Montag, 05. Dezember 2016


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Gesichter der Macht

Kaiserbilder in Rom und am Limes

(lifePR) (Konstanz, ) 13. Mai bis 10. Oktober 2010 im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz

Die Selbstbildnisse der römischen Kaiser in Rom, wie in den Provinzen stehen im Mittelpunkt dieser spannenden Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg in Konstanz. Über 200 Einzelobjekte aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Ungarn zeigen das breite Spektrum der kaiserlichen Repräsentationskunst.

Die Wirkung von Bildern wurde zu allen Zeiten genutzt, um politische Inhalte und Ideen zu vermitteln. Dies gilt besonders für Herrscherdarstellungen, lassen sich doch bei diesen politische Ideologie und Persönlichkeit miteinander verbinden, um eine emotionale Wirkung zu erzielen. Viele der für uns heute geläufigen Bildtypen gehen dabei auf die Antike zurück und wurden besonders von den römischen Kaisern in einer nie dagewesen Pracht und Fülle öffentlich zur Schau gestellt.

Vor diesem Hintergrund beginnt die Ausstellung auch zunächst in Rom, als dem Zentrum des Imperiums. Die von Seiten des Staates aber auch von Privatleuten errichteten Monumente, Ehrenbögen, Reiterstandbilder und Statuen schufen auf den öffentlichen Plätze beeindruckende Bildräume, in denen die Bildnisse der regierenden wie der verstorbenen Kaiser in großer Zahl zu sehen waren. Die Darstellungen beschränkten sich dabei auf wenige Bildtypen und lassen sich in einer erstaunlich stereotypen Art und Weise über die Jahrhunderte verfolgen.

In den römischen Provinzen spielte die Verehrung des Kaiserhauses eine ebenso entscheidende Rolle. Sie galt als Zeichen der Loyalität gegenüber dem Kaiser, als dem Repräsentanten der römischen Zentralmacht und Garanten der römischen Weltordnung. Wie in Rom, so dienten auch in den Städten und stadtartigen Siedlungen die öffentlichen Plätze und Tempel als Bühne für eine Vielzahl von Kaiserehrungen, deren Bildtypen sich eng an den stadtrömischen Vorbildern orientierten.

In der Ausstellung bekommt der Besucher anhand einer Auswahl von Kaiserportraits und Reliefs, sowie auch am Beispiel der Münzprägung und der Darstellungen auf Halbedelsteinen, einen Überblick über das Spektrum dieser kaiserlichen Selbstdarstellung in Rom wie in den Provinzen vom 1. bis zum frühen 4. Jh. n. Chr.

Der dritte Teil der Ausstellung beleuchte dagegen das spezifische Treueverhältnis zwischen dem Kaiser als oberstem Heerführer und seiner Armee als wichtigstem Machtfaktor. Diese Beziehung fand ihre bildliche Umsetzung zum einen in Kaiserdarstellungen auf Waffen, die besonders im 1. Jh. n. Chr. verbreitet waren und mit einigen spektakulären Einzelstücken in der Ausstellung zu sehen sind.

Zum anderen standen in den Kastellen lebensgroße Bronzestatuen der Kaiser, die als Ehrenstatuen von den Einheiten aufgestellt worden waren. Die Ausstellung zeigt erstmalig einen annähernd vollständigen Überblick über diese Objektgruppe, die entlang des Limes in beinahe jedem Kastell zu finden war.

Die erhaltenen Statuenfragmente zeigen aber gleichzeitig auch die Vergänglichkeit der kaiserlichen Macht, da die sie nach der Aufgabe des Limes von den Germanen zerstört und als Metallschrott eingeschmolzen wurden.

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