Sonntag, 11. Dezember 2016


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Empfehlungen zum Umgang mit "Konfliktrohstoffen" für kleine und mittlere Unternehmen

Neue BGR-Studie veröffentlicht

(lifePR) (Hannover, ) Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nehmen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten im Umgang mit so genannten Konfliktrohstoffen (Zinn, Tantal, Wolfram, Gold) ein. Die Firmen, die weltweit das Gros der Arbeitsplätze stellen, stehen bei der praktischen Umsetzung internationaler Leitlinien und Gesetze aber häufig vor großen Herausforderungen. Deshalb benötigen sie bei der Etablierung verantwortungsvoller Lieferketten für mineralische Rohstoffe weitreichende Unterstützung und Förderung, um die bestehenden Management- und Berichtspflichten umzusetzen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unter dem Titel "Assessing and Enhancing the Contribution of Small and Medium-scale Enterprises to Due Diligence for Responsible Mineral Supply Chains".

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf einer Umfrage unter KMUs aus den Bereichen Automobil, Elektronik, Medizintechnik und Schmuckverarbeitung sowie auf Interviews mit Unternehmen und Industrieverbänden dieser Branchen aus den USA, China und Europa. Danach bestehen bei einer Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen der verarbeitenden Industrie in der nachgelagerten Lieferkette Unklarheiten bezüglich der gesetzlichen Anforderungen. Ein weiteres großes Problem ist die fehlende Transparenz in der vorgelagerten Lieferkette, weshalb Informationen wie zum Beispiel die Herkunft der Metalle oder die Identität der Hüttenwerke in der eigenen Lieferkette nur unter großem Aufwand recherchiert werden können. Bei knappen personellen und finanziellen Ressourcen kann das für kleine und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung darstellen.

Die Untersuchung zeigt auch, dass große Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Förderung von KMUs spielen können. So sind KMUs, die frühzeitig von ihren Abnehmern in die Thematik einbezogen werden und Unterstützung in Form von Trainingsmaßnahmen und Beratung erhalten, in der Lage, ihren Sorgfaltspflichten angemessen nachzukommen. Daher lautet eine wichtige Empfehlung der Studie, den Herausforderungen von KMUs in Zukunft bei der Einführung und Umsetzung von freiwilligen und verbindlichen Sorgfaltspflichten Rechnung zu tragen. Um ihrer Rolle in den Lieferketten gerecht zu werden, müssen die Anforderungen verhältnismäßig sein und KMUs zudem weitreichende Unterstützung und Förderung erhalten. Hierfür sollten konkrete Handlungsempfehlungen für KMUs entwickelt und diese in verständlichen Informationsmaterialien und Trainingsprogrammen vermittelt werden. Neben diesen Forderungen werden in der Studie sowohl für KMUs als auch für große Unternehmen praktische Hinweise zur Umsetzung von bestehenden Sorgfaltspflichten gegeben.

Mehr als 95 Prozent der Unternehmen in der nachgelagerten Lieferkette sind KMUs. Das US-amerikanische Dodd-Frank-Gesetz sowie die OECD-Leitlinie für unternehmerische Sorgfaltsprüfung von Rohstoffen aus Konflikt- und Hochrisikogebieten verpflichtet die Unternehmen einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen sog. "Konfliktrohstoffen" nachzuweisen. Ausgelöst wurden diese Regelungen durch den Bürgerkrieg im Ostkongo. Dort finanzieren Rebellengruppen seit Jahren ihren bewaffneten Kampf durch den illegalen Abbau von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold.

Derzeit wird auf europäischer Ebene eine Verordnung zum verantwortungsvollen Import von Konfliktrohstoffen diskutiert. Dabei wurden Unterstützungsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen angekündigt. Die jetzt vorgestellte Studie liefert hierfür eine wichtige Grundlage.

Link zur Studie: http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Zusammenarbeit/TechnZusammenarbeit/Politikberatung_SV_MER/Publikationen/studien_berichte.html

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