Sonntag, 11. Dezember 2016


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Arcandor: Neun-Monats-Ergebnis mehr als verdoppelt

(lifePR) (Düsseldorf/ Essen, ) .
- Fokussierung auf Touristik und Homeshopping zahlt sich aus
- Arcandor bestätigt Gewinnprognose für 2007/2008
- Thomas Cook steigert Ergebnis deutlich
- Primondo verbessert Umsatz und Ergebnis stark
- Effizienzprogramm bei Karstadt in Umsetzung
- Ergebnissteigerung 2008/2009 auf mehr als 1,1 Milliarden Euro angepasst

Die Arcandor AG (Essen) hat im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2007/2008 das operative Ergebnis mehr als verdoppeln können. Das bereinigte operative EBITDA, die entscheidende Größe zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung von Thomas Cook, Primondo und Karstadt, verbesserte sich in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres deutlich. Es erreichte 204 Millionen Euro (80 Millionen Euro im Vorjahr). Auf Konzernebene belief sich das bereinigte EBITDA auf 151 Millionen Euro (45 Millionen Euro im Vorjahr). Dies entspricht einer Steigerung um 105 Millionen Euro oder einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr.

"Dank der frühzeitig geänderten Geschäftsstruktur mit der Verringerung der Abhängigkeit des Unternehmens vom stationären Einzelhandel in Deutschland hat der Konzern die Eintrübung des Konsumklimas überwiegend gut verkraftet", sagte der Vorstandsvorsitzende der Arcandor AG, Thomas Middelhoff, bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch in Düsseldorf. "Die beiden wachstumsstarken Geschäftsbereiche Thomas Cook und Primondo entwickeln sich sehr gut und konnten sich operativ weiter verbessern. Karstadt, der umsatzmäßig kleinste Geschäftsbereich, bekam die konjunkturelle Eintrübung in Deutschland deutlich zu spüren."

Neun-Monats-Bilanz

Der Arcandor Konzern erzielte nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2007/2008 in den operativen Geschäftsbereichen ein bereinigtes EBITDA in Höhe von 204 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 123 Millionen Euro oder gut 250 Prozent. Thomas Cook leistete in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Ergebnisbeitrag von 104 Millionen Euro und verbesserte das Ergebnis um 153 Millionen Euro.

Thomas Cook zeigt eine sehr positive Ergebnis- und Buchungsentwicklung. Da das in London ansässige Unternehmen in Pfund bilanziert, wurde das Ergebnis bei Umrechnung in Euro durch die Abwertung der britischen Währung beeinflusst.

Primondo konnte das bereinigte EBITDA, begünstigt durch den starken Turnaround, auf 38 Millionen Euro steigern. Damit wurde das Ergebnis um 55 Millionen Euro verbessert. Lediglich Karstadt lag in diesem Zeitraum mit einem bereinigten EBITDA in Höhe von 62 Millionen Euro um 85 Millionen Euro hinter dem Vorjahr zurück.

Eine Ausprägung der erfolgreichen Neuausrichtung des Konzerns ist die Tatsache, dass die Ergebnisverbesserung deutlich überproportional zur Umsatzentwicklung verläuft. Der bereinigte Konzernumsatz ist in den ersten neun Monaten gestiegen und erreichte währungsbereinigt auf Euro- Basis 13,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem nominalen Rückgang um 1,1 Prozent.

Entwicklung im 3. Quartal

Die Entwicklung der Geschäftsbereiche im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 verlief bei Thomas Cook und Primondo positiv. Allerdings wurden diese Ergebnisverbesserungen durch einen deutlichen Ergebnisrückgang bei Karstadt überkompensiert. Das bereinigte EBITDA der operativen Bereiche erreichte 53 Millionen Euro (73 Millionen Euro im Vorjahr). Der bereinigte Konzernumsatz lag wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau. Auf Euro-Basis erreichte er im Berichtszeitraum 4,66 Milliarden Euro (4,86 Milliarden Euro im Vorjahr) und lag damit um 4,1 Prozent hinter dem Vorjahr zurück.

