Sonntag, 11. Dezember 2016


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Umweltverbände fordern mehr Einsatz für bedrohte Bäche, Flüsse und Trinkwasserquellen

(lifePR) (Berlin, ) Anlässlich des europaweiten Flussbadetages "Big Jump" am 12. Juli schlagen die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände BUND, LNU und NABU Alarm: Die meisten Flüsse und Grundwasservorkommen in NRW befänden sich in einem kritischen Zustand. Nahezu flächendeckend würden die EU-weit verbindlichen Anforderungen an einen "guten Zustand" der Gewässer verfehlt.

"Unsere blauen Lebensadern sind gefährdet", sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND. "Statt der Mehrheit der Flüsse wieder mehr Raum zu geben, wird in den meisten Flussauen immer noch versiegelt und entwässert. Es ist inakzeptabel, dass Verursacherressorts wie das Bau- und Verkehrsministerium des Landes sich nicht zuständig fühlen, wenn es darum geht, die Mindestanforderungen des Gewässerschutzes fristgerecht einzuhalten." Mindestens 90 Prozent unserer Fließgewässerstrecken seien weiterhin so verunreinigt oder verbaut, dass sie die EU-weiten Standards nicht erfüllen. Für die meisten bedrohten Arten wie Lachs und Flussperlmuschel bieten sie kaum noch Lebensraum. 20.000 Barrieren verhinderten, dass Fische und andere Wasserbewohner ungehindert die Flusstrecken durchwandern können.

"Die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Ausbau der Tierfabriken haben ein Ausmaß angenommen, das der Gesellschaft hohe Kosten aufbürdet. Die Havarie eines Gülletanks kann die Trinkwasser-Versorgung ganzer Orte vor Probleme stellen. Bis heute werden die Kosten für die Umwelt und Allgemeinheit nicht ermittelt und den Verursachern in Rechnung gestellt", kritisierte Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU NRW. "Wer für den Schaden verantwortlich sei, sollte auch die Rechnung übernehmen. Zudem sollten sich öffentliche Förderungen in Zukunft allein auf Nutzungen beschränken, die für Natur und Gewässer verträglich seien." Nach einer internationalen Studie sind mit der Aufbereitung von Nitratverunreinigtem Wasser 5 bis 10mal höhere Kosten verbunden, als wenn direkt gewässerverträgliche Landnutzungen gefördert würden.

"Mit dem Rückgang intakter Gewässer verlieren wir auch die Chance, uns an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Flüsse und Auen leisten zum Beispiel einen wichtigen Beitrag, um die zunehmenden Flutwellen zu entschleunigen und Dürren abzumildern. Sie sorgen auch lokal für mehr Lebensqualität", konstatierte Mark vom Hofe, Landesvorsitzender der LNU. "Viele Bäche wurden durch Verbauung und Kanalisierung zu Risikozonen. Sie müssen wieder zu Lern- und Erlebnisorten werden." Maßnahmen die den natürlichen Rückhalt in der Fläche fördern, sind nach den Planungen des Landes nur an 5 Prozent der Gewässerabschnitte vorgesehen.

Die Naturschutzverbände haben für die weiteren lokalen bis landesweiten Gewässerschutzplanungen eine umfassende Stellungnahme vorgelegt, damit die EU-weiten Vorgaben für Flüsse und Grundwasservorkommen erreicht werden. Gemäß der EG-Wasserrahmenrichtlinie ist auch das Land verpflichtet, an allen Gewässern, die Ziele verfehlen, zusätzliche Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

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