Donnerstag, 08. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 134609

Solarenergie - grüne Erholung in Sicht

(lifePR) (Basel, ) Nach einer Stagnation 2009 ist für das kommende Jahr mit einer deutlichen Erholung der Solarbranche zu rechnen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin, die heute unter dem Titel «Solarwirtschaft - grüne Erholung in Sicht» erscheint. Die Studie analysiert und vergleicht die Marktbewegungen, Technologien und Unternehmen in der Solarbranche. Im Blickpunkt stehen dabei die drei Anwendungsgebiete solarthermische Kraftwerke (CSP), Photovoltaik (PV) und Solarthermie - sowohl auf globaler Ebene als auch regional in Deutschland.

Die vergangenen Monate verdeutlichten die wechselseitigen Verstrickungen der globalen Wirtschaft. Gerade die junge und aufstrebende Solarindustrie hat die Rezession und die Kreditkrise empfindlich zu spüren bekommen. So wurde der globale Solarmarkt in voller Fahrt auf ein Nullwachstum gebremst. Nach den zu erwartenden strukturellen Veränderungen der Branche ist jedoch bereits ab 2010 eine «grüne» Erholung in Sicht. Die Solarenergie emanzipiert sich weltweit wie auch in Deutschland von staatlichen Anschubförderungen und bewegt sich schnell in Richtung Netzparität.

Deutschland als treibende Kraft

«Deutschland ist sowohl für die Entwicklung der Solarindustrie als auch für die Installation von Solaranlagen eine treibende Kraft. Ohne die deutschen Solarunternehmen wäre ein Wachstum in einem solch hohen Tempo in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen», sagt Dr. Fawer, Nachhaltigkeitsanalyst bei der Bank Sarasin.

Gerade im Bereich solarthermischer Kraftwerke ist dank der deutschen Solarbranche mit einer positiven Entwicklung zu rechnen. Ein wesentlicher Impuls für die Einführung der CSP-Technologie geht von dem Desertec-Projekt aus, das auf einer Initiative von deutschen Klimaforschern und dem Club of Rome basiert. So sollen solarthermische Kraftwerke in der Sahara bis 2050 rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken, wofür Investitionen von EUR 400 Mia. notwendig sind. Zahlreiche Unternehmen, darunter RWE, E.ON, Münchner Rück, Deutsche Bank, Solar Millennium und Siemens, haben bereits eine Absichtserklärung zur Gründung einer Planungsgesellschaft mit dem Namen «Desertec Industrial Initiative» (DII) unterzeichnet. Diese Gesellschaft soll innerhalb der nächsten drei Jahre die politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen für ein solches Projekt analysieren.

In der globalen Photovoltaik-Industrie wird es trotz der aktuellen Krise wieder aufwärts gehen. Deutschland erlebte dieses Jahr eine regelrechte Überflutung von neuen PV-Installationen, da durch den rasanten Preiszerfall die Rahmenbedingungen ab dem zweiten Quartal immer attraktiver wurden. Insbesondere chinesische Module werden immer günstiger und die Preisdifferenz zu den europäischen Modulen scheint größer zu werden. Während letztere den enormen Kosten- und Margendruck besonders spüren, profitieren die asiatischen Solarzellen- und Modulhersteller von ihren tiefen Produktions- und Finanzierungskosten. Für den Endverbraucher bedeutet dies eine erfreuliche Preisentwicklung.

Vor dem Hintergrund der Wahl einer neuen Koalitionsregierung wartet die Branche zunächst noch Entscheidungen hinsichtlich neuer Einspeisetarife ab. Vor allem die FDP fordert eine Kürzung der Vergütungssätze und auch in der Union gibt es ähnliche Pläne. Bisher hat jedoch noch keine Partei präzise Zahlen genannt. Trotz der Unsicherheiten erwartet die Bank Sarasin im kommenden Jahr in Deutschland ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent. Für den globalen PV-Markt rechnet sie 2010 mit einem Wachstum von 45 Prozent.

Nach dem starken Einbruch des deutschen Solarthermiemarktes 2007 um 37 Prozent konnte die Industrie 2008 wieder aufatmen. Mit 1 512 MWth neu installierter Kollektorleistung wuchs der Markt um 106 Prozent. Nach dem Rekordjahr 2008 verzeichnete die Branche 2009 erneut einen Rückgang um 28 Prozent auf rund 1 085 MWth. Für das kommende Jahr prognostizieren die Experten der Bank Sarasin wiederum ein Absatzplus von rund acht Prozent. Immer mehr Eigenheime nutzen Solarwärme nicht mehr nur für die Warmwasserbereitung, sondern auch für die Heizungsunterstützung. Mit der Verabschiedung des regenerativen Wärmegesetzes (EEWärmeG) hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2020 rund 14 Prozent der Wärme in Deutschland aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Solarunterstützte Heizungssysteme erfreuen sich dementsprechend wachsender Beliebtheit. Im Bereich Solarwärme sind in Deutschland rund 25 000 Menschen beschäftigt.

