- Pressemitteilung BoxID 327303
Industrie ist wichtigster Arbeitgeber
Statistischer Jahresbericht 2012 neu erschienen
Zur Industrie gehören beispielsweise der Metallbereich sowie die Nahrungsmittelindustrie, inklusive der Fischverarbeitung. Aber auch der Maschinenbau, der Fahrzeugbau sowie die Luft- und Raumfahrzeugbau oder die Herstellung von Mess-, Kontroll- und Navigationsinstrumenten zählen zu den Schwerpunkten der bremischen Industrie. Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer weist darauf hin, dass die Industrie nicht nur der größte Beschäftigungssektor ist, sondern hier auch vergleichsweise gute Löhne gezahlt werden. Schierenbeck: "Bremen liegt deshalb trotz der hohen Zahl an Niedriglöhnern mit einem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 3.794 Euro sogar über dem bundesweiten Durchschnitt."
Die zweitgrößte Branche im Land ist mit 39.200 Beschäftigten der Handel, dicht gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit rund 34.000 Beschäftigten. Die Logistik, zu der auch die Hafenwirtschaft zählt, liegt mit rund 32.900 Beschäftigten an vierter Stelle.
Boom in Bremerhaven
Einen regelrechten Beschäftigungsboom gab es in den zurückliegenden sechs Jahren mit einem Plus von 12,5 Prozent vor allem in Bremerhaven. In Bremen nahm die Beschäftigung im selben Zeitraum nur um 7,1 Prozent zu, im Bundesdurchschnitt lag der Zuwachs bei 8,4 Prozent. Zu der positiven Entwicklung in Bremerhaven haben in dieser längerfristigen Betrachtung vor allem die Logistik und die Offshore-Windenergie beigetragen.
Bessere Chancen für Arbeitslose
Wie aus dem Statistischen Jahresbericht hervorgeht, haben sich die Chancen für Arbeitslose deutlich verbessert - vor allem in Bremerhaven: So kamen 2005 in der Seestadt noch 50 Arbeitslose auf eine gemeldete Stelle, 2011 waren es nur noch 10. Auch in Bremen verbesserte sich das Verhältnis von 19 auf 8 Arbeitslose je Stelle. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Land Bremen mit 11,6 Prozent zusammen mit Sachsen-Anhalt nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die dritthöchste Arbeitslosenquote aufweist. Vor allem Bremerhaven schneidet im Städtevergleich mit einer Quote von 16,3 Prozent nach wie vor besonders schlecht ab.
Die Zahl der Arbeitslosen im Land Bremen ist zwar zwischen Januar 2011 und April 2012 gesunken von 39.154 auf 37.921, gleichzeitig liegt die Unterbeschäftigung aber mit 50.392 Menschen immer noch deutlich höher. Zum Bereich Unterbeschäftigung zählen nicht nur Arbeitslose, sondern auch diejenigen, die sich in Trainingsmaßnahmen befinden, in einer beruflichen Wiedereingliederung, in Arbeitsgelegenheiten, in Altersteilzeit oder die von einer Vorruhestandsregelung Gebrauch machen.
Armutsgefährdung ist groß
Die hohe Arbeitslosigkeit im Land Bremen schlägt sich auch auf die Armutsgefährdung nieder: Allein zwei Drittel aller Arbeitslosen sind von Armut bedroht. Besonders auffällig ist auch die hohe Armutsgefährdung von Alleinerziehenden mit einer Quote von 43 Prozent. Europaweit gilt das Einkommen als Armutsindikator: Wer weniger verdient als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung, gilt als armutsgefährdet. Auch ein niedriger Bildungsstand gilt mit einer Quote von 25,3 Prozent als besonders armutsgefährdend.
Bevölkerung wird älter
Bremens Bevölkerung ist seit 2011 gegenüber dem Vorjahr erstmals seit fünf Jahren wieder leicht gewachsen - von 660.706 auf 661.270 Einwohner. Dieses Wachstum beruht auf dem Wanderungsgewinn durch zugezogene Einwohner. Ohne diesen Wanderungsgewinn würde die Bremer Bevölkerung weiter sinken, da jährlich mehr Menschen sterben als geboren werden. Einen Wanderungsgewinn gibt es übrigens nur in der Stadt Bremen - in Bremerhaven dagegen nimmt die Bevölkerung weiter ab.
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