Montag, 16. Januar 2017


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"Wer nimmt wahr und wie wahr ist, was wir wahrnehmen?" Hirnforscher Prof. Wolf Singer hält Vortrag im Audimax der Bauhaus-Universität

(lifePR) (Weimar, ) Im Rahmen des Projektes "Mental Radio" lädt am 22. Oktober der Lehrstuhl für Experimentelles Radio den einflussreichsten deutschen Hirnforscher Prof. Dr. Wolf Singer zu einem Vortrag über die weltanschaulichen Konsequenzen der neurowissenschaftlichen Forschung ein.

Wolf Singer wird in seinem Vortrag untersuchen, inwieweit ein Widerspruch zwischen Selbsterfahrung bzw. Intuition und den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen darüber vorliegt oder, ob auch vermittelnde Sichtweisen vorstellbar sind. Dabei wird er sich dem Problem widmen, dass wir keine Vorstellung von der Funktionsweise unseres Gehirns haben: "Wir nehmen wahr, was unsere Sinnessysteme dem Bewusstsein präsentieren und gehen davon aus, dass uns die Welt so abgebildet wird, wie sie in "Wirklichkeit" ist. Die vorgeschalteten Verarbeitungsprozesse bleiben für uns jedoch im Verborgenen", so Singer.

Der »Denker des Denkens« (DIE ZEIT) wird in diesem Vortrag die großen Linien seiner Forschung darlegen: von der Funktionsweise des Gehirns bis zu den Einflüssen der Umwelt auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Wie Erziehung und andere soziokulturelle Faktoren die Strukturen und Verschaltungen in unserem Gehirn entscheidend prägen - auch dies wird Gegenstand des Vortrags sein.

Wolf Singer ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt/M. Er zählt zu den weltweit führenden Hirnforschern und erlangte unter anderem durch die so genannte "Freie-Wille-Debatte" große Bekanntheit. Mit seiner These, dass die Willensfreiheit des Menschen eine Illusion sei, sorgte Wolf Singer für Diskussionen in den Medien. Sein neuestes Buch "Hirnforschung und Meditation" ist ein Dialog mit einem buddhistischen Mönch über die Beziehung zwischen Hirnforschung und Bewußtseinstraining.

Der Vortrag von Wolf Singer ist eine Veranstaltung der Professuren Experimentelles Radio und Gestaltung medialer Umgebungen. Im gemeinsamen Projekt "Mental Radio" soll dieses Semester eine Brücke zwischen den Ursprüngen des Radios und neuen Formen der Medienkunst geschlagen werden. Enge Verknüpfungen zwischen dem menschlichen Hirn und radiotypischen Begriffen wie Schwingung, Frequenz oder Resonanz wurden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hergestellt. Die aktuelle Entwicklung in der Hirnforschung nutzt Hirnaktivität inzwischen zur Steuerung von Robotern als elektrische Schaltzentrale, Radar und Radiostation.

Datum/Zeit: Mittwoch, 22. Oktober 2008 um 19 Uhr
Ort: Audimax der Bauhaus-Universität Weimar, Steubenstraße 6

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