Sonntag, 04. Dezember 2016


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Alpines Museum zeigt neue Sonderausstellung: Hast Du meine Alpen gesehen? Eine jüdische Beziehungsgeschichte

Drei Partner für das Begleitprogramm / Eröffnung mit mehr als 300 Gästen

(lifePR) (München, ) "Hast Du meine Alpen gesehen? Eine jüdische Beziehungsgeschichte" - unter diesem Titel steht die neue Sonderausstellung im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins in München. Zum ersten Mal in der Geschichte des weltgrößten Bergsportvereins steht die Bedeutung jüdischer Bergsteiger und Künstler, Tourismuspioniere und Intellektueller, Forscher und Sammler und ihre Rolle bei der Entdeckung und Erschließung der Alpen als universelles Kultur- und Naturerbe im Rampenlicht. Die Ausstellung ist bis 27. Februar 2011 im Alpinen Museum zu sehen.

An der Eröffnung am 21. April im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern, dem langjährigen Partner des Deutschen Alpenvereins, nahmen unter anderem Dr.Charlotte Knobloch (Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern), Dr. Wolfgang Heubisch(Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst) und Christine Strobl (2.Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München) teil. Charlotte Knobloch, die seit vielen Jahren gerne in den Bergen unterwegs ist, bedankte sich, dass die Ausstellung nach München geholt wurde. "Sie zeigt jüdisches Leben in den Bergen wie es war und wie es auch sein soll." Sie spanne den Bogen weit und beziehe auch die Zeit mit ein, in der "Juden und Nichtjuden in Symbiose gelebt haben". Wolfgang Heubisch erklärte:"Die Bayerische Staatsregierung und ich persönlich halten es für ganz besonders wichtig, dass diese Ausstellung gezeigt wird." Der Alpenverein leiste einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben in Stadt und Land. Christine Strobl dankte dem DAV dafür, dass er sich vorbildlich mit seiner antisemitischen Geschichte auseinandersetze. Und DAV-Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig stellte fest: "Die Ausstellung zeigt eine - mir und wohl auch den meisten Alpenvereinsmitgliedern - größtenteils kaum bekannte Facette der alpinen Geschichte."

Einblick in die Geschichte - Objekte aus mehr als 40 Sammlungen

Die Ausstellung "Hast Du meine Alpen gesehen? Eine jüdische Beziehungsgeschichte" haben das Jüdische Museum Hohenems und das Jüdische Museum Wien konzipiert. Sie wurde unter der Federführung der beiden Kuratoren Dr. Hanno Loewy und Gerhard Milchram an die spezielle Situation in München und in Deutschland angepasst; schließlich ist die Beziehungsgeschichte hier eine ganz besondere: Der gebürtige Fürther Jude Ignaz Ortenau (1830-1883) war einer der ersten Juden, die 1869 dem Deutschen Alpenverein beitraten. Die frühe Vereinsgeschichte prägten beispielsweise der Kaukasusforscher Gottfried Merzbacher (1843-1926) und der langjährige dritte Vorsitzende Dr. Josef Donabaum. Paul Preuß (1886-1913) war einer der besten Kletterer seiner Zeit, Schriftsteller und Komponisten wie Theodor Adorno und Gustav Mahler setzten sich während ihrer obligatorischen Sommeraufenthalte in den Alpen mit der Umgebung und ihrer Faszination auseinander.

Das Miteinander von Christen und Juden in den Bergen endete Anfang der 1920-Jahre abrupt: Der Alpenverein war einer der ersten großen bürgerlichen Vereine, der einen Großteil seiner jüdischen Mitglieder ausschloss. Doch jüdische Bergsteiger und all jene, die diese Ausrichtung des Alpenvereins nicht tolerierten, gründeten eigenständige Alpenvereine, bauten eigene Bergsteiger-Unterkünfte und führten bis zur Machübernahme der Nationalsozialisten ein unabhängiges Vereinsleben. Doch die Sehnsucht nach den Bergen überdauerte selbst den Zweiten Weltkrieg: Bis heute ist die jüdische Welt eng mit der Alpenwelt verknüpft; so gibt es beispielsweise in den Schweizer Alpen eine eigenständige jüdische Infrastruktur, die Urlaubsgäste aus aller Welt zu schätzen wissen.

