Dienstag, 06. Dezember 2016


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Demografischer Wandel erreicht den Arbeitsmarkt - Jetzt kommt es auf die Alten an

Erstmals in der EU weniger potentielle Berufseinsteiger als Personen, die ins Rentenalter kommen / "Nachwuchslücke" von über 200.000 im Jahr 2010 / Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer notwendig

(lifePR) (München, ) Der demografische Wandel hat den Arbeitsmarkt erreicht. Eine aktuelle Untersuchung der Allianz zeigt, dass es 2010 zum ersten Mal in der EU deutlich weniger potentielle Berufseinsteiger als Ruheständler geben wird. In der EU leben gegenwärtig rund 28,6 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. 28,8 Millionen Einwohner sind hingegen zwischen 60 und 65 Jahre alt. Damit ist rein rechnerisch im Jahre 2010 die Anzahl der Personen, die ins Rentenalter kommen um ca. 200.000 höher, als die der Schulabgänger. "Mit dem Übergang der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand wird die Nachwuchslücke in den kommenden Jahren kontinuierlich größer werden und bis zum Jahr 2030 sogar auf 8,3 Million anwachsen", erklärt Prof. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter Unternehmensentwicklung der Allianz.

Nicht nur ein EU-Phänomen

Eine ähnliche Entwicklung wie in der EU lässt sich auch für die G20-Staaten Russland, Kanada, Südkorea und China vorhersagen. In Japan ist die Lage schon jetzt dramatischer als in der EU. Dort stehen heute 6 Millionen Schulabgänger 10 Millionen 60- bis 64-Jährigen gegenüber. In den USA hingegen nimmt die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter weiterhin zu. Die Gründe dafür sind zum einen die Attraktivität als Einwanderungsland und zum anderen der Anstieg der Geburtenrate.

Politischer Handlungsbedarf

Allein aufgrund des Rückgang der Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter löst sich jedoch nicht von selbst das Problem der Arbeitslosigkeit in der EU. "Bereits heute ist ein Großteil der Arbeitslosigkeit struktureller Natur, das Ausbildungsprofil vieler Arbeitssuchender entspricht also nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes", so Heise.

Jedoch führt die demografische Entwicklung auch nicht automatisch zu einem Nachlassen der Wirtschaftsdynamik und damit zur weiteren Marginalisierung Europas gegenüber "Chinamerica". Allerdings ist hierfür eine Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung notwendig.

Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer

Gegenwärtig sind in der Europäischen Union im Durchschnitt nur rund ein Drittel aller Personen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren erwerbstätig. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es erhebliche Unterschiede: Am unteren Ende der Skala befindet sich Ungarn mit einer Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen von nur 13,3 Prozent, während Schweden mit einer Erwerbsquote von 63 Prozent in dieser Altersgruppe eine Vorreiterrolle einnimmt.
Schlösse der Rest Europas zu Schweden auf, stünden im Jahre 2030 über 8 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte bereit.

Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung der älteren Arbeitnehmer ist somit die arbeitsmarktpolitische Herausforderung für die Zukunft. "Wichtige Weichen wurden in den letzten Jahren mit der Reduzierung der Anreize zur Frühverrentung mit den Rentensystemreformen in vielen EU-Ländern bereits gestellt. Nun müssen die entsprechenden Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt geschaffen werden. Gelingt das erfolgreich, kann die Europäische Union angesichts einer weltweit alternden Bevölkerung als Rollenmodell dienen", sagte Heise.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Soweit wir in diesem Dokument Prognosen oder Erwartungen äußern oder die Zukunft betreffende Aussagen machen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen.

Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen können sich Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmaßnahmen ergeben.

Abweichungen können außerdem aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen (zum Beispiel durch Naturkatastrophen), der Entwicklung der Schadenskosten, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen und, insbesondere im Bankbereich, aus der Ausfallrate von Kreditnehmern resultieren. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte (z.B. Marktschwankungen oder Kreditausfälle) und der Wechselkurse sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können entsprechenden Einfluss haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, Zukunftsaussagen zu aktualisieren.

Keine Pflicht zur Aktualisierung

Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser Meldung enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

Allianz SE

Die Allianz SE ist Mitglied bei Transparency International Deutschland und unterstützt die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen sowie die Richtlinien der OECD für multinationale Unternehmen.

Die Allianz SE zählt zu den führenden Unternehmen im Versicherungssektor des Dow Jones Sustainability Index, sie ist im FTSE4Good und im Carbon Disclosure Leadership Index (CDP6) gelistet.

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