Dienstag, 06. Dezember 2016


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Die Zahlungsbilanz des Euro-Waehrungsgebiets

(lifePR) (Frankfurt, ) Im Juni 2008 wies die saison- und arbeitstäglich bereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets ein Defizit von 8,2 Mrd EUR auf. In der Kapitalbilanz waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen Nettokapital-zuflüsse in Höhe von 32 Mrd EUR zu verzeichnen.

Leistungsbilanz
Die saison- und arbeitstäglich bereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets wies im Juni 2008 ein Defizit von 8,2 Mrd EUR auf (in nicht bereinigter Betrachtung entspricht dies einem Defizit von 1,0 Mrd EUR). Dahinter verbargen sich Defizite bei den laufenden Übertragungen (6,5 Mrd EUR), im Warenhandel (2,0 Mrd EUR) und bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen (1,2 Mrd EUR), die nur teilweise durch einen Überschuss bei den Dienstleistungen (1,5 Mrd EUR) ausgeglichen wurden.

Die über zwölf Monate kumulierte, arbeitstäglich bereinigte Leistungsbilanz wies im Juni 2008 ein Defizit von 19,6 Mrd EUR (rund 0,2 % des BIP des Eurogebiets) auf, verglichen mit einem Überschuss von 19,0 Mrd EUR im entsprechenden Vorjahrszeitraum. Diese Entwicklung war in erster Linie auf einen Rückgang des Überschusses im Warenhandel (von 50,5 Mrd EUR auf 26,8 Mrd EUR), eine Ausweitung des Defizits bei den laufenden Übertragungen (von 80,0 Mrd EUR auf 94,8 Mrd EUR) und auf einen Umschwung bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen von einem Überschuss in Höhe von 4,1 Mrd EUR auf ein Defizit von 1,4 Mrd EUR zurückzuführen.

Umgekehrt stieg der Überschuss bei den Dienstleistungen von 44,5 Mrd EUR auf 49,8 Mrd EUR an.

Kapitalbilanz
In der Kapitalbilanz waren im Juni 2008 bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo Kapitalzuflüsse in Höhe von 32 Mrd EUR zu verzeichnen, hinter denen sich Nettozuflüsse bei den Wertpapieranlagen (54 Mrd EUR) und Nettoabflüsse bei den Direktinvestitionen (22 Mrd EUR) verbargen.

Die Entwicklung bei den Direktinvestitionen war auf Nettokapitalabflüsse beim Beteiligungskapital und den reinvestierten Gewinnen (16 Mrd EUR) sowie bei den sonstigen Anlagen, vor allem Krediten zwischen verbundenen Unternehmen (6 Mrd EUR), zurückzuführen.

Im Wertpapierverkehr wurden per saldo Mittelzuflüsse bei den Aktien und Investmentzertifikaten (7 Mrd EUR) und den Schuldverschreibungen (48 Mrd EUR) verzeichnet. Die Nettozuflüsse bei den Schuldverschreibungen spiegelten in erster Linie den Nettoerwerb von Schuldtiteln des Euroraums durch Gebietsfremde wider, insbesondere Anleihen (29 Mrd EUR) und Geldmarktpapiere (23 Mrd EUR).

Bei den Finanzderivaten ergaben sich Nettokapitalzuflüsse in Höhe von 5 Mrd EUR.

Im übrigen Kapitalverkehr waren Nettokapitalabflüsse von 22 Mrd EUR zu verzeichnen, die hauptsächlich den Mittelabflüssen bei den MFIs ohne Eurosystem (per saldo 20 Mrd EUR) zuzuschreiben sind.

Die Währungsreserven (ohne Bewertungseffekte) nahmen um 1 Mrd EUR ab. Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven belief sich Ende Juni 2008 auf 354 Mrd EUR.

Im Zwölfmonatszeitraum bis Juni 2008 wurden bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen kumulierte Mittelabflüsse von per saldo 54 Mrd EUR verbucht, verglichen mit Nettokapitalzuflüssen von 200 Mrd EUR ein Jahr zuvor. Dieser Umschwung resultierte in erster Linie aus einem Rückgang der Nettokapitalzuflüsse bei den Wertpapieranlagen (von 372 Mrd EUR auf 149 Mrd EUR), der im Wesentlichen die Folge des geringeren Nettoerwerbs von Wertpapieren des Euroraums durch gebietsfremde Anleger war (418 Mrd EUR nach 943 Mrd EUR).

Datenrevisionen
Neben den Zahlungsbilanzdaten für Juni 2008 enthält diese Pressemitteilung auch Datenrevisionen für Mai 2008. Diese Revisionen führten in nicht bereinigter Betrachtung zu einem etwas niedrigeren Leistungsbilanzdefizit (19,6 Mrd EUR statt 21,4 Mrd EUR).

Zusätzliche Informationen zur Zahlungsbilanz und zum Auslandsvermögensstatus des Euro-Währungsgebiets
Eine vollständige Reihe aktualisierter Statistiken zur Zahlungsbilanz und zum Auslandsvermögensstatus des Euro-Währungsgebiets steht auf der Website der EZB im Abschnitt "Statistics" unter "Data services"/"Latest monetary, financial markets and balance of payments statistics" zur Verfügung. Diese Statistiken sowie historische Zeitreihen zur Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets können auch über das Statistical Data Warehouse (SDW) der EZB heruntergeladen werden. Die Ergebnisse bis Juni 2008 werden zudem in der Septemberausgabe des EZB-Monatsberichts und des "Statistics Pocket Book" veröffentlicht. Detaillierte methodische Erläuterungen sind auf der Website der EZB abrufbar. Die nächste Pressemitteilung zur monatlichen Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets erscheint am 24. September 2008.

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