Montag, 05. Dezember 2016


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Die Marktmeinung aus Stuttgart

von Arnim E. Kogge

(lifePR) (Stuttgart, ) Die internationalen Aktienmärkte befinden sich weiter im Aufwärtstrend. Insbesondere bei den Unternehmensergebnissen sieht es so aus, als ob alle in irgendeiner Form gestärkt aus der Krise gekommen wären. Vor allem die amerikanischen Banken glänzten mit Quartalsgewinnen, die weit über den Erwartungen lagen, die großen Häuser sind wieder in Feierlaune. Aber auch Europa kann sich nicht beklagen, die vernachlässigten Automobilwerte zeigten nun ebenfalls wieder hervorragende Quartalszahlen.

Hinzu kam, dass Griechenland seine erste Fälligkeit bei den Anleihen mit 8,2 Milliarden Euro plus Coupon ohne Probleme zurückzahlte. Ob die Griechen allerdings auf Dauer die Fähigkeit besitzen, das Hilfspaket zu stemmen, sollte weiter in Frage gestellt werden. In Deutschland hellt sich das Konjunkturbild weiter auf, der ZEW-Index überzeugte mit einem klaren Anstieg. Zudem befinden sich die asiatischen Märkte auf der Gewinnerseite, insbesondere Indien konnte nach der Zinserhöhung wieder starke Kursgewinne verzeichnen. So scheint es, dass die meisten Rahmeneckdaten kurzfristig weiterhin für die Aktienmärkte "auf Grün stehen". Dies ist auch an den Indizes zu erkennen. Der DAX ist zwar nun in einen Seitwärtskanal eingetreten, sollte er die 6.280 Punkte aber überschreiten können, ist ein Anstieg bis 6.500 Punkte jederzeit möglich. Der Euro Stoxx 50 befindet sich in einem aufwärtsgerichteten Dreieck, das bis 2.800 Punkte gehen könnte.

Der Dow-Jones-Index ist in eine Seitwärtsrichtung eingependelt, ein Ausbruch dürfte ihn bis an die 12.000-Punkte-Marke heranführen. Die kurzfristige Beunruhigung, dass der Ausbruch des isländischen Vulkans nicht nur den Flugverkehr lahmlegen würde, sondern auch Versorgungsengpässe und damit konjunkturelle Einschnitte herbeiführt, ist in den Hintergrund getreten, da rund um den Globus die Unternehmensdaten mehrheitlich mit hervorragenden Zahlen aufwarten konnten.

Dieser positive Effekt bezog sich nicht nur auf eine Branche, sondern fast alle Unternehmen zeigten sich in guter Verfassung. Auch die ersten Wochen im zweiten Quartal deuten an, dass von Unternehmensseite keine Konjunktureintrübung zu erwarten ist.

Bliebe also noch die Staatsverschuldung, die die Stabilisierungserfolge an den Märkten zunichte machen könnte. Dass hier noch eine große Gefahr besteht, ist deutlich am Verhältnis Euro zum Dollar zu erkennen. Für die exportorientierten deutschen Unternehmen zeigt diese Entwicklung aber sogar Vorteile auf. Viele Investoren zeigen sich nun schon wieder sehr optimistisch, fast schon euphorisch, bezogen auf die weitere Kursentwicklung an den Aktienmärkten.

Erfahrungsgemäß zeigt diese Sorglosigkeit sich als Vorzeichen für eine Korrektur. Wir gehen zwar kurzfristig davon aus, dass die Aufwärtsbewegung noch weiter anhalten wird, mittelfristig ist jedoch mit einem Widerstand zu rechnen und je nachdem, wie expansiv die Kurssteigerungen noch stattfinden werden, wird der Rückschlag mehr oder weniger stark ausfallen. Insofern bleiben wir defensiv orientiert, Käufe sind ausschließlich unter Tradingaspekten vorzunehmen, die Branchen Nahrungsmittel, Gesundheitswesen und einzelne Minenwerte sehen wir positiv. Bei den Einzeltiteln Bayer, Telefonica, ADM und Barrick Gold sehen wir noch Kurspotential.

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