Montag, 20. Mai 2013


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IHKs kritisieren fehlende Umsetzung der Lehrerversorgung an Berufsschulen

Landesregierung darf Berufsschulen nicht stiefmütterlich behandeln

(lifePR) (Stuttgart, ) Die Ausbildungsbetriebe in Baden-Württemberg bemängeln den nach wie vor herrschenden Unterrichtsausfall an Berufsschulen. Anlässlich der heutigen Plenumsdebatte fordern die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Baden-Württemberg die Landesregierung daher nochmals auf, eine bedarfsgerechte und zeitnahe Lehrerversorgung an Beruflichen Schulen umzusetzen.


Damit soll die Landesregierung den Beschlüssen der Enquête-Kommission "Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft - berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung" nachkommen. Deren Empfehlungen sahen einen Ausbau der Lehrerversorgung an den Berufsschulen vor, um das chronische Defizit und die vielen Unterrichtsausfälle zu beseitigen. SPD und Grüne hatten dies vor ihrer Regierungsübernahme ausdrücklich unterstützt.

Auch im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien angekündigt, die beruflichen Schulen zu stärken und die Gleichstellung des allgemeinen und beruflichen Bildungswesens anzustreben. Nach wie vor stehen jedoch die beruflichen Schulen im Schatten der allgemeinbildenden Schulen. Den beruflichen Schulen hat Kultusministerin Warminski-Leitheußer nunmehr zwar 680 Lehrerinnen und Lehrer zugewiesen. Unklar ist dabei jedoch, ob damit überhaupt der Ersatzbedarf für ausscheidende Lehrkräfte abgedeckt ist. Notwendig seien darüber hinaus 400 zusätzliche Stellen in den nächsten drei Jahren. Der tatsächliche Bedarf liegt deshalb vermutlich bei mehr als 1000 Stellen.

Nach Ansicht der zwölf baden-württembergischen Kammern ist die Vernachlässigung der Berufsschulen ein riskanter Irrweg. "Die duale Berufsausbildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und ist somit ein wichtiger Faktor für die baden-württembergische Wirtschaft. Eine stiefmütterliche Behandlung und Benachteiligung der Berufsschulen bei der Unterrichtsversorgung gefährdet die Qualität der dualen Ausbildung.", erklärt Dr. Herbert Müller, Präsident der IHK Region Stuttgart und Federführer Ausbildung der IHKs im Land.

Laut Dr. Müller müsse die vorgesehene dynamische Standortentwicklung der beruflichen Schulen in enger Abstimmung mit den IHKs und ihren Mitgliedsbetrieben erfolgen. Eine möglichst flächendeckende betriebsnahe Beschulung im dualen System mit kurzen Wegen erleichtert den Betrieben die Entscheidung für einen dualen Ausbildungsberuf. Hier dürfe nicht an der falschen Stelle gespart werden, so Dr. Müller. Standortentscheidungen müssen daher alle Aspekte berücksichtigen, nicht ausschließlich Kostengesichtspunkte.

Die Kammern appellieren an die Kultusministerin, die Partner der Dualen Ausbildung bei Entscheidungen hinsichtlich der Reduzierung von Fachklassen einzubeziehen. Die IHK bietet gerne ihre Hilfe an, um eine optimale Standortplanung in Abstimmung mit den Unternehmen aufzustellen.

Über Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) ist eine Vereinigung der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHK).

In Baden-Württemberg vertreten die zwölf IHKs die Interessen von mehr als 619 000 Mitgliedsunternehmen. Zweck des BWIHK ist es, in allen die baden-württembergische Wirtschaft und die Mitgliedskammern insgesamt betreffenden Belangen gemeinsame Auffassungen zu erzielen und diese gegenüber der Landes-, Bundes- und Europapolitik sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und anderen Institutionen zu vertreten.

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