Globaler Solarmarkt: Ungebrochen positive Erwartungen für 2010

Die junge aufstrebende Solarindustrie hat die Krise deutlich zu spüren bekommen. Der globale Solarmarkt wird 2009 mit einem Nullwachstum schließen. Doch die Signale für eine Erholung stehen auf «grün». Dies bestätigt die aktuelle Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin, die soeben unter dem Titel «Solarwirtschaft - Grüne Erholung in Sicht» erschienen ist. In der Photovoltaikindustrie (PV) tragen insbesondere Kostenreduktion, tiefere Modulpreise, Effizienzsteigerung und der Ausbau der Vertriebskanäle dazu bei, dass es wieder aufwärts geht. Für den globalen PV-Markt ist bereits für das Jahr 2010 mit einem Wachstum von 46% zu rechnen. Damit kann eine neu installierte PV-Leistung von 8,5 GW realisiert werden. Die Wachstumsraten bis 2012 liegen zwischen 45 bis 50%. Überdurchschnittliches Wachstum versprechen die außereuropäischen Märkte: China mit über 130% sowie Indien und die USA mit je 100% pro Jahr. Europa weist in derselben Periode ein Wachstum von 14% auf. Garant für ein stabiles Wachstum bietet die Tatsache, dass neben den Pioniermärkten mindestens zehn neue PV-Märkte mit Jahresvolumen von 500 MW in den nächsten zwei Jahren entstehen werden. Dies wird der Solarenergie dabei helfen, sich von den staatlichen Förderprogrammen zu emanzipieren und gleichzeitig bald Netzparität zu erreichen. Für 2020 prognostiziert die Bank Sarasin, gestützt auf ökonomischen Argumenten und den damit zusammenhängenden positiven Aussichten für die PVIndustrie, einen Anstieg des globalen Marktvolumens auf 155 GW und liegt mit ihrer Langzeitprognose über dem politisch getriebenen Szenario der EPIA (Europäischer PVIndustrieverband). Dies nicht aus Hoffnung auf mehr politische Unterstützung, sondern wegen der wachsenden ökonomischen Argumente, welche für die Solarenergie sprechen. Solarthermische Kraftwerke (CSP) erhalten durch die Realisierung von Großprojekten, wie z. B. in der Sahara, zusätzlichen Schub. Daneben läuft auch der Ausbau der dezentralen Solarstromerzeugung in Mitteleuropa sowie netzunabhängiger PV-Systeme in den Ländern des Südens weiter. Daneben liefern Solarkollektoren seit mehreren Jahren von allen Solartechnologien den größten Energiebeitrag. Der dezentralen Anwendung solcher Solarwärmeanlagen kommt vor allem auch in Zusammenhang mit dem zu erwartenden Klimaabkommen in Kopenhagen eine wichtige Rolle zu.

Glossar:

Was versteht Sarasin unter Nachhaltigkeit?

Unter nachhaltigem Wirtschaften versteht die Bank Sarasin die ressourcenschonende Herstellung von Gütern und Dienstleistungen mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz unter Verwendung von möglichst konfliktarmen Produktionsmethoden.

Photovoltaik

Erzeugung von elektrischem Strom aus Sonnenenergie. In Solarzellen, meist aus Silizium, werden unter Zufuhr von Licht positive und negative Ladungsträger freigesetzt (Photoeffekt) und so direkt Strom erzeugt, der direkt Akkus aufladen kann oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann.

Solarkollektoren

Eine thermische Solaranlage nutzt die Sonne auf relativ einfache und dabei äusserst effiziente Weise. Schwarz beschichtete Absorber in den Solarkollektoren werden von den Sonnenstrahlen erwärmt. Diese Wärme wird in einem Solarspeicher gesammelt und in die Sanitär- und Heizungsinstallation im Haus eingespeist.

Solarthermische Kraftwerke (Concentrating Solar power, CSP)

Solarthermische Kraftwerke nutzen die in Wärme umgewandelte Sonnenstrahlung zur Stromerzeugung. Mit Hilfe von Spiegeln wird das Sonnenlicht gebündelt und die gewonnene Wärmeenergie bei Temperaturen deutlich über 100° C an einen Dampfkreislauf abgegeben. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt.

