Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Bei Versteigerung von CO2-Zertifikaten droht Zementindustrie das Aus

McKinsey-Studie analysiert Konsequenzen der EU-Kommissions-Pläne

(lifePR) (Berlin, ) Eine von der Europäischen Kommission beabsichtigte Komplettversteigerung von CO2-Emissionszertifikaten bis zum Jahr 2020 würde dazu führen, dass mindestens die Hälfte der Zementklinkerproduktion in Deutschland durch Importe aus Nicht-EU-ETS-Ländern ersetzt würde. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das renommierte Beratungsunternehmen McKinsey im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie (BDZ) und des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ) erstellt hat. Die Untersuchung analysiert die Auswirkungen des Vorschlags der EU-Kommission zum Emissionshandel nach 2012 auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Zementindustrie. Hierbei wurde speziell das Risiko von "Carbon Leakage" ermittelt. Darunter versteht man die Gefahr einer Verlagerung von Produktion und CO2-Emissionen in Regionen außerhalb der EU. Fazit: "Wenn die Produktionskosten in Deutschland einschließlich des Erwerbs von CO2-Zertifikaten auf Dauer signifikant höher sind als die Kosten an Standorten, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, steht ein Großteil unserer Industrie in Deutschland vor dem Aus", so der VDZ-Vorsitzende Gerhard Hirth. Auf die deutsche Zementindustrie kämen in diesem Fall zusätzliche Kosten von 800 Millionen Euro pro Jahr zu. In der Konsequenz wären die Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte verheerend.

Die Studie weist nach, dass in der Zementindustrie ca. 50 Prozent der Produktionskapazität in Deutschland durch Importe bedroht sind, wenn im Jahre 2020 die Tonne CO2 mit 35 Euro ersteigert werden muss. Das entspricht etwa 12 Mio. Tonnen Zementklinker. Damit würden fast 10 Mio. Tonnen CO2-Emissionen in Regionen außerhalb der EU verlagert. Hinzu kämen knapp 1 Mio. Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen, u.a. aufgrund der notwendigen Transporte aus Ländern mit freien Kapazitäten. Bei niedrigeren Transportkosten einerseits, höheren CO2-Preisen von etwa 50 Euro pro Tonne andererseits, wären sogar fast 90 Prozent der deutschen Zementklinkerproduktion gefährdet. In dieser Gesamtbetrachtung führt eine Versteigerung zu deutlich höherem CO2-Ausstoß, das Ziel einer globalen CO2-Minderung wäre somit ins Gegenteil verkehrt.

Die Ergebnisse der McKinsey-Studie untermauern die Position der deutschen Zementindustrie, die in intensiven Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen auf europäischer und nationaler Ebene steht. Sollte der Kommissionsvorschlag in der jetzigen Form umgesetzt werden, sind Produktionsverlagerungen und damit die Gefahr von "Carbon Leakage" eindeutig vorprogrammiert. Dabei liegt die Alternative zur Versteigerung auf der Hand. Durch eine Zuteilung auf Basis von CO2-Obergrenzen (Benchmarks) würde der Emissionshandel nicht etwa geschwächt, sondern an Zielgenauigkeit und Kosteneffizienz gewinnen. Im Übrigen ist das Klimaziel europaweit durch die Gesamtanzahl der verfügbaren Zertifikate festgelegt, unabhängig davon, ob diese versteigert werden oder nicht. Die Studie ist auf den Websites www.bdzement.de und www.vdz-online.de abrufbar.

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