Samstag, 10. Dezember 2016


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Kostbare Lebensmittel: "Wertschätzung ist die Voraussetzung für Wertschöpfung"

Die Freien Brauer sprechen sich gegen die Verbrennung von Lebensmitteln zur Energiegewinnung aus

(lifePR) (Dortmund, ) Die Freien Brauer betrachten die Verbrennung von Lebensmitteln und deren Rohstoffen zur Energiegewinnung als ethisch bedenklich. Als Folgen prognostizieren sie einen zunehmenden Konkurrenzkampf unter den Landwirten, der regionale Partnerschaften erschwert, die Zunahme der weltweiten Verknappung von Grundnahrungsmitteln und deren unverhältnismäßigen Preisanstieg. Sie fordern die maßgeblichen Akteure und die Führungskräfte von morgen zu sozialer und ökologischer Verantwortung auf. Der Appell ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern der Freien Brauer, 40 führender, unabhängiger Familienbrauereien, die sich für sieben unternehmerische Werte wie Persönliche Verantwortung und Gelebte Heimatverbundenheit stark machen.

Laut Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sollen 30 Prozent der Energieversorgung bis 2030 durch erneuerbare Energien, u.a. durch Bioenergie, generiert werden 1.Die Freien Brauer erhoben aus diesem Anlass ein Stimmungsbild unter den 40 Mitgliedern des Werteverbunds familiengeführter Traditionsbrauereien. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Freien Brauer erkennen das enorme Potential, das in der energetischen Nutzung von Biomasse steckt. Von den Akteuren der Politik fordern sie jedoch, nicht nur ökonomisch sinnvoll zu handeln, sondern auch unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig zu agieren.

"Biogas aus biologischen Abfällen aus Industrie und Landwirtschaft zu gewinnen, ist sehr sinnvoll", räumt Markus Berberich, Geschäftsführer der Störtebeker Braumanufaktur ein, "Lebensmittel und damit die Lebensmittelpreise zugunsten der Energie bei wachsender Weltbevölkerung zu verknappen, ist aus ethischen Gründen jedoch abzulehnen." Sollten vermehrt Rohstoffe zur Energiegewinnung herangezogen werden, so rechnen alle Befragten mit einem spürbaren Anstieg der Lebensmittelpreise.

Energiepflanzen stehen in direkter Flächenkonkurrenz mit dem Nahrungsmittelanbau. Landwirte sind zunehmend vor die Wahl gestellt, Getreide zur Nahrungsmittelproduktion anzubauen oder in den subventionierten Anbau von Energiepflanzen zur Biogasherstellung zu wechseln. Dass es unter diesen Voraussetzungen schwierig sein wird, regionale Landwirte als starke Partner zu gewinnen und zu halten, davon sind Die Freien Brauer überzeugt. Auch Wolfgang Koehler, Brauereichef der Darmstädter Privatbrauerei, zeigt sich entrüstet: "Es ist schon eine ethische Frage, ob wir den Bedarf in der Dritten Welt durch den hiesigen Anbau von Nahrungsmitteln zur Energiegewinnung gefährden dürfen. Darüber hinaus ist der erhebliche Preisdruck für unser Gewerbe durch den subventionierten und dadurch sehr viel rentableren Energiepflanzenanbau nicht hinnehmbar."

Fördert die Politik das Verbrennen von Rohstoffen durch hohe Subventionen, erwarten Die Freien Brauer, dass sich dies auf die Wertschätzung für Lebensmittel auswirken wird. "Wir werfen heute zu viele Nahrungsmittel weg, wo in anderen Ländern Menschen verhungern. Solange sich die Profitgier von Politikern und Industrie nicht auf andere Werte besinnen lässt, werden wir noch vor größeren Problemen und Herausforderungen stehen", mahnt Dr. Klaus Möller, Geschäftsführer der Brauerei Hirt. "Auch wenn in Österreich der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen, die zur Biogasgewinnung verwendet wird, noch gering ist, ist dies das falsche Signal für die Zukunft", prognostiziert Mag. Karl Schwarz, Privatbrauerei Zwettl. Michael Weiß, Geschäftsführer der Meckatzer Löwenbräu, hofft darauf, dass unsere Gesellschaft den Wert von Lebensmitteln wieder mehr zu schätzen weiß: "Wertschätzung ist die Voraussetzung für Wertschöpfung. Der aktuelle Trend zur Sensibilisierung der Verbraucher - etwa durch die Ausbildung von Biersommeliers -, der auch seitens der Wertschöpfungskette gestützt wird, stimmt mich sehr positiv. Nach der Globalisierung kommt es zur Re-Regionalisierung. Verbraucher, Händler und Gastronomen schätzen zunehmend das Handwerkliche, Authentische und sind bereit, dafür auch mehr auszugeben."