Thomas Cook verzeichnete erneut ein starkes Quartal und verbesserte das bereinigte EBITDA um rund 4 Prozent auf 104 Millionen Euro (100 Millionen Euro im Vorjahr). In Landeswährung(Pfund) lag das Ergebniswachstum bei 12 Prozent. Diese Ergebnissteigerung ist umso höher zu bewerten, als über 30 Millionen Euro Kosten für Treibstoff-Hedging im dritten Quartal verkraftet wurden. Damit hat Thomas Cook das bereinigte EBITDA in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres bereits um 153 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Der Verzicht auf unrentablen Umsatz und eine effektive Kapazitätssteuerung haben unter anderem zu höheren Margen geführt und so zur Steigerung der Umsatzrentabilität beigetragen. Auch die höher als erwartet ausgefallenen Synergien aus der Übernahme von MyTravel trugen positiv zum Ergebnis bei.

Der Umsatz des Touristikkonzerns wuchs in Landeswährung (Pfund) um mehr als 4 Prozent. Auf Euro-Basis lag er mit 2,73 Milliarden Euro im Zeitraum von April bis Juni 2008 um 10,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hier wirken sich die Währungseffekte besonders stark aus. Ferner hat Thomas Cook durch gezielte Kapazitätsanpassungen in den Kernmärkten auf unrentablen Umsatz bewusst verzichtet. "Das Geschäft läuft bei Thomas Cook rund, und es sind keine Anzeichen einer rückläufigen Konjunktur sichtbar. Auch die Buchungssaison für den Winter 2008 und den Sommer 2009 weist bislang eine starke Entwicklung auf", sagte Thomas Middelhoff.

Primondo konnte mit einem erfreulichen Quartalsverlauf den Turnaround festigen.Dementsprechend verbesserte sich das bereinigte EBITDA um 19 Millionen Euro auf plus 0,2 Millionen Euro. Damit hat die Homeshopping-Gruppe auch im dritten Quartal wie geplant ein positives bereinigtes EBITDA erreicht. Ausschlaggebend waren insbesondere das gute Auslandsgeschäft, die Spezialversender, der Ergebniszuwachs beim Teleshoppingsender HSE24 sowie die Auswirkungen der Kostensenkungsprogramme in den Back-Office-Bereichen.

Primondo konnte die Dynamik des Umsatzwachstums auch im dritten Quartal unverändert beibehalten. Der Umsatz stieg um 14,3 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro (0,9 Milliarden Euro im Vorjahr). Besonders erfreulich verlief das Auslandsgeschäft mit einem Umsatzzuwachs in Höhe von 31,7 Prozent. HSE24 erreichte einen Rekordumsatz, und der Spezialversand wuchs nach erfolgreicher Neuausrichtung des Portfolios um 7,3 Prozent. Quelle in Deutschland verzeichnete einen leicht rückläufigen Umsatz. Die weiter hohen Zuwächse im E-Commerce ersetzen zunehmend den rückläufigen Umsatz im klassischen Kataloggeschäft.

Karstadt wies im dritten Quartal ein bereinigtes EBITDA in Höhe von minus 51 Millionen Euro auf (minus 8 Millionen Euro im Vorjahr). Der Warenhausbereich wurde deutlich von Kostenproblemen und den Inflationsängsten der Kunden getroffen. In der Konsequenz hat die neue Geschäftsführung ein Effizienzprogramm für Karstadt beschlossen, das bereits umgesetzt wird und für dessen Kosten bereits Vorsorge getroffen ist. Ziel ist es, die Margen durch konsequentes Kostenmanagement auf ein akzeptables Niveau zu steigern. "Wir verfolgen mit dem begonnenen Trading-up die richtige Strategie. Unsere Herausforderung liegt darin, die Kostenentwicklung wieder unter Kontrolle zu bringen", sagte Middelhoff.