Sarasin - Nachhaltiges Schweizer Private Banking seit 1841. - www.sarasin.com

Eine führende Schweizer Privatbank bildet die Wurzel der Sarasin Gruppe. Als nachhaltiger internationaler Finanzdienstleister ist die Sarasin Gruppe heute weltweit an mehr als 20 Standorten in Europa, dem Mittleren Osten und Asien vertreten. Per Ende Juni 2009 betreut sie Vermögenswerte in der Höhe von CHF 79,9 Mia. und beschäftigt rund 1 500 Mitarbeitende. Ihre Mehrheitsaktionärin ist die niederländische Rabobank, die über ein Triple-A-Rating und damit über höchstmögliche Bonität verfügt.

Rechtlicher Hinweis

Diese Medienmitteilung der Bank Sarasin & Cie AG (Schweiz) (nachfolgend «BSC») dient ausschliesslich zu Informationszwecken. Das Dokument enthält ausgewählte Informationen, und es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Es basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und Daten («Informationen»), die als richtig, zuverlässig und vollständig erachtet werden. BSC hat die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen nicht überprüft und kann diese nicht garantieren. Mögliche Fehler oder die Unvollständigkeit der Informationen bilden keine Grundlage für eine vertragliche oder stillschweigende Haftung seitens BSC für direkte-, indirekte- oder Folgeschäden. Insbesondere sind weder BSC noch deren Aktionäre oder Mitarbeiter haftbar für die hier dargelegten Meinungen, Pläne und Strategien. Die in diesem Dokument geäusserten Meinungen und genannten Zahlen, Daten sowie Prognosen können sich jederzeit ändern. Eine positive historische Wertentwicklung oder Simulation stellt keine Garantie für eine positive Entwicklung in der Zukunft dar. Es können sich Abweichungen zu eigenen Finanzanalysen oder anderen Publikationen der Sarasin Gruppe ergeben, die sich auf dieselben Finanzinstrumente oder Emittenten beziehen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein analysiertes Unternehmen mit Gesellschaften der Sarasin Gruppe in Geschäftsverbindung steht, wodurch sich ein potentieller Interessenkonflikt ergeben könnte.

Dieses Dokument stellt keinerlei Anlageberatung, kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung zum Kauf oder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Finanzinstrumenten bzw. von sonstigen Produkten oder Dienstleistungen dar und ersetzt nicht die individuelle Beratung und Risikoaufklärung durch einen qualifizierten Finanz-, Rechts- oder Steuerberater.

Bitte beachten Sie, dass die vorliegende Medienmitteilung lediglich eine Synopsis eines Researchberichts der BSC darstellt, jedoch keine komplette Zusammenfassung desselben und der darin enthaltenen Empfehlungen. Der erwähnte Researchbericht sollte vollständig gelesen werden, bevor allfällige Entscheidungen betreffend darin enthaltenen Anlageempfehlungen getroffen werden.

Dieses Dokument richtet sich an Medien und Medienschaffende in denjenigen Ländern, in welchen die Sarasin Gruppe geschäftlich präsent ist. Die BSC lehnt jede Haftung für Verluste, die sich aus der Weiterverwendung der vorliegenden Informationen (oder Teilen davon) ergeben, ab.

Bank J. Safra Sarasin AG

Die Bank Sarasin ist eine führende Schweizer Privatbank, die aus ihrer langjährigen Erfahrung bewusst auf Nachhaltigkeit als wesentlichen Teil ihrer Unternehmensphilosophie setzt. Mit hoher Qualität und Kompetenz betreut sie als Anlageberater und Vermögensverwalter private und institutionelle Kunden. In der Schweiz ist die Bank an den Standorten in Basel (Hauptsitz), Bern, Genf, Lugano und Zürich vertreten. Die Bank Sarasin & Cie AG ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Schmidt: BMEL auf die Zukunft ausrichten

, Energie & Umwelt, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bundesminister Christian Schmidt hat heute vor Mitarbeitern in Bonn seine Zukunftsstrategie für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft...

Extreme Klimaerscheinungen ganz oben

, Energie & Umwelt, Dachdeckerhandwerk Baden-Württemberg Landesinnungsverband

Alle reden von Wetterextremen, die künftig noch weiter zunehmen werden. Dabei ist das Dach eines Hauses schon immer „Wetterextremen“ ausgesetzt...

Disclaimer