Sonntag, 04. Dezember 2016


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Gründer der Volksbanken und Sozialreformer Hermann Schulze-Delitzsch vor 200 Jahren geboren

(lifePR) (Berlin, ) Der morgige 29. August ist für Genossenschaftsbanken ein besonderer Tag: Vor genau 200 Jahren, am 29. August 1808, ist einer ihrer Gründerväter, Hermann Schulze-Delitzsch, der Namensschöpfer der Volksbanken, geboren. Die bahnbrechende Existenzgründungsidee, die der Sozialreformer und Politiker im Jahr 1850 mit der Etablierung seiner ersten Genossenschaftsbank verwirklichte, hat sich weltweit durchgesetzt. "Die Werte soziale Verantwortung, dezentrales Unternehmertum, die Förderung des Mittelstands und die demokratischen Entscheidungsstrukturen, die für Genossenschaftsbanken bis heute essentiell sind, haben wir Hermann Schulze-Delitzsch und natürlich auch dem anderen Gründervater Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu verdanken. Wir leben die Genossenschaftsidee im täglichen Bankgeschäft. Das Modell der Teilhabe in Form der genossenschaftlichen Mitgliedschaft ist der Kern unseres Geschäftsmodells.

Über 16 Millionen Kunden halten Genossenschaftsanteile an Volksbanken und Raiffeisenbanken und pflegen daher eine besonders partnerschaftliche Geschäftsbeziehung", erklärt Uwe Fröhlich, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

BVR-Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann ergänzt: "Das Gedankengut Schulze-Delitzschs spiegelt sich heute in vielen Aspekten des Selbstverständnisses und der daraus abgeleiteten Kundennähe der Volksbanken und Raiffeisenbanken wider, zum Beispiel in der hundertprozentigen Sicherheit der Kundeneinlagen und Inhaberschuldverschreibungen, in nachhaltigem Wirtschaften und in dem Verzicht auf spekulative Geschäfte, was Genossenschaftsbanken gerade in Zeiten turbulenter Finanzmärkte stabil hält. Auch das Versprechen, vertragsgemäß bediente Kredite nicht ohne Zustimmung des Kreditnehmers weiterzuverkaufen, gehört dazu."

Finanzierung des Mittelstands in der Industrialisierung

In den Zeiten der Industrialisierung im 19. Jahrhundert hatten Kleinunternehmer, also vor allem mittelständische Handwerker und Gewerbetreibende, große Schwierigkeiten, ihre Betriebe zu finanzieren.

Hermann Schulze-Delitzsch griff das bereits zuvor in Württemberg praktizierte Modell der örtlich verankerten Kreditgenossenschaft auf, verbesserte es und verhalf ihm überregional zu Popularität. Im Jahr 1850 gründete Schulze-Delitzsch den "Delitzscher Vorschußverein", in dem sich der Mittelstand gegenseitig mit Krediten aushelfen konnte und so zu mehr Wohlstand kam. Schulze-Delitzsch gilt als Erfinder des Begriffs "Volksbank", den er erstmals in seiner Veröffentlichung "Vorschuß- und Kreditvereine als Volksbanken" erwähnte. Statt die Folgen des wirtschaftlichen Umbruchs in der Industrialisierung durch Staatshilfe abzufedern, forderte Schulze-Delitzsch Eigenverantwortung durch die Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Diese Prinzipien werden auch heute noch von den Genossenschaftsbanken gelebt.

Mit rund 700.000 Firmenkunden und der Vergabe von Krediten an Unternehmen und Gewerbetreibende in Höhe von 194 Milliarden Euro Ende 2007 gehört der genossenschaftliche FinanzVerbund auch heute zu den Hauptfinanziers der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Zu den Kunden der Genossenschaftsbanken gehören auch diejenigen, die - wie zur Gründerzeit der Volksbanken auch - Startkapital für die Existenzgründung benötigen. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken begleiteten im Jahr 2007 rund 80.000 der über 400.000 Existenzgründungen in Deutschland.

Auch das Genossenschaftsgesetz, das im Wesentlichen bis heute Bestand hat, trägt die Handschrift des herausragenden Juristen Schulze-Delitzsch. Als liberaler Politiker war er Demokrat der ersten Stunde. Angetrieben durch das Hambacher Fest engagierte er sich in der deutschen Freiheitsbewegung und wirkte 1848 in der Preußischen Nationalversammlung. Vor 125 Jahren, am 29. April 1883, starb Schulze-Delitzsch in Potsdam.

