Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Studieren in Ostdeutschland!? - Die Qualität stimmt, aber das Image ...

Viele westdeutsche Studieninteressierte glauben, sie würden sich im Osten unwohl fühlen

(lifePR) (Gütersloh, ) Gute Studienbedingungen und eine breit angelegte Imagekampagne für das Studium in den neuen Ländern locken. Doch 60 Prozent der deutschen Studieninteressierten haben wenig Neigung ein Studium in den neuen Ländern aufzunehmen. Wie diese Abneigung zu Stande kommt und wie hoch die Bereitschaft bei potentiellen Bachelor- und Master-Studierenden tatsächlich ist, untersucht eine aktuelle CHE-Studie. Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht die Hochschulen allein sind, welche sich um Studienanfänger/-innen bemühen müssen. Entscheidend sind zudem das Image der Region und die emotionale Bindung an diese. Rund 1.500 deutsche Studieninteressierte, potentielle Bachelor- sowie auch Master-Studierende, wurden mittels einer Online-Umfrage im Mai/Juni 2009 zu ihrer Einstellung zu einem Studium in den neuen Ländern befragt, wobei rationale und emotionale Kriterien ebenso Berücksichtigung fanden, wie hochschulexterne Faktoren. Die Ergebnisse mögen überraschen: Nicht die Leistungen der Hochschulen sind das Problem. Vielmehr werden die ostdeutschen Hochschulen an sich vom Großteil der Befragten positiv bewertet. Dies trifft auch für Studieninteressierte aus dem Westen zu, wenngleich die Studieninteressierten aus dem Osten ihre Heimathochschulen noch besser einschätzen. Deutlich negativ fallen bei den Westdeutschen die Urteile über die Studienorte, also die Standorte der Hochschulen, an sich aus. Ein positiver emotionaler Bezug zur Region ist bei ihnen kaum vorhanden. Rund 46 Prozent (im Osten nur 7 Prozent) gaben an, sie würden sich bei einem Studium im Osten eher unwohl fühlen.

Dies hat oft auch mit negativen Vorstellungen über den Osten zu tun. So erwarten, trotz Einschätzung der Region als innovativ und sehenswert, 42 Prozent der Westdeutschen eine hohe Ausländerfeindlichkeit und 58 Prozent aller Befragten schlechte Arbeitschancen im Osten. Darüber hinaus vermutet - entgegen allen Fakten - rund die Hälfte aller Studieninteressierten Studiengebühren in der Region.

Festzustellen ist: Je weiter die ostdeutschen Hochschulen vom Heimatort der Westdeutschen entfernt sind und je stärker sich diese auch als "Wessis" fühlen umso geringer ist die Bereitschaft für ein Studium in Ostdeutschland. Haben die westdeutschen Studieninteressierten aber bereits gute Erfahrungen mit den Menschen und der Region der neuen Länder gemacht, ist auch der emotionale Bezug zum dortigen Studium und die Studienbereitschaft höher.

Die Hochschulen in Ostdeutschland haben viel zu bieten, sie schneiden bei Ausstattungsvergleichen oder Betreuungsmerkmalen vielfach gut ab, trotzdem gehen ihnen peu à peu die Studienanfänger/-innen aus. Das ist zum einen durch die demographische Entwicklung und dem damit verbundenen Rückgang der Zahl der landeseigenen Hochschulzugangsberechtigten begründet. Gleichzeitig sind deutliche Wanderungsverluste zu verzeichnen. Mehr Abiturienten aus dem Osten gehen an westdeutsche Hochschulen als Westdeutsche an ostdeutsche Hochschulen strömen. An dieser Gesamttendenz ändern auch die vereinzelten Erfolgsmeldungen von ostdeutschen Hochschulen in jüngerer Zeit wenig. Die aktuelle CHE-Studie zur Studienbereitschaft in den neuen Ländern gibt erstmals Hinweise auf die Hintergründe dieser Zurückhaltung betreffend ein Studium in Ostdeutschland.

Insgesamt lassen sich wenigstens vier Gruppen von Studieninteressierten mit Blick auf Ihre Einstellung zu einem Studium in den neuen Ländern klar unterscheiden, wovon letztendlich nur zwei Gruppen ein hohes Marketingpotenzial für die ostdeutschen Hochschulen aufweisen. Diese beiden Gruppen machen gut 40 Prozent aller Studieninteressierten aus. Damit gilt es für die Hochschulen, zunehmend zielgruppenspezifische, möglichst direkte und persönliche Kommunikation zu betreiben, gerade weil in dieser speziellen Situation der Studienentscheidung nicht nur rationale Kriterien von Bedeutung sind. Dabei sind die Hochschulen bei ihren Aktivitäten zur langfristigen Überwindung der Herausforderungen auch auf die Mithilfe von Bund und Ländern angewiesen. Es erfordert eine Forcierung der Integrationsarbeit Ost-West, um Vorurteile zu entkräften und einen emotionalen Bezug zur Region auch bei denen herstellen zu können, die diese nur von Ferne kennen. Nur dann und so haben die Hochschulen eine Chance, mit eigenen Marketingaktivitäten den gewünschten Erfolg zu erzielen.

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