Freitag, 09. Dezember 2016


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Windhorst: AOK-Aussagen gefährden Patientenversorgung und Arbeitsmarkt

Kliniken benötigen einen Versorgungs-Puffer und sind Teil des Jobmotors im Gesundheitswesen

(lifePR) (Münster, ) Gegen den Vorwurf der ineffizienten Strukturen in den westfälisch-lippischen Krankenhäusern wehrt sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Zugleich warnt Windhorst vor einem drastischen Abbau der Klinikbetten in der Region. "Die AOK-Aussagen gefährden die Patientenversorgung und sind schädlich für den Arbeitsmarkt Gesundheit." Die AOK Westfalen-Lippe hatte gefordert, die hohe Zahl der Krankenhausbetten zu reduzieren. Mit 709 Betten pro 100 000 Einwohner liege Westfalen-Lippe deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 613. Vielmehr, so Kammerpräsident Windhorst, biete eine gut ausgestattete Krankenhauslandschaft einen "doppelten Nutzen": einmal als wichtiger Versorgungs-Puffer in Notzeiten, zum anderen als Jobmotor im Gesundheitswesen.

"Wer mit der Statistik-Schere daran geht, die Bettenzahlen radikal zu beschneiden, geht einen falschen und gefährlichen Weg", sagt Windhorst. Die Kliniken in Westfalen-Lippe verfügen über etwa 59.000 Betten. Deren Auslastung belief sich im Jahr 2008 auf 76,5 Prozent. Der Bundesdurchschnitt lag bei 77,4 Prozent. "So schlecht sind wir also gar nicht, wenn man berücksichtigt, dass wir eine Flächenregion sind und eine höhere Morbidität haben als der Bund." Und dieser Puffer zur Vollauslastung sei auch dringend notwendig. "Bei den Kapazitätsplanungen der Kliniken muss berücksichtigt werden, dass es in Notfällen wie etwa Grippewellen zu einer außerplanmäßigen Beanspruchung der Kliniken kommen kann." Ein an der Notfallversorgung teilnehmendes Krankenhaus müsse nicht nur medizinisch, sondern auch organisatorisch in der Lage sein, die qualifizierte Versorgung eines Notfallpatienten zu gewährleisten. "Die Krankenhäuser sind bereits jetzt auf Auslastungsspitzen durch Notfalleinweisungen nicht ausreichend vorbereitet", warnt Kammerpräsident Theodor Windhorst. Wer aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten Betten abbaue und die normale Versorgung "bis zur Kante ausreize", habe keinen Spielraum mehr bei Notfällen. Windhorst fordert deshalb, dass die öffentliche Daseinsfürsorge auch ausreichend Vorsorge-Kapazitäten in den Kliniken umfassen müsse.

Ein zweiter wichtiger Aspekt bei der Krankenhausplanung sei die Berücksichtung der Krankenhäuser als Teil des "Jobmotors Gesundheit". "Die Gesundheitsausgaben im Klinikbereich sind auch ein wichtiger Beitrag für Wachstum und Beschäftigung." Im Gesundheitswesen arbeiten 4,4 Millionen Menschen in Deutschland, in NRW sind es 1,1 Millionen. In den Jahren zwischen 1999 und 2007 hat die Beschäftigungszahl bundes-weit um etwa 265.000 zugenommen, das ist ein Plus von 6,5 Prozent. Windhorst: "Wir müssen uns hüten, diesen Sektor schlecht zu reden. Und dies tun wir, wenn wir den Krankenhäusern Ineffizienz vorwerfen."

In diesem Zusammenhang verweist Windhorst auf den im Ländervergleich niedrigen Landesbasisfallwert. "Das spricht im Gegensatz zur AOK-Meinung doch eher für eine hohe Effizienz in unseren Kliniken in Westfalen-Lippe." Zudem habe ein Gutachten der Beratungsgesellschaft für angewandte Systemforschung (BASYS) bereits im Jahre 2001 festgestellt, dass die NRW-Bevölkerung um 8,6 Prozent häufiger von Krankheiten betroffen ist als der Durchschnitt der übrigen alten Bundesländer, aber die Kliniken hingegen mit einer unterdurchschnittlichen Personaldecke auskommen müssten. "Dann von Ineffizienz zu sprechen, ist schon hanebüchen", so Windhorst.

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