Exportschlager Genossenschaftsbank

Das Lebenswerk von Schulze-Delitzsch hat die Zeiten überdauert und ist aktuell wie nie. Mit bundesweit über 16 Millionen Mitgliedern bei rund 1.200 Volksbanken und Raiffeisenbanken gibt es in Deutschland fast viermal mehr Genossenschaftsmitglieder als Aktionäre. Mittlerweile gibt es in fast allen Ländern der Welt Genossenschaftsbanken. Internationale Genossenschaftsbanken, wie "Peoples Bank", "Banco Popular", "Banca Popolare" oder "Banque Populaire" greifen den von Schulze-Delitzsch ins Leben gerufenen erfolgreichen Markennamen auf.

Die Würdigung Schulze-Delitzschs zieht sich durch das gesamte Jahr 2008.

Den Auftakt machte das Deutsche Historische Museum (DHM), das sein Schaffen in die Ausstellung "Gründerzeit", die noch bis zum 31. August 2008 in Berlin zu sehen ist, einbezog. Am 25. September diesen Jahres wird der BVR einen Festakt zu Ehren Schulze-Delitzschs in Berlin im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler veranstalten. Das Bundesfinanzministerium veröffentlichte die Sonderbriefmarke "200. Geburtstag Hermann Schulze-Delitzsch". Viele Volksbanken begehen den 200. Geburtstag ihres Gründers mit eigenen Veranstaltungen vor Ort.

Das Leben und Schaffen von Hermann Schulze-Delitzsch
(eigentlich: Franz Hermann Schulze)

- Geboren: 29. August 1808 in Delitzsch (Sachsen)
- 1827 - 1830 Studium der Rechtswissenschaften in Halle und Leipzig
- 1830 - 1851 Höherer Verwaltungsbeamter, Patrimonialrichter, Justizrat in Delitzsch
- 1843 erste gewerbliche Genossenschaftsbank Deutschlands: "Oehringer Privatspar- und Leih-Kasse", von Bürgern der Württembergischen Stadt Öhringen ins Leben gerufen, heute Volksbank Hohenlohe
- 1848 Wahl in die Frankfurter Nationalversammlung
- 1848 Mitglied der Preußischen Nationalversammlung: Namenszusatz Schulze-Delitzsch
- 1849 Schulze-Delitzsch gründet die Schumacher-Assoziation in Delitzsch
- 1850 Schulze-Delitzsch gründet den Delitzscher Vorschußverein, heute:Volksbank Delitzsch eG
- 1855 erste Auflage des Buchs "Vorschußvereine als Volksbanken".Popularisierung der Kreditgenossenschaften. Erste Nennung des Begriffs "Volksbanken".
- 1859 Erster "Vereinstag Deutscher Vorschuß- und Kreditvereine". 32 Genossenschaftsbanken gründen das "Centralkorrespondenzbureau", den ersten Bankenverband. Schulze-Delitzsch leitet den Verband.
- 1859 Mitbegründer des deutschen Nationalvereins
- 1861 Mitbegründer der Deutschen Fortschrittspartei, deren linken Flügel er in Berlin gemeinsam mit Franz Duncker und Rudolf Virchow anführte.
- 1861 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses
- 1861 Das "Correspondenzbüro" nimmt auch andere Genossenschaften auf und nennt sich seit 1864 Allgemeiner Verband der auf Selbsthilfe beruhenden Deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, seit 1920: Deutscher Genossenschaftsverband - DGV; die Kreditgenossenschaften organisieren sich seit 1972 im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
- 1862 erste von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegründete Kreditgenossenschaft: Darlehnskassenverein Anhausen
- 1863 erste Initiative zur vollen Rechtsfähigkeit der Genossenschaft als juristische Person
- 27. März 1867 Preußisches Genossenschaftsgesetz
- 1871 bis 1883 Mitglied des Reichstags
- Grundlegende Vorarbeiten zum "Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften" vom 1. Mai 1889
- 1873 Dr. h. c. Universität Heidelberg
- Gestorben: 29. April 1883 in Potsdam

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