Dienstag, 06. Dezember 2016


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100 Tage reduzierter Mehrwertsteuersatz auf Beherbergungsdienstleistungen

Zeil und Gallus: "Ruck für die Branche und den Bayerntourismus" / Bayerns Betriebe investieren doppelt so viel wie bundesweit

(lifePR) (München / Bad Bayersoien, ) Bayerns Hotels und Pensionen nutzen die seit Jahresbeginn niedrigere Mehrwertsteuer für umfangreiche Investitionen. Einer Umfrage des Branchenverbandes DEHOGA zufolge nehmen die bayerischen Betriebe mit 371.000 € dabei im Schnitt mehr als doppelt so viel in die Hand wie bundesweit mit 181.000 €. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Siegfried Gallus, ziehen daher ein positives Zwischenfazit nach 100 Tagen reduziertem Mehrwertsteuersatz für Beherbergungsdienstleistungen. "Die Mehrwertsteuerreduzierung wirkt. Ich freue mich besonders, dass die Steuerreduzierung quer durch alle Unternehmensgrößen im Übernachtungsgewerbe für einen Investitionsschub sorgt. Das ist ein großes Versprechen auf einen weiteren Qualitätssprung im Bayerntourismus", erklärt Zeil. Aus Sicht von Gallus ist mit der Entscheidung der Bundesregierung "ein signifikanter Ruck durch die Branche gegangen". "Mit dem dadurch geschaffenen Handlungsspielraum können in den Unternehmen Zehntausende von vorher akut gefährdeten Jobs gesichert werden. In vielen Fällen wird es sogar neu geschaffene Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse geben", so der Präsident.

Laut der vom DEHOGA jüngst durchgeführten bundesweiten Umfrage bei 2.800 Hotels wollen 98,4 % der bayerischen Hotels und Pensionen die ersparte Mehrwertsteuer für Neuanschaffungen, Modernisierungen und Umbauten nutzen. Das sind nochmals deutlich mehr als bundesweit mit 90,6 %. Die außergewöhnlich starke Fokussierung auf investive Maßnahmen erklärt auch, warum bei den anderen Maßnahmenfeldern der Bundeswert höher liegt. Zusätzliche Vollzeitkräfte einstellen wollen in Deutschland 36,6 % der Betriebe, in Bayern 28,7 %. Bei den neuen Teilzeitkräften liegt das Verhältnis bei 33,7 % zu 32,8 %, bei den Auszubildenden bei 33,5 % zu 28,7 %. Mehr Lohn wollen bundesweit 39,6 % zahlen, in zusätzliche Mitarbeiterqualifizierung investieren 34,1 %. Für Bayern liegen diese Anteile bei 36,9 % bzw. 32,0 %. Preissenkungen wollen bundesweit 33,6 % aufgrund des reduzierten Mehrwertsteuersatzes anbieten, während es zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden 27 % umsetzen. Der niedrige Wert lässt sich auch durch unterschiedliche Betriebstypen-Verteilung innerhalb Deutschlands erklären: Länder die prozentual mehr Businesshotels als das Tourismusland Bayern aufweisen mussten einen dementsprechend größeren Anteil der Steuererleichterungen an Firmenkunden durchreichen, da für diese die Senkung der Mehrwertsteuer indirekt eine Erhöhung der Zimmerpreise bedeutete.

Die geringste Relevanz hat die Verbesserung des Betriebsergebnisses: Hierzu verwenden im Bundesgebiet 25,7 % der Unternehmen die ersparte Mehrwertsteuer, im Freistaat 24,6 %. Allein das bei der Umfrage ermittelte zusätzliche Investitionsvolumen durch die bayerischen Betriebe lag bei über 100 Millionen €. Tatsächlich dürfte es weit darüber liegen.

Minister Zeil bezeichnet die Mehrwertsteuerreduzierung für die Hotellerie als "Turbozündung für mehr Wachstum und Beschäftigung". "Es ist das effektivste und unmittelbarste Instrument des Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung. Wenn die Investitionsbereitschaft mit dieser Intensität anhält, sollten auch die dadurch bedingten direkten Steuermindereinnahmen mittelfristig größtenteils kompensiert werden können", betont der Minister. Präsident Gallus zeigt sich stolz auf seine Branche. "Wir haben Wort gehalten. Gäste, Mitarbeiter, Handwerker, Zulieferer, Umwelt sowie letztlich auch Staat und Kommunen werden von dieser Maßnahme unterm Strich profitieren." Dies mache Mut auch in Hinblick auf die noch ausstehende Reduzierung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie, so Gallus, hier wird sich der BHG konstruktiv und intensiv in die Gespräche einbringen, um die ohne Zweifel bestehenden Benachteiligungen im eigenen Land schnellstmöglich zu beseitigen.

Exemplarisch für die Vielzahl der investierenden Übernachtungsbetriebe informieren sich heute Minister Zeil und Präsident Gallus vor Ort im Grenzlandkreis Garmisch-Partenkirchen beim Parkhotel Bad Bayersoien. In diesem 4-Sterne-Hotel nahe Oberammergau steckt die Inhaberfamilie Fehle-Friedel 2,3-Millionen € in den Ausbau der Hotelinfrastruktur. Darüber hinaus gibt es auch Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter sowie Preisnachlässe für die Gäste. "Gerade für uns an der Grenze zu Österreich ist der reduzierte Mehrwertsteuersatz Gold wert. Hohe Qualität anzubieten und gleichzeitig unternehmerischen Erfolg zu haben, war im Vergleich zu unseren Konkurrenten jenseits der Grenze aufgrund des jahrzehntelangen Mehrwertsteuergefälles ungleich schwieriger", erklärt Parkhotel-Besitzer Wolfgang Friedel. Österreich wendet bei der Hotellerie und Gastronomie bereits seit langem den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 10 % an. In Deutschland waren es bis Ende 2009 in beiden Bereichen 19 %, mit Jahresbeginn gilt nach Verabschiedung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes für Beherbergungsdienstleistungen der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 %.

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