Freitag, 09. Dezember 2016


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Fehlzeiten-Report 2009

Krankenstand erneut gestiegen/Psychische Erkrankungen verursachen die längsten Ausfallzeiten

(lifePR) (Berlin, ) Auch 2008 haben krankheitsbedingte Fehlzeiten zugenommen: Wie aus dem Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht, waren die 9,7 Millionen bei der Gesundheitskasse versicherten Arbeitnehmer im vergangenen Jahr durchschnittlich jeweils 17 Tage krankgeschrieben. Im Jahr zuvor waren es noch 16,3 Tage. Für die Zunahme der Fehlzeiten seien neben einem Anstieg von Krankheiten des Atmungssystems die seit Jahren zunehmenden Fälle psychischer Erkrankungen verantwortlich. Diese verursachten zugleich die längsten Ausfallzeiten. Fehle ein Arbeitnehmer aufgrund einer Atemwegserkrankung durchschnittlich 6,4 Tage, seien es bei einer psychischen Erkrankung 22,5 Tage. Die Erkrankung stelle sowohl für Betroffene als auch für das Unternehmen eine große Belastung dar. Der Fehlzeiten-Report 2009 zeigt, wie Unternehmen die Gesundheitsressourcen der Mitarbeiter stärken und Belastungen am Arbeitsplatz reduzieren können. "Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So stieg die Zahl der von psychischen Erkrankungen verursachten Arbeitsunfähigkeitsfälle seit 1995 um 80 Prozent", sagt Helmut Schröder, Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports 2009 und stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Bei Frauen nehmen Fehlzeiten den Angaben zufolge aufgrund psychischer Erkrankungen mit 11,1 Prozent bereits den dritten Rang ein (Männer: 6,3 Prozent). Frauen litten am häufigsten unter depressiven Erkrankungen, während sich bei Männern verstärkt psychische Folgeprobleme des übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsums zeigten. Mit steigendem Alter nehme die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen zu. Der Blick auf einzelne Branchen offenbare zudem erhebliche Unterschiedet: In der öffentlichen Verwaltung sowie im Dienstleistungsbereich entfielen jeweils 11,2 Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU Fälle) je 100 AOK-Mitglieder auf psychische Erkrankungen. Bei Banken und Versicherungen seien es 10,6, im Baugewerbe 5,2 Fälle.

Gründe für diese Zunahme der Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen seien auch in der rasanten Entwicklung der Arbeitswelt zu suchen, die veränderte Anforderungen an Mitarbeiter und Betriebe stelle. Bisherige Belastungen wie Nacht- und Schichtarbeit seien geblieben, neue wie berufliche Mobilität oder erhöhter Termin- und Leistungsdruck seien hinzugekommen. Es sei zu vermuten, dass die momentane wirtschaftliche Situation die Anforderungen noch erhöhen werde.

Eine im Fehlzeiten-Report 2009 vorgestellte Studie unter knapp 2.000 Arbeitnehmern zeige, dass Arbeitsplatzunsicherheit häufig mit einem höheren Arzneimittelverbrauch, vermehrtem Alkoholkonsum, aber auch mit weniger sozialen Kontakten verbunden sei. Auch seien mehr als 70 Prozent der befragten gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten im vorigen Jahr krank zur Arbeit gegangen oder hätten zur Genesung das Wochenende abgewartet. Immerhin knapp 30 Prozent seien gegen den Rat des Arztes weiter zur Arbeit gegangen. Als Grund für die unterlassene Krankmeldung gäben knapp 30 Prozent der Befragten an, dass die Arbeit liegen bleibe. Knapp 20 Prozent hätten Angst davor, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. "Vor dem Hintergrund auch dieser neuen Ergebnisse ist es wichtig, nicht nur die Belastungen im beruflichen Umfeld zu reduzieren, sondern auch die Ressourcen und den Umgang mit Stress bei jedem Einzelnen zu stärken", so Schröder weiter. Gesetzliche Krankenkassen böten hier zahlreiche Angebote im betrieblichen Kontext und erreichten damit jährlich mehr als 500.000 Beschäftigte.

Der Fehlzeiten-Report 2009, der vom WIdO und der Universität Bielefeld herausgegeben wird, präsentiert ausgewählte Projekte wie ein Konzept zur Förderung des Stress- und Ressourcenmanagements. Insbesondere bei Führungskräften spiele dies eine bedeutende Rolle: Sie seien selbst oftmals großen Belastungen und Beanspruchungen ausgesetzt und trügen gleichzeitig die Verantwortung für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter. Wie dies mit spezifischen Angeboten, beispielsweise "Fit zum Führen", gemeistert werden kann, wird im aktuell erschienenen Fehlzeiten-Report 2009 beschrieben.

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