Freitag, 09. Dezember 2016


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Wie aus Kollegen Kunden werden können

Workshop "My Own Business" für Hightech-Gründungen am Bodensee feierte Premiere

(lifePR) (Konstanz, ) Gerade auf dem Gebiet moderner Technologien sammeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Bodensee immer wieder Erkenntnisse, die das Potential haben, in Produkte oder Dienstleistungen umgemünzt zu werden. Eine Unternehmensgründung ist dabei eine mögliche und aussichtsreiche Konsequenz. Um den Unternehmensgeist im Hightech-Bereich zu wecken, veranstaltete das Netzwerk für moderne Biowissenschaften BioLAGO gemeinsam mit der Graduiertenschule Chemische Biologie der Universität Konstanz erstmals einen Workshop, der sich speziell Existenz- und Ausgründungen widmete. Rund 40 Interessierte aus Deutschland und der Schweiz erhielten im Technologiezentrum Konstanz von erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie überregionalen Gründungsexperten wertvolle Tipps aus erster Hand.

GATC Biotech, MCAT und Trenzyme - drei Firmen am Bodensee, die nicht nur für die Entwicklung von hochmodernen Technologien zur Verbesserung unserer Gesundheit stehen und erfolgreiches Wachstum aufweisen. Alle drei sind zudem Ausgründungen der Universität Konstanz. Damit schon bald weitere junge, technologieorientierte Firmen in den Lebenswissenschaften aber auch in anderen High-Tech-Branchen den Standort bereichern, organisierten der Verbund BioLAGO und die Graduiertenschule Chemische Biologie der Universität Konstanz das eintägige Seminar "My Own Business", bei dem unterschiedliche Aspekte auf dem Weg in die Selbstständigkeit vorgestellt und diskutiert wurden. Im Mittelpunkt standen unter anderem Erfahrungsberichte von erfolgreichen Gründungen.

"Gutes Personal ist Ihr wichtigstes Kapital, treffen Sie Ihre Auswahl kritisch und binden Sie Ihre Mitarbeiter ans Unternehmen", gab Reinhold Horlacher, Geschäftsführer der Trenzyme GmbH, den Anwesenden mit auf den Weg. Das Konstanzer Biotechnologie-Unternehmen ging im Jahre 2000 als "Ein-Mann-Ausgründung" des Lehrstuhls für Mikrobiologie der Universität Konstanz hervor und beschäftigt mittlerweile rund 15 Mitarbeitende. Dass es bei der Unternehmensgründung auf persönliche Beziehungen und Netzwerke ankommt, betonte Robert Hermann, Geschäftsführer von cr.appliance aus Radolfzell, der seit 2007 Pharmaunternehmen auf dem Gebiet der klinischen Arzneimittelentwicklung und -zulassung berät und vor dem Gang in die Selbstständigkeit unter anderem als Direktor für Klinische Pharmakologie und Experimentelle Medizin beim früheren Konstanzer Pharmaunternehmen ALTANA tätig war. "Nutzen und pflegen Sie die Kontakte, die vor ihrer Gründung bereits bestehen, denn ihre jetzigen Kollegen können schon morgen ihre Kunden sein", so Hermann.

Patentierung, Finanzierung und Markterschließung - wie funktioniert's?
Andreas Blecha von der Patentanwaltskanzlei 2b Patent zeigte auf, ob und wie Erfindungen aus dem Labor erfolgreich geschützt werden können und welche Stolpersteine dabei zu umgehen sind. Thomas Keiser von der baden-württembergischen Landesgesellschaft für Biotechnologie und Life Sciences BIOPRO klärte über die zahlreichen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten auf regionaler, bundesweiter und europäischer Ebene auf und gab Ratschläge, wie die Suche nach Investitionen und Kooperationen bestritten werden kann.

Interesse auch bei Unternehmensangestellten und Firmenleitern
Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studierenden und Promovierenden aus der Biologie, Chemie, Physik und Informatik nahmen ebenfalls Leitungskräfte und Mitarbeitende von Unternehmen teil, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. Unter ihnen waren Beschäftigte aus dem Pharmaunternehmen Nycomed/Takeda, die nach der kürzlichen Schließung der Forschungsabteilung in Konstanz eine neue Herausforderung suchen. "Aufgrund der derzeit frei werdenden Labor- und Büroflächen auf dem Gelände von Nycomed/Takeda ergeben sich für Existenz- und Ausgründungen neue Möglichkeiten, eine attraktive Heimat in einem High-Tech-Umfeld für das eigene Unternehmen zu finden. Hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Hochschulen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, möchten wir gezielt am Standort halten", so Friedhelm Schaal, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Konstanz.

Fortsetzung gemeinsamer Aktivitäten geplant
Der Existenzgründungs-Workshop war Teil des Kursprogramms der Konstanzer Graduiertenschule Chemische Biologie, die Promovierende ausbildet und hierbei auch den Austausch mit der Industrie fördert. Im Zuge der kürzlich im Rahmen der Exzellenzinitiative erneut erfolgreichen Universität Konstanz sind weitere gemeinsame Aktivitäten des Branchennetzwerks BioLAGO mit der Hochschule geplant, die Gründungen in den Lebenswissenschaften in der Region fördern sollen. "Unsere Kooperation profitiert vom gegenseitigen Austausch", so Andreas Marx, Professor für Organische und Zelluläre Chemie, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Sprecher der Graduiertenschule Chemische Biologie an der Universität Konstanz. "BioLAGO bietet unseren Promovierenden Wissen und Erfahrung, insbesondere was die Schnittstelle von Forschung und Anwendung betrifft und daher sowohl für Existenz- und Ausgründungen wie auch für Patente und den Technologietransfer von großem Wert ist. Umgekehrt stärkt jede erfolgreiche Ausgründung aus dem Gebiet der Life Sciences das Netzwerk BioLAGO", so Marx weiter. "Kleine und mittelständische Unternehmen sind am Bodensee der Motor für Innovationen. Das Nachwachsen junger Firmen in High-Tech-Branchen wie den Lebenswissenschaften, die als eine der Schlüsselindustrien der Zukunft betrachtet wird, möchten wir gezielt unterstützen", bemerkt Andreas Baur, Geschäftsführer von BioLAGO. Sämtliche Präsentationen der Veranstaltung sowie ein Gründer-Leitfaden sind unter www.biolago.org abrufbar.

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