Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Podiumsdiskussion: Generation Y contra Arbeitswelt

Hochschulen stehen in der Funktion als Mittler vor Herausforderung

(lifePR) (Bad Homburg, ) Junge Talente als Führungskräfte zu rekrutieren, das ist das Ansinnen von Unternehmen. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance, ein innovatives Arbeitsumfeld, das verlangen hingegen die Berufseinsteiger - und verzichten dafür eher auf Karriere, Prestige und Geld. Die sogenannte Generation Y* stellt den Arbeitsmarkt vor neue Herausforderungen. Mitten in dem Spannungsfeld befinden sich die Hochschulen: Wie können sie die Bedürfnisse der Generation Y berücksichtigen und zugleich Absolventen hervorbringen, die den Erfordernissen der Wirtschaft genügen?

Vermittlung von Leadership-Skills in Zukunft unerlässlich

Nach ihrer Selbstwahrnehmung befragt beurteilen sich nahezu zwei Drittel der Generation Y (in der Umfrage 14- bis 29-Jährige) besser ausgebildet als die Vorgängergeneration aus den 80er Jahren. Entsprechend halten sich auch 73 Prozent für sehr gut bzw. eher gut in der Lage, die deutsche Wirtschaft international wettbewerbsfähig zu halten. Diesem positiven Selbstbild steht die Einschätzung gegenüber, dass die Berufswahl bzw. -orientierung schwerer fällt, und bei sozialen sowie Führungskompetenzen Defizite bestehen.

"Fast jeder zweite der 14- bis 29-Jährigen meint, dass die heutige Generation ihrer sozialen Verantwortung weniger gerecht wird. Dies gibt zu denken, wenn man die Aussage hinzunimmt, dass nur gut die Hälfte davon überzeugt ist, dass die Hochschulen die Qualitäten vermitteln, die man als Führungskraft später benötigt. Diese Tatsache kann in den nächsten Jahren zu einem kritischen Punkt werden, wenn die Hochschulen neben der Vermittlung der wichtigen Fachkompetenzen nicht auch dem umfangreichen, praxisorientierten Wissen sowie Führungskompetenzen einen breiten Raum im Studium einräumen. Die sogenannten soft Skills, eine profunde Methodenkompetenz und der Blick über den Tellerrand sind mittlerweile unverzichtbare Studieninhalte", erläutert Florian Pfeffel.

Verunsicherung bei der Berufswahl

Auf die Frage, ob es den Jugendlichen heute leichter oder schwerer fällt, sich für ein Studienfach oder eine Berufsausbildung zu entscheiden, antworteten 70 Prozent der jungen Befragten mit "eher schwerer". Faktoren wie immer jüngere Hochschulanfänger und ein breiteres, diversifiziertes Berufsangebot zeigen hier ihre Wirkung. Dies zeigt sich in zwei weiteren Umfrageergebnissen. Nahezu jeder Zweite (42 Prozent) sieht sich den Herausforderungen weniger gewachsen und empfindet sich ebenfalls als weniger zielstrebig (47 Prozent).

Dr. Steffi Burkhart - Sprachrohr der Generation Y

"Die erste Arbeitsstelle ist ein purer Kulturschock", sagt Dr. Steffi Burkhart, die diese Erfahrung in einem Großkonzern selbst gemacht hat. Die promovierte Gesundheitspsychologin zählt mit ihren 29 Jahren selbst zur Generation Y und sieht sich als deren Sprachrohr: "Die gelernte Realität junger Berufseinsteiger deckt sich häufig nicht mit der Welt innerhalb von Unternehmen: starre Strukturen, veraltete Paradigmen, Machtspiele, sinnlose Verhaltensregeln - das stellen wir infrage."

Personaler empfinden Bewerber deshalb oft als aufmüpfig, unreif und nicht bereit für eine Karriere. "Von klein auf wurde diese Generation aufgefordert kritisch mitzudiskutieren - von Eltern, Lehrern und uns Professoren. Warum sollen sie im Arbeitsleben dann plötzlich damit aufhören", fordert Prof. Dr. Florian Pfeffel, Studienleiter der accadis Hochschule Bad Homburg, Verständnis für die Berufseinsteiger.

"Unternehmen müssen sich für Absolventen attraktiv machen - nicht umgekehrt"

Auf den ersten Blick scheint es, als stünden sich Arbeitgeber und Absolventen unversöhnlich gegenüber. "Unternehmen sollten aber für gutes Personal ein Stück weit in der Lage sein, sich den Bedürfnissen der Generation Y anzupassen", sagt Karen Hoyndorf, Vize-Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Frankfurt und Geschäftsführerin Personal der Compass Group Deutschland. Sie kritisiert zum Beispiel die klassischen Recruitinginstrumente, die der Generation Y nicht mehr gerecht werden.

"Studenten sind zu den Spielbällen von Politik und Wirtschaft geworden. Sie selbst für die geringe 'Praxistauglichkeit' verantwortlich zu machen, ist aber falsch", sagt Burkhart. Sie sieht die Ursache nicht bei den Berufseinsteigern, sondern bei der Verschulung der Hochschulen. Die Bildungseinrichtungen müssten sich mit dem evolutionären Fortschritt der Welt intensiv auseinandersetzen, um die Studierenden optimal vorzubereiten.

*Definition Generation Y

Die Generation Y gilt in der Soziologie als Nachfolgegeneration der Boomers und Generation X und umfasst die Teenager von etwa 1990 bis 2010. Die Generation Y gilt als vergleichsweise gut ausgebildet und zeichnet sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus. Viele Berufsanfänger (60 Prozent im Jahr 2014 gegenüber 48 Prozent im Jahr 2002) erheben Ansprüche auf Führungspositionen und wähnen sich als Experten.

accadis Bildung GmbH

Die private Wirtschaftshochschule accadis verleiht bereits seit 1993 Bachelor-Abschlüsse in Deutschland. Seit 2010 vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert und seit 2014 systemakkreditiert setzt die accadis Hochschule Bad Homburg umfassend auf die Sicherung der Qualität von Forschung und Lehre. Im Mittelpunkt der Bildungsangebote stehen vor allem die persönliche Betreuung, die Vermittlung von Methoden und sozialer Kompetenz sowie Internationalität und ein hoher Praxisbezug.

Weitere Informationen unter: www.accadis.com

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