Sonntag, 04. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 344805

Pfand - nicht nur für Handys

Gemeinsame Presserklärung von ‚ReUse-Computer e.V.‘ und ‚LAUB e.V.‘ zu

(lifePR) (Bremen, ) ReUse-Computer e.V. und LAUB e.V. unterstützen die Forderung nach Pfand auf Mobiltelefonen und anderen tragbaren Kommunikationsgeräten, wie z.B. Smartphones, Tablets & Netbooks oder mp3-Playern.

Die einzige Möglichkeit, wirkungsvoll und zielgerichtet diese Geräte einzusammeln, ist einen finanziellen Anreiz zu schaffen ! Ein Pfand für Mobiltelefone ist vergleichbar mit Flaschen- oder Dosenpfand. Deshalb ist ein spürbares Pfand auf Mobiltelefone - besser noch auf tragbare Kommunikationsgeräte - die richtige Antwort, um die Geräte nach Gebrauch zurück zu erhalten und Ressourcen / Rohstoffe zu gewinnen.

Der Verband BITKOM lehnt dieses jedoch ab und meint, es sei der falsche Weg, würde bestehende Rücknahmesysteme zerstören und der bürokratische Aufwand läge in keinem Verhältnis zum angestrebten Nutzen.[1] Sicherlich bestehen lokale Rücknahmesysteme und vereinzelt werden Einsammelaktionen durchgeführt. Aber diese sind nicht effektiv, sodass eine stetige Menge zusammengetragen und technisch regelmäßig verarbeitet werden kann. Daher liegen in Deutschland immer noch geschätzte 80 Millionen (!) Mobiltelefone in den Schubladen.

Mit der Rückgabe nicht mehr verwendeter Geräte können erstens andere Nutzer die Geräte wiederverwenden. Nach dem Lebensende der Geräte müssen zweitens die darin enthaltenen Materialien (Rohstoffe) in großem Stil zurück gewonnen werden. Die Sammelquoten sind so zu erhöhen, dass sich eine technische Rückgewinnung winziger Mengen von seltenen Erden und Metallen, kleiner Mengen von Basis-, Edel- oder Sondermetallen lohnt.

Bei 80 Millionen Mobiltelefonen sind dann die Mengen von ca. 15 t seltenen Erden und Metallen, 700 t Kupfer, 20 t Silber, 2 t Gold, 1 t Palladium und 300 t Kobalt vom Akku enthalten. Auf der Welt gibt es z.Z. ca. 1,6 Milliarden Mobiltelefone ! Ähnlich addieren sich die Zahlen bei den anderen Kommunikationsgeräten.

Bei einem effizienten Wirtschaftsmodell wird das Pfand von den Telefonläden bzw. Kommunikationsgeräteverkäufern zusammen mit dem Kaufpreis eingenommen und der Pfandbetrag z.B. in Höhe von mindestens 10 Euro bzw. 10 Prozent des Kaufpreises einer Stiftung 'Kommunikationsgerätepfandverwaltung' übertragen. Damit ist der Verbraucher sicher, sein Pfandgeld auch nach langjähriger Nutzung des Gerätes wieder zurück zu bekommen. Ähnliche Äußerungen hat der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Prof. Dr. Martin Faulstich im MDR getan, wo bei einem Pfand für Mobiltelefone zwischen 30 und 100 Euro die Rücklaufquoten für Mobiltelefone deutlich erhöht werden könnten. [2]

Die Rücknahme der Geräte kann ebenfalls kostengünstig über bereits bestehende Kanäle der Distribution z.B. über Telefon- und Elektronikläden erfolgen.

Bei den ohne Pfandauflage in Umlauf befindlichen Geräten kann eine Rückgabeprämie von 3 bis 10 Euro als Anreiz dienen. Davon ausgehend, dass nicht alle ungenutzten Geräte defekt sind, können diese für den Zeitwert von 10 bis 50 Euro wieder einem Nutzer verkauft werden, anderenfalls in den Verwertungskreislauf eingehen.

Eine Sammlung z.B. in der 'orangenen Mülltonne' ist strikt abzulehnen, da diese Mülltonnen beraubt werden und mit anderem Abfall vermischt sind. Ein brauchbarer Inhalt zur Verwertung ist dann nicht mehr enthalten bzw. muss zusätzlich getrennt, sortiert und geschreddert werden und hat demzufolge den Totalverlust der Wertschöpfung der Kommunikationsgeräte zur Folge.

Eine alternative Lösung wäre nur längerfristig möglich: 'Leihen' gegen Bezahlung. Damit wird die Produktverantwortung der Hersteller angesprochen, die das Eigentum an den Geräten behalten und 'nur' noch den Nutzen verkaufen. Mit der Rücknahme der Geräte durch den Hersteller nach Nutzungs- bzw. Lebensende stünden die Ressourcen prinzipiell dem erneuten Produktionseinsatz wieder zur Verfügung.

[1] Quelle: http://www.bitkom.org/de/presse/8477_71458.aspx
[2] Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article106600963/Sachverstaendigenrat-fordert-100-Euro-Handy-Pfand.html

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