Samstag, 03. Dezember 2016


Continental und TU Darmstadt unterzeichnen das kooperative Forschungsprogramm PRORETA 4

(lifePR) (Frankfurt am Main / Darmstadt, ) .
- PRORETA 4 konzentriert sich auf intelligent lernende Fahrzeugsysteme, um die Fahrsicherheit und den Fahrkomfort weiter zu erhöhen.
- Die Kooperation von Continental und der TU Darmstadt zielt darauf ab, neue Lösungen zu erforschen und konkret im Fahrzeug darzustellen.
- Die Partner setzen die im Jahr 2002 begonnene Tradition der gemeinsamen Forschung im Rahmen des PRORETA-Programms fort.

Der internationale Automobilzulieferer Continental hat gestern gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt) den Vertrag über das Forschungsprojekt PRORETA 4 unterzeichnet. Im Rahmen eines Festaktes gaben Frank Jourdan, Mitglied des Vorstands der Continental AG sowie Präsident der Division Chassis & Safety, und Professor Dr. Jürgen Rödel, Vizepräsident für Forschung der TU Darmstadt, mit ihren Unterschriften den Startschuss für das Projekt, das auf dreieinhalb Jahre angelegt ist. PRORETA 4 ist das vierte Projekt des 2002 begonnenen PRORETA-Programms.

"Als einer der führenden Automobilzulieferer sehen wir in der Forschung an Grundlagen der künftigen Fahrsicherheit eine unserer Hauptverantwortungen. Um eines Tages die Vision Zero, die Vision vom unfallfreien Fahren, erreichen zu können, müssen wir immer wieder neue Fragen stellen und diese beantworten", sagte Jourdan während der Unterzeichnungsfeierlichkeiten. Professor Dr. Rödel skizzierte die Stärke der erneuten Kooperation so: "Für unsere Studierenden ist diese Industriepartnerschaft wertvoll, weil sie als künftige hochqualifizierte Fachkräfte die Chance erhalten, ihr Wissen mit dem aktuellen Stand der Forschung zu kombinieren und in anspruchsvolle Anwendungsszenarien zu überführen."

Sicherheit durch Lernen

Eine Schlüsselrolle wird diesmal das "maschinelle Lernen" spielen. "Daher auch das Motto Safety by Learning, das die Aktivitäten von PRORETA 4 leitet", so Professor Dr. Hermann Winner, Leiter des Fachgebiets Fahrzeugtechnik. "Im Verlauf der Zusammenarbeit unserer Fachgebiete mit Continental soll PRORETA 4 Neuland auf dem Feld lernfähiger Systeme für mehr Sicherheit im Fahrzeug beschreiten", so Professor Winner, der die PRORETA 4 Forschungsaktivitäten an der TU Darmstadt leitet.

Drei Fachgebiete sind in die komplexe Aufgabenstellung eingebunden: Das Thema maschinelle Wahrnehmung bezüglich des Fahrzeug-Umfelds, des Fahrers und weiterer Insassen wird vom Fachgebiet "Regelungsmethoden und Robotik" unter Leitung von Prof. Jürgen Adamy übernommen. Mit Umfeldsensorik und Innenraumkamera soll dabei der Regelkreis zwischen Fahrer, Fahrzeug und Umfeld geschlossen werden. "Der Weg zum unfallfreien Fahren bedeutet für uns auch die Entwicklung einer dynamischen, ganzheitlichen Mensch-Maschine Schnittstelle. Mit PRORETA 4 können wir nun daran arbeiten, sowohl das Umfeld als

'auch den Fahrer besser zu verstehen und die Grundlagen für die Fahrzeugbedienung der Zukunft zu schaffen", erläutert Dr. Otmar Schreiner, Leiter Forschung & Entwicklung, Interior Electronics Solutions, Continental. Der Schwerpunkt Künstliche Intelligenz wird vom Fachgebiet "Knowledge Engineering Group" unter Leitung von Professor Johannes Fürnkranz verantwortet. Die Funktionsentwicklung, die zugehörige Architekturentwicklung und die Funktionsbewertung erfolgen durch das Fachgebiet "Fahrzeugtechnik" von Professor Winner.

Continental erwartet von der gemeinsamen Forschung Ansatzpunkte für eine weiter gesteigerte Fahrsicherheit. Ralph Lauxmann, Senior Vice President Systems & Technology, Division Chassis & Safety und Mitglied der Geschäftsleitung sagte dazu: "Wir wollen gemeinsam an lernenden Systemen forschen und dabei identifizierte, ausgewählte Einsatzbereiche im Fahrzeug auf ihre konkrete Nutzbarkeit hin überprüfen."

Nomen est Omen: Die Bedeutung des Programmnamens

PRORETA 4 reiht sich damit in eine Staffel von Projekten ein, die dem Grundgedanken folgen, der namensgebend für das Programm ist. Auf antiken römischen Schiffen trug der Oberbootsmann die Bezeichnung Proreta. Er war es, der nach Untiefen Ausschau hielt und damit frühzeitig vor einer Gefährdung für das Schiff warnte.

Analog dazu geht es bei allen PRORETA-Staffeln um Lösungen für eine größere Sicherheit beim Autofahren. Das erste PRORETA- Projekt (2002-2006) befasste sich mit der Notbrems- und Notausweich-Assistenz auf vorausfahrenden oder stehenden Verkehr. In PRORETA 2 (2006-2009) wurde die Überholassistenz zur Vermeidung von Unfällen mit entgegenkommendem Verkehr untersucht. PRORETA 3 (2011-2014) konzentrierte sich auf die Entwicklung eines Integralkonzeptes zur Automation und Unfallvermeidung.

Über die TU Darmstadt

Die TU Darmstadt zählt zu den führenden Technischen Universitäten in Deutschland. Ihre rund 300 Professorinnen und Professoren, 4.230 wissenschaftlichen und administrativ-technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 26.000 Studierenden widmen sich entscheidenden Zukunftsfeldern wie Thermofluiddynamik und Verbrennungstechnologie, moderne Materialien, Teilchenstrahlen und Materie, integrierte Produktionstechnologie sowie Future Internet. Die vielfältigen Disziplinen der Universität konzentrieren sich alle auf Technik - aus der Perspektive der Ingenieur-, Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften - von der Erkenntnis bis zur Anwendung im Alltag.

Die TU Darmstadt ist die erste autonome Universität in Deutschland und verfügte 2014 über einen Landesmitteletat von rund 284 Millionen Euro. Ihre Innovationskraft drückt sich unter anderem im hohen Drittmittel-Budget aus: Mit 156,9 Millionen Euro Drittmittel vor allem von der Industrie, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bund, des Landes und der Europäischen Union gehört sie zur Spitzenklasse der Universitäten in Deutschland.

In den renommierten Rankings der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Centrums für Hochschulentwicklung sowie in einschlägigen Umfragen bei Personalvorständen bedeutender Unternehmen beweist die TU Darmstadt immer wieder ihre Spitzenstellung in Forschung, Studienqualität und Qualifizierung für beste Chancen und Positionen.

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