Samstag, 10. Dezember 2016


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Der „Tag des Wohnens“ – eine Herausforderung an die Städte, eine Entwicklungsaufgabe für den ländlichen Raum

(lifePR) (Köln, ) Führen in Zukunft alle Wege in die Stadt? Kofi Annan, der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen, kündigte sogar "das Jahrtausend der Städte" an. Doch welche Chancen und Risiken birgt dieser Trend? Wie werden wir davon berührt sein? Die Vereinten Nationen setzen mit dem World Habitat Day, jeweils ausgerufen am ersten Montag im Oktober, in diesem Jahr auf "Harmonious Cities". Das erscheint angesichts der Wohn- und Lebensbedingungen in vielen Städten der Welt ein herausforderndes Motto - und ein weit entferntes Ziel.

Etwa Mitte des Jahres 2007 bestand die Weltbevölkerung erstmals mehrheitlich aus Stadtbewohnern Der unaufhaltsame Verstädterungsprozess findet zu über 90% in den Städten Asiens und Afrikas statt. Die Hoffnung auf ein Leben mit besserer Zukunft treibt in den Entwicklungsländern eine um ihre Existenz ringende Landbevölkerung von der ländlichen in die städtische Armut. Die Menschen finden notdürftiges Obdach in Slums und informellen Siedlungen, ohne Infrastruktur und sanitäre Einrichtungen. Entstand das Städtewachstum ursprünglich stark aus der forcierten Landflucht durch ungleiche und sich verschlechternde Lebensbedingungen auf dem Lande, so generiert es sich heute auch aus sich selbst heraus - und das unter den Bedingungen zunehmender Armut.

Nach Informationen der Vereinten Nationen lebt bereits mehr als eine Milliarde Menschen in äußerst prekären Wohnverhältnissen. Jeder sechste Mensch ist ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen in seinem Wohnbereich. Die weitgehend unkontrollierte Besiedlung geht mit wachsender Armut einher und stellt eine der größten Herausforderungen für gesellschaftliche Gerechtigkeit dar. Wohn- und Lebensbedingungen sind scharf diskriminierend, reich und arm stehen im harten Kontrast gegeneinander und die Sorge um die Sicherheit der Gesellschaft als Ganzes erscheint berechtigt.

Gleichzeitig sind die Städte, und das besonders in ihren als entwickelt geltenden Stadtteilen, zu mehr als 75% die Konsumenten fossiler Energie und damit die größten Emittenten der Treibhausgase. Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs und aktiver Klimaschutz müssen also in den Städten ansetzen. Der Landverbrauch muss minimiert, die Infrastruktur und die Besiedlung muss verdichtet werden und das Bauen zum Arbeiten und Wohnen braucht neue intelligente Umformungen und Lösungen bestehender Wohnformen für alle.

Georg Potschka, Generalsekretär der DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V., mahnt ein ganzheitliches Überdenken der Problematik an: "Das Städtewachstum darf nicht weiter auf Kosten der Zerstörung des ländlichen Lebensraums gehen. Die Stadt darf ländliche Ressourcen nicht durch ungleiche Austauschbeziehungen einseitig ausbeuten, sondern muss für gerechten Austausch sorgen. Die urbane Dominanz wirkt weit in den ländlichen Raum hinein. Gleiches gilt für räumliche, wirtschaftliche und soziale Beziehungen in den Städten selbst, auch hier zeigen sich extreme Ungleichverteilungen, die weit entfernt von harmonischen Beziehungen sind. Auch die jüngsten Naturkatastrophen in Indien, Nepal und Haiti stellen die Arbeit der Hilfsorganisationen auf eine harte Probe. Katastrophen treffen die mittellose Landbevölkerung am härtesten und verstärken damit die Landflucht."

Die DESWOS arbeitet mit regionalen Partnern am Aufbau menschenwürdiger Wohn- und Lebensverhältnisse in Entwicklungsländern. Sie schafft mit lokalen Partnern und in gemeinsamer Arbeit mit den verarmten Zielgruppen sicheren Wohnraum, eine einfache Infrastruktur und ermöglichen den Zugang zu Bildung und Einkommen. Die Hilfe zur Selbsthilfe schafft so nicht nur das Dach über dem Kopf, sondern auch eine lebenswerte Alternative des Wohnens und Lebens zu den Elendsvierteln der Großstädte und Megacities.

Durch integrierte Projekte, die sicheres Wohnen mit besserer Infrastruktur und Einkommen schaffenden Maßnahmen verbinden, wird die Lebensgrundlage der Menschen gesichert. Dabei liegt der Schwerpunkt der Entwicklung für die DESWOS auf dem ländlichen Raum. Durch die umfassende Förderung von Bewohnerinitiativen auf der Basis der Selbsthilfe wird die Attraktivität des Lebens im ländlichen Raum verbessert, wobei die Kräfte der eigenständigen Gestaltung - gegenseitige Hilfe und Selbsthilfe - im Mittelpunkt stehen. Harmonische Städte haben eine harmonische Stadt-Land-Beziehung zur Voraussetzung und eine weitsichtige Entwicklungspolitik muss dies bei der Ressourcenverteilung im Auge haben.

DESWOS e.V.

Seit 1969 verwirklicht die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V., Köln, gemeinsam mit Partnern in Entwicklungsländern Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Im Jahr 2007 wurden 26 Hilfsprojekte mit einem Finanzvolumen von etwa 1,4 Mio. Euro gefördert.

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