hausärzte muss daher sein:

- Hausärzte erhalten eine Honorarerhöhung von mindestens 5%
- Hausärzte erhalten in den Ländern, in denen ihr Einkommen unterhalb des bundesweiten Durchschnittes liegt (z. B. in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein u. a.) eine Honorarerhöhung von mindestens 10% und
- für die bereits heute unterversorgten Regionen wird ein Sicherstellungs-fonds von 1 Mrd. Euro zur Finanzierung von Landärzten eingerichtet.

„Die Forderung der Fachärzte nach einer Honorarsteigerung ist angesichts gestiegener Kosten ebenso gerechtfertigt“, sagt Weigeldt. Hierbei sind die Unterschiede beim Versorgungsauftrag, Versorgungsbedarf und der Einkommenssituation – seit Jahren liegen die Hausärzte hier am Ende der Einkommensskala – zu berücksichtigen.

„Wenn sich die KBV für diese Forderungen einsetzt und dafür zu Kampfmaßnamen aufruft, wird der Deutsche Hausärzteverband diese Protestmaßnahmen unterstützen“, versichert Weigeldt. „Um die versorgungsadäquate Honorarentwicklung und Arbeitsbedingungen der niedergelassen Ärzte allerdings dauerhaft zu sichern, muss die Politik im Interesse der Versichertenversorgung den längst überfälligen Systemwechsel zulassen und den Weg in eine Tarifautonomie der Hausärzte und Fachärzte frei machen. Nur über freie Verträge erreichen wir Versorgungssicherheit für die Versicherten sowie Transparenz und Planungssicherheit für niedergelassene Ärzte.

Diese Bedingungen erfüllen – im Gegensatz zum Kollektivvertragssystem – vertragliche Honorarordnungen in Euro und Cent statt Abstaffelungen, Quotierungen und Orientierungspunktwerte.

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