Hinsichtlich der Frage, wie die jüngeren Generationen mit der Thematik umgehen werden und welchen Rat Die Freien Brauer Jungunternehmern mit auf den Weg geben wollen, appelliert Markus Berberich an die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen: "Langfristige unternehmerische Werte sollten über kurzfristigen Zielen der Gewinnmaximierung stehen. Über die Transparenz der neuen Medien werden in Zukunft nur Unternehmen mit authentisch gelebten Werten erfolgreich sein. Gelebte gesellschaftliche Verantwortung wird damit zum Erfolgsfaktor." Dr. Axel Haas, Geschäftsführer Erzquell Brauerei Bielstein, verdeutlicht: "Die jüngere Generation sollte sich nicht von populistischen Propheten verführen lassen, die wegen der durch Menschen verursachten CO2-Emissionen den Weltuntergang an die Wand malen. Wenn die Menschheit vorher verhungert, wird sie nicht mehr erleben, was das alles für ein Unsinn ist."

Zahlen zum Energieverbrauch in Deutschland

Der aus erneuerbaren Energien gedeckte Energieverbrauch liegt in Deutschland bei 12,2 Prozent. 8,2 Prozent des Energiebedarfs wird durch Biomasse realisiert 2.Zwar bietet die energetische Nutzung von Biomasse den Vorteil, dass sie klimaneutral verbrannt wird, weil das freigesetzte CO2 von nachwachsenden Pflanzen wieder gebunden wird. Mit ihr sind aber auch viele negative Auswirkungen für Mensch und Umwelt verbunden, die beim Thema Bioenergie häufig nicht berücksichtigt werden. Neben der Verwendung von landwirtschaftlichen Abfällen und Pflanzenresten, werden gezielt Energiepflanzen (Getreide, Rüben, Mais, u.a.) zur Verbrennung eingesetzt, die großflächig angebaut werden müssen. In Deutschland werden bereits knapp 2 Mio. Hektar, damit fast 17 Prozent der gesamten Ackerfläche, für den Anbau von Energiepflanzen genutzt 3.

Die Freien Brauer GmbH & Co. KG

Die Vielfalt der Bierkultur hat Tradition in Europa. Sie zu erhalten, ist das Ziel der Freien Brauer, einem Zusammenschluss von 40 führenden, unabhängigen Familienbrauereien in Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden. Die Traditionshäuser mit ihren zahlreichen Bierspezialitäten sind wichtige Garanten für die Biervielfalt in ihren Ländern. Mit ihrem Engagement in Kultur und Sport tragen sie dazu bei, dass ihre Heimatregion für Einheimische und Besucher attraktiv bleibt. Darüber hinaus sind sie beispielsweise als Arbeitgeber und Ausbildungsstätte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor an ihrem Standort. Die Mitglieder der Freien Brauer arbeiten bereits seit 1969 in der vormals Deutschen Brau-Kooperation zusammen. Die Freien Brauer verstehen sich als der führende Verbund unabhängiger Privatbrauereien. Ihre Mitglieder repräsentieren rund sechs Millionen Hektoliter Bier und bilden knapp 200 Lehrlinge in technischen und kaufmännischen Berufen aus. In den letzten drei Jahren investierten diese Brauereien insgesamt etwa 95 Millionen Euro in ihre Betriebe. Die Tätigkeiten der Freien Brauer konzentrieren sich insbesondere auf den gemeinsamen Einkauf, den Erfahrungsaustausch der mittelständischen Privatbrauereien, die gemeinsame Entwicklung oder die gemeinsame Planung von Abfüll- und Logistikkonzepten. Darüber hinaus bieten Die Freien Brauer verschiedene Dienstleistungen im Versicherungsbereich an. Weitere Betätigungsfelder sind gemeinsame Schulungen und Seminare sowie die Realisierung von Vertriebskonzepten.

Weitere Informationen gibt es unter www.die-freien-brauer.com.

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