Die Neuausrichtung und damit die Trading-up-Strategie werden weiter konsequent umgesetzt und haben sich bereits in Form struktureller Verbesserungen positiv ausgewirkt. Karstadt bietet den Kunden attraktive Innenstadtsortimente und hat sich weitestgehend aus Sortimentsgruppen zurückgezogen, die im Wettbewerb mit Discountern stehen. Besonders positiv wirken diese Effekte bei der Premium Group, die eine gute Ergebnisentwicklung aufweist.

Der bereinigte Umsatz von Karstadt erreichte 0,9 Milliarden Euro (0,9 Milliarden Euro im Vorjahr).Der leichte Umsatzrückgang um 1,9 Prozent ist vor dem Hintergrund der verhaltenen Konsumstimmung und der zeitlichen Verschiebung des umsatzstarken Ostergeschäftes ins Vorquartal durchaus als Erfolg zu werten. Dies umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass Karstadt als Folge von großflächigen Filialumbauten (4 Prozent der Verkaufsfläche) temporär Umsatzausfälle trägt und durch Abgabe von Verkaufsfläche, zum Beispiel im Buchbereich, nachhaltig bewusst auf unrentablen Umsatz verzichtet.

Ausblick

"Wir haben den Konzern in den vergangenen vier Jahren konsequent neu ausgerichtet, haben die Abhängigkeit vom stationären Handel in Deutschland massiv verringert, den Tourismus zum neuen Hauptgeschäftsfeld ausgebaut und den Homeshoppingbereich zu einem Wachstumsgeschäft entwickelt", sagte der Vorstandsvorsitzende. "So ist es uns gelungen, Jahr für Jahr das bereinigte EBITDA unserer operativen Geschäftsbereiche zu steigern. Wir werden das auch in diesem Jahr ungeachtet der veränderten Rahmenbedingungen schaffen."

Auf Basis der soliden operativen Entwicklung im bisherigen Geschäftsjahresverlauf ist das Arcandor-Management unverändert der Meinung, das Gesamtjahresziel eines bereinigten operativen EBITDA von mehr als 800 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2007/2008 erreichen zu können. Dies entspräche einer Steigerung um mehr als 25 Prozent. Das Ziel basiert auf der hohen Wahrscheinlichkeit des Ergebnisverlaufs der Thomas Cook Group plc, die saisonal bedingt im vierten Quartal von allen Quartalen das mit Abstand höchste Ergebnis erreicht, sowie der soliden Ergebnisverbesserung bei Primondo.

Allerdings ist durch die konjunkturelle Eintrübung sowie durch die Ergebnisentwicklung bei Karstadt die Anspannung zur Erreichung des Ergebnisziels im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gestiegen.

"Strategisch setzen wir uneingeschränkt auf die Wachstumsfelder Touristik und Homeshopping.Deshalb werden wir das organische und externe Wachstum in beiden Bereichen forcieren. Für unser Warenhausgeschäft sind wir noch in der Phase der Festlegung einer endgültigen strategischen Ausrichtung", unterstrich Middelhoff.

Auch im Geschäftsjahr 2008/2009 wird das bereinigte EBITDA der operativen Bereiche weiter deutlich wachsen. Das Management erwartet einen währungsbereinigten Ergebniszuwachs auf mehr als 1,1 Milliarden Euro und sieht gute Chancen, dieses Ergebnis in Abhängigkeit vom weiteren konjunkturellen Verlauf, der Entwicklung des Kerosinpreises und der erwarteten positiven Ertragswirkung des Effizienzprogramms bei Karstadt zu übertreffen. Ursprünglich war eine Ergebnissteigerung auf 1,3 Milliarden Euro vorgesehen. Die veränderten konjunkturellen Rahmenbedingungen und insbesondere die Ergebnisschwäche im Warenhausgeschäft in Deutschland haben zu dieser Neueinschätzung und Modifikation des Ergebnisziels geführt.

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