Samstag, 10. Dezember 2016


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Kopenhagen: Ergebnis eine Farce

Ergebnisse des Klimagipfels eine reine Farce / Geburtsstunde einer starken globalen Klimabewegung

(lifePR) (Frankfurt, ) Als "reine Farce" hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Ergebnisse des UN-Klimagipfels bewertet. "Kopenhagen war höchstens in Bezug auf das Ausmaß seines Scheiterns ein historischer Gipfel. Dies nun als großen Erfolg verkaufen zu wollen, ist ein Schlag ins Gesicht der Milliarden Menschen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden werden, ohne etwas zu seinen Ursachen beigetragen zu haben.", sagte Chris Methmann von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Energie, Klima, Umwelt (EKU).

Erfreulich sei dagegen, dass sich in Kopenhagen erstmals eine globale Klimabewegung bisher unbekannter Stärke gezeigt hat. "Während die offizielle Klimapolitik in einer tiefen Krise steckt, markiert Kopenhagen die Geburtsstunde einer Klimapolitik von unten", sagte Hendrik Sander, ebenfalls Mitglied der Attac-EKU-AG. "Die gewaltlosen Proteste in Kopenhagen zeigen, wie viele Menschen sich Stillstand, Ungerechtigkeit und falsche Lösungen bei Klimaverhandlungen nicht mehr gefallen lassen. Gemeinsam werden wir weiterhin für ein ganz anderes Abkommen und Klimagerechtigkeit streiten."

Industrieländer verweigern Anerkennung ihrer Klimaschulden In der entscheidenden Sitzung am Freitag, bei der 119 Staats- und Regierungschefs anwesend waren, wurden nur die von den Industrieländern national ohnehin bereits beschlossenen Reduktionsversprechen in einem unverbindlichen Abschlussdokument zusammengetragen. 26 Prozent CO2-Reduktion bis 2020 sind jedoch bei weitem nicht ausreichend, um den Klimawandel einzudämmen. Auch die von den Industrieländern zugesagten Finanzhilfen hält Attac nur für einen Tropfen auf den heißen Stein, der der ökologischen Schuld von 200 Jahren Industrialisierung nicht annähernd gerecht wird. "Dieser Gipfel ist weder an der Komplexität der Themen, noch der Anzahl mitredender Staaten oder der Haltung Chinas gescheitert, sondern am fehlenden Willen der Industrieländer, ihre historische Verantwortung anzuerkennen", sagte Eberhard Heise, ebenfalls Mitglied der Attac-AG EKU.

Marktmechanismen lösen Problem nicht Attac kritisierte zudem Konstruktionsfehler in Kopenhagen. Klimapolitik werde mit Marktmechanismen gleich gesetzt, obwohl diese bisher nichts zum Klimaschutz beigetragen hätten. "Offenbar geht es vielen Staaten nicht um echten Klimaschutz, sondern um die Möglichkeit kreativer Buchführung", sagte Chris Methmann. Die beschlossenen Marktmechanismen böten erhebliche Schlupflöcher. Der Handel mit "heißer Luft" ("hot air"), die Einberechnung vermiedener Entwaldung ("REDD") und der "Mechanismus für saubere Entwicklung" ("CDM") könnten dazu führen, dass die Industrieländer im Jahr 2020 mehr CO2 ausstoßen als 1990. Der Emissionshandel diene eher als Klimaschutzverhinderungsinstrument. Chris Methmann: "Kein Wunder, dass die Industrie und die Finanzwirtschaft beim Gipfel stets ein massive Interesse am Emissionshandel bekundet haben."

Undemokratisches Klima Scharf kritisierte Attac zudem das extrem undemokratische Klima des Gipfels. Das mit rechtsstaatlichen Grundsätzen nicht zu vereinbarende Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten außerhalb des Konferenzzentrums habe sich in der einseitigen Verhandlungsführung im Inneren des Zentrums wider gespiegelt. So versuchten die Regierungen der Industrieländer systematisch, Vorschläge von Entwicklungsländern aus den Verhandlungen zu verbannen.

Attac-Organisationen aus ganz Europa haben sich in Kopenhagen an den Demonstrationen, dem Gegengipfel und anderen Aktionen beteiligt und waren mit mehreren Beobachtern bei den Verhandlungen anwesend.

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