Samstag, 10. Dezember 2016


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"Berliner Brandbrief der Zukunftsbetriebe" an Agrarminister Schmidt übergeben

(lifePR) (Freising, ) Auf Initiative einiger so genannter Zukunftsbetriebe, die im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. organisiert sind, wurde heute in Berlin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein Brandbrief an Agrarminister Christian Schmidt übergeben.

In diesem Brandbrief bringen gerade die Betriebe, die sich insbesondere auch nach Denkart des Agrarministeriums mit ihren Investitionen in eine moderne, arbeitsteilig organisierte Milchviehhaltung optimal auf die Zukunft vorbereitet haben, deutlich zum Ausdruck, dass sie in dieser Milchmarktkrise dringenden Handlungsbedarf bei Agrarminister Schmidt und seinem Ministerium sehen.

Die Dimension dieser Milchmarktkrise sei schon jetzt immens und ein Ende der Talfahrt noch lange nicht absehbar. Um die Dimension zu verdeutlichen, überreichten die Milchviehhalter mit dem Brandbrief auch eine Liste von unterzeichnenden Betrieben mit ihren jeweiligen krisenbedingten Wertschöpfungsverlusten. Aber nicht nur das Ausmaß, auch die schnelle Wiederholung der Krisen (innerhalb von sechs Jahren die dritte Krise) belasteten die Betriebe, die investieren, schwer und mache eine wirtschaftlich nachhaltige Betriebsführung, die den Ansprüchen an eine umwelt- und tierwohlgerechte Milchviehhaltung genügt, fast unmöglich, so die Vertreter der Initiative in Berlin. "Wir haben unsere Betriebe gut aufgestellt, befinden uns größtenteils in den so genannten Gunstregionen und sind auch durchaus in der Lage, normale Marktschwankungen durch entsprechendes Betriebsmanagement abzufedern. Die aktuelle Situation ist allerdings ganz weit davon entfernt, nur als "Marktschwankung" verniedlicht werden zu können", erklärt Christian Karp, Leiter eines Milchbetriebs mit 800 Kühen und 25 Mitarbeitern in Mecklenburg-Vorpommern, stellvertretend für seine Kollegen. "Forderungen an die Politik sind eigentlich nicht unser Hauptanliegen. Als Unternehmer legen wir viel Wert auf Eigeninitiative und Selbständigkeit. Allerdings treffen auf dem Milchmarkt zwei Problemstellungen zusammen, die nur durch maßvolle politische Rahmenbedingungen lösbar sind: Die Marktposition der Milchviehhalter ist innerhalb der Wertschöpfungskette so schwach, dass das Marktrisiko einseitig auf die Milchviehhalter abgewälzt werden kann. Noch immer können wir unsere Milch nicht verkaufen, sondern nur abliefern. Dazu kommt, dass man es bisher mutwillig versäumt hat, ein effizientes Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt zu installieren. Selbst in den marktliberalen USA hat man politischen Handlungsbedarf für diese extremen Marktkrisen erkannt und entsprechend gehandelt. Bei uns in Deutschland und Europa hingegen Fehlanzeige", kritisiert Karp.

Die so genannten Zukunftsbetriebe erwarten daher, dass beide Handlungsfelder vom Agrarministerium mit Vehemenz und Dringlichkeit gleichermaßen bearbeitet werden. Um den Milchviehhaltern in dieser Krise eine Perspektive zu geben, muss zunächst alles getan werden, um mit Sofortmaßnahmen und finanziellen Mitteln die akute Situation der Milchviehhalter zu verbessern. Parallel dazu muss mit der gleichen Dringlichkeit nicht nur die Marktstellung der Milchviehhalter verbessert werden, sondern insbesondere das BDM-Marktkrisenmanagement-Konzept aktiv angeschoben werden, damit nicht in schneller Folge die nächste Krise ohne Gegensteuerungsmöglichkeit kommt.

Für den Hintergrund:

Der BDM hat mit seinem Marktkrisenmanagement-Konzept ein modular einsetzbares Gesamtpaket an Krisenmaßnahmen vorgelegt, das die bestehenden Kriseninstrumente Intervention und Private Lagerhaltung integriert, aber um neue Schritte erweitert. Wenn es wie in der aktuellen Krise nicht mehr ausreicht, nicht nachgefragte Mengen einzulagern, sollen die Milchmengen nach einer Frühwarnung zeitlich befristet gedeckelt werden können, um weiteren Preisdruck und Wertschöpfungsverluste für die Milchviehhalter zu vermeiden.

Das BDM-Konzept zum Marktkrisenmanagement, das ausdrücklich nur zeitlich befristet für die Krise greift, setzt auf so viel unternehmerische Freiheit für die Milchviehhalter wie möglich. Eine in der Krise zeitweise notwendige Deckelung der Milchmengen dient allen, da sich die Preise so schneller erholen können und massive Wertschöpfungsverluste vermieden werden können

Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V.

Im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM) haben sich aktive Milcherzeuger zusammengeschlossen, die ein existenzielles Interesse an der Weiterführung ihrer Betriebe haben. Der BDM ist unabhängig, parteilos und vertritt ausschließlich die Interessen der Milchviehhalter.

Mehr Infos unter www.bdm-verband.org.

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