In der Sonderausstellung werden Objekte aus mehr als 40 Sammlungen gezeigt. Zu sehen sind unter anderem Fotoalben und Ausrüstung jüdischer Bergsteiger wie Paul Preuß und Joseph Braunstein, ein Wanderstock von Sigmund Freud, aber auch "jüdisch-alpine" Gegenstände wie eine mit Edelweiß und Enzian bestickte Kippa (Kopfbedeckung) sowie Teile aus Sammlungen renommierter jüdischer Volkskundler, beispielsweise Spielzeugkühe aus dem Engadin und eine Miesbacher Bauerntruhe.

Von der Idee zur Ausstellung

"Für die europäischen Juden waren die Berge in der Mitte des Kontinents von jeher Faszinosum, Herausforderung und Rätsel zugleich. Diese Üppigkeit von Schönheit, Schroffheit und Energie mussten einen Sinn haben", erklärt Dr. Hanno Loewy, einer der beiden Kuratoren der Ausstellung. So solle Samson Raphael Hirsch, einer der Begründer der Neoorthodoxie, einmal gesagt haben: "Wenn ich einmal vor Gott stehen werde, wird der Ewige mich fragen, Hast Du meine Alpen gesehen?". Grund genug für das Jüdische Museum Hohenems und das Jüdische Museum Wien, dieses Thema aufzugreifen. "Wir erzählen von Menschen, Orten und Objekten. Wir verbinden ihre Geschichten assoziativ und quer durch die Zeit." "Durch die Vorstellung vieler jüdischer Persönlichkeiten, die sich für die Berge begeistern konnten und sich an der Erforschung und der bergsteigerischen Erschließung beteiligten, enthält die Ausstellung viele neue Aspekte zur Geschichte von Mensch und Berg", erklärt Friederike Kaiser, Geschäftsbereichsleiterin Kultur des DAV. Für das Alpine Museum als Forum des Deutschen Alpenvereins sei es unabdingbar, den massiven Antisemitismus im Alpenverein zu thematisieren. In der Ausstellung werden zu diesem traurigen Thema eine ganze Reihe neuer Fakten präsentiert.

Vorträge, Filmabende, Workshops und Musik

Zusammen mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, dem Jüdischen Museum München und dem Filmmuseum München präsentiert das Alpine Museum des DAV zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Lesungen, Filmabenden und Themenführungen. Die erste Begleitveranstaltung steht am Mittwoch, 28. April, um 19 Uhr im Alpinen Museum auf dem Programm. Prof. Dr.Gerhard Langer, Leiter des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Salzburg, spricht über den Berg in der Bibel und in der jüdischen Tradition. Als Höhepunkt und Abschluss des Begleitprogramms wird am 16. und 17. Februar 2011 jeweils um 20 Uhr der Stummfilm "Im Kampf mit dem Berg" von Arnold Fanck gezeigt, dazu führt das Münchner Orchester Jakobsplatz eine Partitur von Paul Hindemith auf. Für Kinder und Jugendliche werden auf Anfrage zudem spezielle Workshops und Führungen angeboten.

Die Ausstellung "Hast Du meine Alpen gesehen? Eine jüdische Beziehungsgeschichte" ist von 22. April 2010 bis 27. Februar 2011 im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins auf der Praterinsel 5 in München zu sehen. Es ist dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Aktuelle Informationen, insbesondere zum Begleitprogramm, gibt es auf der Internetseite: www.hast-du-meine-alpen-gesehen.de.

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