Dienstag, 06. Dezember 2016


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Bürgerinitiative für Fluglärmschutz legt Fluglärmkennzahlen für das I. Halbjahr 2015 vor

Ferienzeit führt zu Übermaß an Fluglärm - Schutzregeln werden nicht mehr eingehalten

(lifePR) (Hamburg, ) Anlässlich der in Kürze beginnenden Hauptreisezeit am Hamburger Flughafen, mit Start der Sommerferien in Hamburg und Schleswig-Holstein, hat die BAW Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein heute in Hamburg und Ahrensburg die Fluglärmkennzahlen für das II. Quartal 2015 vorgestellt. Fazit: Sowohl die Flugbewegungen in der Nachtzeit als auch die Verspätungen haben weiter zugenommen - eine Trendwende zum Besseren ist nicht in Sicht!

Mit dem Start der Sommerferien in Hamburg und Schleswig-Holstein in den kommenden Tagen beginnt für die Anwohner des Flughafens sowie der Bürgerinnen und Bürger in den drei genutzten An- und Abflugschneisen eine schlimme Zeit des Jahres: Wenn täglich bis zu 500 Flugzeuge starten und landen, vergeht den vom Fluglärm Betroffenen nicht nur die Sommerlaune, sie werden davon krank. Bereits jetzt ist anhand der äußerst negativen Erfahrungen aus den Vorjahren absehbar, dass vor 24 Uhr die erforderliche Nachtruhe nicht eintreten wird. Während die Urlauber ihre Ferien zur Erholung nutzen können, drohen den fluglärmbetroffenen Anwohnern Wochen mit maximal fünf Stunden Schlaf und damit auch einhergehend ein erhöhtes Unfall- und Krankheitsrisiko.

"Mit Sorge und wachsendem Unverständnis sehe ich die Entwicklung des Fluglärms in Hamburg und in Schleswig-Holstein. Fast täglich müssen wir die weitgehende Ignoranz bestehender Regelungen für ein Mindestmaß an Fluglärmschutz von Flughafen, Airlines und Piloten sowie Behörden und Senat über uns ergehen lassen", so Martin Mosel, Sprecher der Fluglärmschutzinitiative BAW. "Trotz des einvernehmlichen Beschlusses der Hamburger Bürgerschaft, die 16 Punkte des Maßnahmenplans für mehr Fluglärmschutz aus dem Februar diesen Jahres umzusetzen, herrscht das Diktat der Luftverkehrsindustrie vor", ärgert sich Martin Mosel.

Der Hamburger Senat und mit ihnen die Fraktionschefs von SPD und Grüne, Dr. Andreas Dressel und Dr. Anjes Tjarks, als zwei Verhandlungsführer bei der Erstellung des 16- Punkte-Plans für mehr Fluglärmschutz, sind mit ihrem Vorhaben bisher gescheitert. Bereits im Sommer 2014 war der damalige 10-Punkte-Fluglärmschutzplan durch das Veto der Deutschen Flugsicherung GmbH gescheitert.

Während die Flughafen GmbH sich kaum noch an bestehende Regeln halten mag, lässt der Senat die über 100.000 vom Fluglärm Betroffenen schutzlos allein. Die Belastungen der Betroffenen erreichen zu jedem Stichtag neue Höchstwerte. Steigerungsraten von jenseits der 100 Prozent sind inzwischen die erschreckende Norm. Besonders der Flugverkehr in der nach deutscher Rechtsprechung besonders zu schonenden Tagesrandzeit hat in Hamburg ein negatives Maß erreicht, das die Anwohner verzweifeln lässt. Alleine nach 22 Uhr hat der Flugverkehr im II. Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal um 138 Prozent zugelegt, die Verspätungen nach 23 Uhr steigen im gleichen Maße um 135 Prozent. Die daraus resultierende Beschwerdelast der Bevölkerung ist gegenüber dem Vorquartal um das Zweieinhalbfache gestiegen!

"Wenn der Hamburger Senat und alle Protagonisten des Fluglärms nicht in der Lage oder Willens sind, im Rahmen gemeinsam getroffener Beschlüsse, eine deutliche Minderung beim Fluglärm zu schaffen, dann muss dieser Senat erklären, warum er nur einen Teil der Bevölkerung permanent dem krankmachenden Fluglärm aussetzt während andere nahezu völlig verschont bleiben", fordert Martin Mosel. "Es droht ein Scheitern des 16-Punkte Plans und damit der Hamburger Fluglärmschutzpolitik im Ganzen. Dem verfassungsrechtlichem Schutzanspruch der Bevölkerung muss gegenüber den Partikularinteressen der Flughafen GmbH wieder die erforderliche Geltung verschafft werden", verlangt Martin Mosel.

Die Fluglärmkennzahlen für das II. Quartal und I. Halbjahr 2015 finden Sie in unserem
QUARTALS-SPIEGEL Fluglärmkennzahlen II. Quartal 2015
hier als Anlage beigefügt bzw. zum Download auf unserer Homepage unter http://www.baw-fluglaerm.de/index.php/baw-quartals-spiegel.html.

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