Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 63332

Von der zunehmenden Erwerbstätigkeit 2006 in Berlin und Brandenburg profitierten vor allem Teilzeit- und marginal Beschäftigte

(lifePR) (Potsdam, ) Die Erwerbstätigkeit im Jahr 2006 war in Berlin um 1,7 Prozent und in Brandenburg um 0,4 Prozent angestiegen. Zu dieser positiven Entwicklung trug weiterhin vor allem die Zunahme der Teilzeit- und marginalen Beschäftigung bei. Erstmals nach 2000 hat sich zwar auch die Zahl der Erwerbstätigen umgerechnet in Vollbeschäftigten- Einheiten, sogenannte Vollzeitäquivalente (VZÄ), wieder erhöht, jedoch unterhalb der Veränderungsrate der Gesamtzahl, sodass ihr Gewicht weiter schrumpfte. In Berlin nahm die Zahl der Erwerbstätigen in VZÄ um 0,8 Prozent und in Brandenburg um 0,1 Prozent zu.

In Berlin entsprachen 2006 den insgesamt 1 571 500 erwerbstätigen Personen 1 343 500 VZÄ, pro 100 Erwerbstätigen somit 85,5 (2005: 86,3). Im Jahr 2000 lag dieser Wert noch bei 88,7. In Brandenburg entfielen 2006 auf die Gesamtzahl der Erwerbstätigen von 1 012 900 insgesamt 872 400 VZÄ, also 86,1 je 100 Erwerbstätige (2005: 86,3). 2000 waren es noch 90,5.

Damit setzte sich 2006 in beiden Ländern der nach 2000 zu verzeichnende Trend der Verdrängung von Beschäftigungsverhältnissen in Vollzeit zugunsten der Ausweitung von Teilzeit- und marginalen Beschäftigungen fort.

Die hier vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlichten Daten zum zeitlichen Umfang der Erwerbsbeteiligung sind das Ergebnis der aktuellen Berechnung der Erwerbstätigkeit in VZÄ durch den Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder". Diese ergänzen die seit Herbst 2007 veröffentlichten Jahreszahlen der Erwerbstätigen und der geleisteten Arbeitszeit bis zum Jahr 2006. Die Berechnung der Personenzahl der Erwerbstätigen in VZÄ berücksichtigt den unterschiedlichen zeitlichen Arbeitsumfang der Erwerbstätigen bezogen auf VZÄ.

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, entwickelte sich die Zahl der Erwerbstätigen in VZÄ, 2006 auch in fast allen Ländern ungünstiger als die Gesamtzahl der Erwerbstätigen. Eine Ausnahme bildete die überdurchschnittliche Zunahme der Erwerbstätigenzahl in VZÄ von Hamburg und Thüringen. Im Durchschnitt aller Länder aber wurden die VZÄ bezogen auf 100 Erwerbstätige weiter zurückgedrängt durch Ausweitung von Beschäftigungsverhältnissen mit geringerem Zeitumfang. Während 2006 in allen Ländern zusammen die Erwerbstätigkeit um 0,6 Prozent zulegte, lag der Anstieg der Erwerbstätigen in VZÄ nur halb so hoch. Im Durchschnitt aller Länder kamen 2006 auf 100 Erwerbstätige 83,4 VZÄ (2005: 83,7 VZÄ).

Allerdings hat sich die Anzahl der VZÄ je 100 Erwerbstätige 2006 nur noch in den alten Bundesländern ohne Berlin verringert, denn in den neuen Bundesländern ohne Berlin kam diese Entwicklung zum Stillstand. Der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen in VZÄ lag gleichauf mit dem der Gesamtzahl der Erwerbstätigen (+0,5 Prozent). Damit kamen 2006 in den neuen Ländern auf 100 Erwerbstätige 85,6 VZÄ, deutlich mehr als in den alten Ländern (82,9 ). In der Reihe der Länder weist Thüringen mit 86,6 den höchsten und Schleswig-Holstein mit 81,4 den niedrigsten Wert aus.

Unterschiede in Niveau und Entwicklung des zeitlichen Einsatzes der Erwerbstätigen bestehen nicht nur auf regionaler Ebene, sondern auch zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen.

Im Produzierenden Gewerbe nahm 2006 der Anteil der Erwerbstätigen in VZÄ wieder zu. In Berlin erhöhten sich die Erwerbstätigen in VZÄ je 100 Erwerbstätigen um 0,7 Prozent, nachdem in den letzten Jahren Rückgänge zu verzeichnen waren. In Brandenburg wurde 2006 erstmals nach 2000 ein Anstieg erzielt (+ 0,8 Prozent). In Berlin hat sich 2006 die Erwerbstätigenzahl in VZÄ weniger stark verringert (-1,4 Prozent) als die Erwerbstätigkeit insgesamt (-2,1 Prozent). In Brandenburg übertraf die Zunahme der Erwerbstätigen in VZÄ (+1,3 Prozent) deutlich die der Gesamtzahl Erwerbstätiger (+0,4 Prozent).

Auslöser dieser Entwicklung war in beiden Ländern vor allem das Baugewerbe. In Berlin war vom Abbau der Erwerbstätigkeit im Baugewerbe (-2,7 Prozent) die Erwerbstätigkeit in VZÄ kaum noch betroffen (-0,0 Prozent), sodass die VZÄ je 100 Erwerbstätigen um 2,8 Prozent zunahmen. In Brandenburg legte hier bei einem noch geringen Rückgang der Erwerbstätigkeit insgesamt um -0,2 Prozent die Erwerbstätigkeit in VZÄ je 100 Erwerbstätigen um 2,0 Prozent zu.

In den Dienstleistungsbereichen weitete sich die Teilzeit- und marginale Beschäftigung 2006 weiter aus und drängte die Vollzeitbeschäftigung zurück. In Berlin gingen die VZÄ je 100 Erwerbstätige noch stärker zurück (-1,1 Prozent) als im vorangegangenen Jahr (-0,6 Prozent). Dagegen fiel in Brandenburg der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-0,6 Prozent) schwächer aus (2005: -1,1 Prozent).

Im Jahr 2006 waren die meisten VZÄ bezogen auf 100 Erwerbstätige im Produzierenden Bereich ohne Baugewerbe zu verzeichnen, in Berlin 94,5 und Brandenburg 94,0. Dagegen brachte der Bereich des Handels, Gastgewerbes und Verkehrs die wenigsten VZÄ auf, in Berlin 81,4 und in Brandenburg 82,2.

Detaillierte Zahlen zu den Indikatoren der Erwerbstätigkeit - Erwerbstätige, geleistete Arbeitszeit und Vollzeitäquivalente - enthalten die beiden Gemeinschaftsveröffentlichungen des Arbeitskreises "Standard-Arbeitsvolumen in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland 1999 bis 2006" sowie "Erwerbstätige in Vollzeitäquivalenten in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland 1999 bis 2006". Diese stehen zum kostenlosen Download unter www.statistik-hessen.de/erwerbstätigenrechnung zur Verfügung.

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